27:25 Sieg gegen den MTV Ingolstadt

Handballern gelingt der Derbysieg

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Unser Bild zeigt Florian Möser bei einem seiner drei Treffer. 

Mannschaftsgeist und Leidenschaft triumphieren über individuelle Klasse, so könnte man den Derbysieg der Mainburger Handballer gegen das, nur aus Spielern aus osteuropäischen Ligen bestehende Team des MTV Ingolstadt, am besten beschreiben. Der Ingolstädter Handballchef, Norbert Hartmann, hat ja die“ Vision 2020“ vor einigen Jahren ins Leben gerufen, nach der bis dahin sein Team möglichst bis in die dritte Liga aufgestiegen sein sollte.

Und da es nach eigener Aussage von Hartmann in der Region kaum Spieler gibt die seinen Ansprüchen für die Landesliga genügen, holte er sich fast ausschließlich Spieler aus der ersten oder zweiten Liga verschiedener osteuropäischer Länder in die Audistadt. Und es war alles angerichtet für ein traditionsreiches Derby, das bis in die 50er Jahre zurückreicht. Die Mainburger Mittelschulhalle war rappelvoll mit weit mehr als 300 Zuschauern besetzt, die Gäste aus Ingolstadt hatten lautstarken Anhang mit in die Hopfenstadt gebracht und auch viele ehemalige und noch aktive Handballer aus der Umgebung wollten sich dieses „Weihnachtsderby“ nicht entgehen lassen. Für beide Vereine ging es auch um einiges. 

Die Gäste wollten den Anschluss an die Spitzenplätze nicht ganz verlieren und für die Hadzidulbictruppe ging es darum mit einem Sieg wieder den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen. Eine Hiobsbotschaft für die Mainburger gab es bereits vor dem Anpfiff, da Boris Covic auf Grund einer schweren Sprunggelenksverletzung passen musste, was natürlich sehr schade war, da die Rückraumachse mit ihm, Dominik Abeltshauser und Jan Klaus in den letzten Spielen immer besser harmonierte. Neben Covic fehlten auch Michael Fischbäck und der langzeitverletzte Marius May, Christoph Würfl und Dominik Joekel waren krankheitsbedingt ziemlich angeschlagen und konnten nur sporadisch bzw. überhaupt nicht eingesetzt werden. Nichtsdestotrotz gingen die Gastgeber mit einer großen Euphorie von Beginn an in die Partie. Die Abwehr um Marek Slouf im Kasten bekam sofort Zugriff und stand sicher gegen den generischen Rückraum. 

Einzig den bulligen rumänischen Kreisläufer der Gäste bekam man nicht so recht unter Kontrolle und er erzielte allein drei der ersten vier Ingolstädter Treffer. Anders sah es bei dem ehemaligen Mainburger und aktuell besten Ingolstädter Torschützen Andrej Macovei aus, seine Art zu spielen ist den Mainburgern ja noch bestens bekannt und dementsprechend gut hatten sie sich auch auf ihn eingestellt. Und so verlief fast die gesamte erste Hälfte extrem ausgeglichen, meistens konnten die TSVler ein bis zwei Treffer vorlegen, kassierten dann aber auch schnell wieder den Ausgleich, weil man im Angriff noch zu viele leichte Fehler fabrizierte und die Gäste dadurch häufig zu einfachen Gegenstoßtoren kamen. 

Eine Minute vor Ende der ersten Halbzeit gab es noch einen großen Aufreger und Diskussionen auf dem Spielfeld und den Rängen, als der bis dahin bereits dreimal erfolgreiche Jan Klaus versuchte einen gegnerischen Pass herauszufangen, dabei einen Schritt zu spät kam und seinen Gegner unglücklich im Gesicht traf. Die beiden Unparteiischen aus Feuchtwangen und Sulzbach-Rosenberg zeigten ihm daraufhin glatt Rot und somit waren die Hallertauer einer weiteren Rückraumwaffe beraubt. Kurz darauf ging man dann mit einer knappen 14:13 Führung in die Kabine. Während der Pause waren dann natürlich die Diskussionen unter den Fans in vollem Gange und die meisten befürchteten, dass die Gäste jetzt den Mainburger Spielmacher Dominik Abeltshauser in Manndeckung nehmen werden und dann die Durchschlagskraft im Angriff fehlen wird. 

Es hieß auch, jetzt kann wohl nur noch ein Weihnachtswunder helfen, wollen wir das Spiel noch gewinnen. In der Mainburger Kabine hingegen hieß es dagegen eher „jetzt erst recht“, man spürte regelrecht, dass trotz dieser Rückschläge das Team zu 100 Prozent fokussiert war und fest an einen Erfolg glaubte. Der Mainburger Trainer stellte seinen Rückraum mit Lukas Schmargendorf auf Halblinks sowie mit Daniel Mannel und Maxi Heim auf Halbrechts um und die Massnahmen trugen Früchte. Der Mainburger Abwehrchef Lukas Schmargendorf zeigte eine couragierte Leistung im Angriff und erzielte allein vier seiner füfn Treffer in der zweiten Halbzeit und Maxi Heim, der die letzten zwei Monate berufsbedingt fehlte übernahm ebenfalls Verantwortung und machte ein klasse Spiel in Abwehr und Angriff.

 In den ersten 20 Minuten wogte die Begegnung ähnlich wie in der ersten Halbzeit noch bis zum 21:21 Zwischenstand hin und her, aber dann schafften die TSVler, angeführt vom wieder einmal ganz stark spielenden Dominik Abeltshauser, drei Treffer in Folge und sorgten so für eine vorentscheidende Wende in der umkämpften Partie. Diesen Vorsprung von drei Toren hielten sie bis zum 26:23 in der 57. Minute und als dann Lukas Schmargendorf zweieinhalbMinuten vor Ende auf 27:23 erhöhte kannte der Jubel auf den Rängen keine Grenzen mehr. Die letzten 2 Treffer der Schanzer waren nichts Anderes mehr als Ergebniskorrektur und als dann beim 27:25 der Schlusspfiff ertönte lagen sich Mainburgs Spieler und Offizielle nur noch in den Armen und genossen die stehenden Ovationen ihrer Fans. Anschliessend liess man das Spiel dann noch beim traditionellen „Weihnachtsspecial“ zusammen mit den Fans bei Glühwein und Gegrilltem Revue passieren.

 „Das war heute wieder einmal Handball nach Mainburger Art, Kampf Leidenschaft und bedingungsloser Mannschaftsgeist. Wir wollten diesen Sieg unbedingt und dass hat heute meine Mannschaft über 60 Minuten ausgestrahlt“, so ein rundum zufriedener Tuce Hadzidulbic. „Heute möchte ich keinen Spieler herausheben, denn alle Spieler die heute auf der Platte standen haben alles gegeben und dieser Sieg war einfach nur eine grandiose Mannschaftsleistung“. Jetzt ist bis 26. Januar Zeit, bevor es wieder in eigener Halle gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Heidingsfeld geht. Wegen der Handball WM in Deutschland finden bis dahin keine Meisterschaftsspiele statt und alle angeschlagenen und verletzten Spieler können bis dahin hoffentlich ihre Verletzungen auskurieren um dann mit neuem Selbstvertrauen in die Rückrunde zu starten. Aufstellung/Tore: Marek Slouf, Hannes Möser, Nico von Horst (alle Tor), Florian Möser (3), Dominik Joekel, Lukas Schmargendorf (5), Christoph Würfl (2), Alex Rieder, Maxi Heim (1), Daniel Mannel (1), Jan Klaus (3), Ludwig Kallmünzer, Thomas Voves (3/2) und Dominik Abeltshauser (9/2)

Quelle: freising-online

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