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Hallertau: Maria Reiser und die Seevagabunden bringen Urlaubsstimmung in den Schlossbräukeller

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Bum Bum Bum - die musikalische Völkerverständigung geht um: Maria Reiser und die Seevagabunden.
Bum Bum Bum - die musikalische Völkerverständigung geht um: Maria Reiser und die Seevagabunden. ©  Hausler

Aufeinandertreffen der Kulturen: Im Auer Schlossbräukeller musizierte „RiA“ aka Maria Reiser gemeinsam mit den norddeutschen Stedesander Seevagabunden.

„RiA“, in der Hallertauer Region vielen noch als Maria Reiser bekannt, ist seit Ende 2019 als erste bayrisch rappende Musikerin unterwegs. Die Powerfrau, die sich mit ihrem Lebenswandel in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen Namen gemacht hat, steht nach eigener Aussage für „Unity, Diversity und eine kunterbunte Welt“.

Kulturaustausch im Schlossbräukeller: Norddeutsche Musikkultur trifft bayrisches Lebensgefühl

Ihre Heimat und die bayrische Kultur beschreibt die Niederbayerin als „Gemütlich, mit Menschen, die so sind wie sie sind – authentisch“, das was auch die Künstlerin selbst vorlebt: „Ich bin noch nie auf den Mund gfalln gwesn“. Zum bayrischen Lebensgefühl gehören aber auch „Brezen, Bier und Hopfengärten“. Und das durften die elf Mann der Stedesander Seevagabunden beim Besuch in der Hallertau am vergangenen Mittwoch kennenlernen: Am Abend trafen bayerische und norddeutsche Musikkultur im Auer Schlossbräukeller aufeinander.

Seit dem Vormittag lernten die Seemänner die bayrische Natur kennen und lieben: Die Berge, Hopfengärten und das milde Klima des Tages hinterließen Eindruck bei dem 31-jährigen „Kapitän“ mit seiner Mannschaft. Die Herausforderung für den Abend bestand dann darin, sich des jeweils anderen Dialekts anzunehmen, um für die Liedtexte auch zu harmonieren. So stand für RiA „plattdutsch“ auf dem Stundenplan und bayrisch für die Nordfriesländer.

Kulturaustausch im Schlossbräukeller: Harmonie trotz Verständnisproblemen

„Ich hab mich aber doch etwas schwer getan mit dem Dialekt“, berichtet Präsident Marc André Michaelsen, der den jüngsten Shanty-Chor anleitet und erklärt, dass die Norddeutschen eigentlich eher wortkarg sind. Das Gemüt zeichnet die Kameradschaft und Heimatverbundenheit aus.

Also ließ sich RiA kurzum etwas für den gemeinsamen Song einfallen. Daher verkürzte sie den Text des gleichnamigen Liedes „Bum, bum, bum, der Watschnbam foit um, um, um“ auf die Worte „bum, bum, bum – um, um, um“, die die Gruppe der „nordfriesischen Antwort auf die Backstreet Boys“ dann zum Rap im Hintergrund begleiteten. „Das wird mein neues Lieblingslied“, lachte ein Gast am Stammtisch und wiederholte die einprägsamen Zeilen.

Kulturaustausch im Schlossbräukeller: Gute Stimmung beim Freiluftabend

„Die Jungs sind einfach mega – geborene Entertainer“, erklärte RiA nach dem Konzert. An diesem Abend war er begeistert über die Offenheit der Besucher, die mittanzten und mitsangen. Auch die Auer Liedertafel kam extra zu diesem Anlass in den Biergarten und sang kräftig mit, als unter Steuermann Rainer Andresen zum Lied „Madagaskar“ eingestimmt wurde. Der gelernte Schiffsbauer erzählte begeistert von der vormittäglichen Zillenfahrt auf der Donau durch die Weltenburger Enge.

Was aber war es, das die Zuschauer mitnahm? Der erste sommerliche Freiluftabend, die gute Stimmung oder das Urlaubsgefühl, dass die Nordfriesländer mit in das bayrische Ambiente brachten? Vera Schreiber aus Rudelzhausen beschrieb es kurz und knapp: „Es war einfach super schee, und mir geht’s jetzt richtig gut.“

Kulturaustausch im Schlossbräukeller: Josef Reiser war mit dabei

Und wie fand eigentlich Josef Reiser, Mainburgs ehemaliger Bürgermeiser und Papa von Maria Reiser den Auftritt seiner Tochter? „Ich gehe bei allem, was Ria macht mit und unterstütze sie wo ich kann, auch wenn Rap wohl altersbedingt nicht mehr ganz so meine Musikrichtung ist“, schmunzelt der 65-jährige. Unterstützen kann er seine Tochter, wenn Reiser auf seine Enkel aufpassen darf. „Die Zeit mit den Kindern genieße ich unendlich“.

Einige Fans dürften die Stedesander Seevagabunden und RiA nach diesem Konzert mehr haben. Vielleicht reisen diese dann auch den Musikern aus bis zu 1000 Kilometern hinterher, wie es der größte Fan des Männerchors und Patenonkel von Marc André Michaelsen für diesen Auftritt gemacht hat. Das Video vom grenzenlosen Kulturaustausch ist ab 5. August hier zu sehen.

Victoria Hausler

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