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Voller Klang in einer vollen Kirche

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Dirigent des „Hallertauer Kammerorchesters“ war beim Auftritt in der evangelischen Erlöserkirche erstmals Pfarrer Frank Möwes.

Zum ersten Mal unter der Leitung von Frank Möwes musizierten Mitglieder des Hallertauer Kammerorchesters im Gottesdienst am Sonntag „Lätare“ in der evangelischen Erlöserkirche. Es war eine gelungene Premiere, nicht nur weil die 17 Musiker dem sicheren Dirigenten bereitwillig und mit viel Spielfreude folgten, sondern weil sich die Texte von Pfarrerin Cornelia Egg-Möwes und die Musik zu einer beeindruckenden Einheit verbanden.

. „Freut euch!“ heißt dieser Sonntag im Kirchenjahr, der auch „Klein-Ostern“ genannt wird. Mitten in der Passionszeit bekommt die Gemeinde hier einen Vorgeschmack auf das Osterfest. Als Lied, Predigt und Choralpartita bildete „Jesu, meine Freude“ den inhaltlichen Schwerpunkt des Gottesdienstes. In ihrer Predigt fragte Pfarrerin Egg-Möwes: „Wie kann der Liederdichter Johann Franck (1618-1677), der in drei Lebensjahrzehnten nur das Elend des 30-jährigen Kriegs erfahren hat, ausgerechnet von der Freude singen?“ Sie erläuterte dann eindrücklich der konzentriert zuhörenden Gemeinde: „Für Johann Franck bildet das feste Vertrauen auf Jesus Christus die Basis, um auch Not und Leid ertragen zu können. In der Bibel findet er die Worte: >Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht auf den Herrn setze< (Psalm 73).“ Die Mitglieder des Hallertauer Kammerorchesters nahmen anschließend die Predigt musikalisch auf und präsentierten eine Komposition von Helmut Duffe, in der alle Strophen nochmals lautmalerisch vorgestellt wurden. So konnte man beispielsweise durch laute und akzentuierte Akkorde den Drachen aus der dritten Strophe des Liedes heranstapfen hören, kontrastiert mit einem weichen Streichklang, der die „sichre Ruh“ in den Händen Gottes darstellte. Auch sehr eindrücklich geriet das Duett zwischen Verena Reitinger an der Querflöte und Gerhard Boesl am Fagott. Diese reduzierte Besetzung korrespondiert mit dem Text „Weg mit allen Schätzen“. Und in der letzten Strophe konnte die beschwingte, tänzerische Musik das „Weicht ihr Trauergeister“ hörbar machen. Die weiteren Solostücke des kleinen Orchesters von Georg Phillip Telemann, Edward Grieg und Gustav Holst waren ein Genuss für die Ohren. Schnellere Passagen wurden durchsichtig musiziert, die ruhigeren Teile melodiös-klangvoll gestaltet und damit insgesamt deutlich, welches musikalische Niveau in diesem regionalen Projektorchester steckt. Zum Vormerken: das nächste Konzert des „Hallertauer Kammerorchesters“ findet am Samstag, 18. Juni statt. Nähere Informationen werden noch bekannt gegeben.

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