Kinder bleiben zuhause

Grundschule Au: "Einweihung" ohne Hauptpersonen

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Nahm sich gewisse Behörden noch einmal zur Brust: Der frühere Bürgermeister Karl Ecker.

Eine Schuleinweihung ohne Kinder, ohne lustige Kinderlieder, Eltern und Öffentlichkeit? In Au/Hallertau musste das Corona- bedingt so ablaufen. Und deshalb nannte man es auch lieber eine offizielle Inbetriebnahme. Das klang gleich viel amtlicher, sachlicher, und das ließ die Chance offen, die Einweihung noch nachzuholen.

Genau das ist der Plan. Vorteil: Die offiziellen Reden sind dann gehalten. Die gab es ja am vergangenen Mittwoch schon. Vor allem vom ehemaligen Bürgermeister Karl Ecker, dem sein Nachfolger Hans Sailer den Vortritt ließ, hatte doch der vorige Gemeinderat und der vorige Bürgermeister das Werk von neun Millionen Euro voran gebracht. Dann sollte, so wohl die Auffassung Sailers, der frühere Bürgermeister es auch offiziell zu Ende bringen.

Ein typischer Karl Ecker

Und so erlebten die 20 Gäste – genau so viele Stühle waren in der Aula aufgestellt worden, in großem Abstand, versteht sich – noch mal einen typischen Karl Ecker. Der konnte, weil er ja nicht mehr im Amt war, noch eine Schippe drauf legen.

Er nahm sich das Zuschusswesen zur Brust und die damit verbundenen Einschränkungen der Planung. Und was er da sagte ließ aufhorchen: Die Gemeinde hatte bewusst größer gebaut als die Zuschussrichtlinien vorgaben. Und dann kam es: „Die Mittagsbetreuung wäre jetzt schon zu klein, wenn wir nach diesen Richtlinien gebaut hätten.“

Dass die Zuschüsse dann auch noch verspätet fließen – gerade mal 800000 Euro hat der Markt Au bisher vereinnahmen können, dabei hätte es knapp die Hälfte der Bausumme werden sollen. Die Gemeinde muss also die Zuschüsse vorfinanzieren, eine Sache, die Sailer gegenüber dem FORUM ausdrücklich bestätigte. Schulleiterin Maria Otto hat, wie der Bürgermeister launig bemerkte, drei Schulen in kurzer Zeit erlebt: Den Altbau, die Containerschule, und jetzt den Neubau und das grundsanierte Schulgebäude.

Die kleinste Festversammlung für die Einweihung eines 9-Millionen-Euro-Projekts kam in Au zusammen. Im Hintergrund der neue Anbau der Schule.

Die Planung besorgte das Architekturbüro Wacker in Nandlstadt, und Peter Wacker hatte die Eckdaten des Werks, das Ecker als das größte seiner Amtszeit bezeichnete: Haupteingang mit Aula, Speisesaal mit Küche, Verwaltung, Informatikraum, Hausaufgabenräume, neues Lehrerzimmer und ein Reserveraum sind im Neubau untergebracht, während der Altbau elf Klassenzimmer, vier Gruppenräume, einen Mehrzweck-, einen Handarbeits-, und einen Werkraum beherbergt. Wo man einmal das Reißen angefangen hat wurde auch die Haustechnik und die Informationstechnik auf den neuesten Stand gebracht und auch für Barrierefreiheit gesorgt. Maria Otto hatte die Kinder nach ihren Eindrücken gefragt, und diese waren so, dass die Architekten sich geschmeichelt fühlen dürfen. Ihre Vorstellungen sind bei den Nutzern gut angekommen.

Massive Probleme auf der Baustelle

Niemand bemerkte mehr, dass es massive Probleme auf der Baustelle gegeben hatte, vom Totalausfall einer Firma über einen Wasserschaden bis hin zu einem Brand mit 40000 Euro Schaden. Alles das forderte das Letzte von den Verantwortlichen auch im Rathaus, und so waren natürlich auch die zu der Feier eingeladen.

Die Vertreter der beiden christlichen Kirchen rückten gedanklich die in den Mittelpunkt, die nicht da sein konnten, aber letztlich die wichtigsten sind, die Kinder. Dass die mit der aktuellen Situation auch klar kommen müssen, mit „Schule daheim“ und so weiter war den Pfarrern nicht entgangen. Sobald es die Zeit zulässt sollen auch sie angemessen zum Zug kommen.

Quelle: freising-online

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