Große Vorhaben in 2020

Haushalt des Marktes Au: Teure Projekte trotz kleiner Etats

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Die Grundschule Au ist ein happiger Kostenfaktor.

Großes vor hat der Markt Au/Hallertau in dem Haushaltsjahr 2020, obwohl dieser Etat gegenüber dem Vorjahr deutlich kleiner ausfällt. Schule und Ortsdurchfahrt sind die zentralen Vorhaben, wobei die Grundschule schon fertig ist.

Das hat der Markt Au nun von seiner konsequenten Haushaltspolitik: Der Markt zahlt Negativzinsen, beschönigend „Verwahrentgelt“ genannt. Das bestimmt den Etat 2020 mit: Die Rücklagen von 4,4 Millionen Euro sollen jetzt weitgehend aufgelöst werden. Der Markt Au hat auch eine ganze Menge vor: Der Punkt „Straßenbau und Grunderwerb“ mit über 1,3 Millionen Euro ist dabei die schon lange geplante Ortsmitte.

Wie mehrfach berichtet, soll die Ortsdurchfahrt saniert werden. Der Freistaat Bayern steuert hier im Rahmen der Städtebauförderung enorm was bei, und im Vorbericht zum Haushalt heißt es auch ausdrücklich, dass das ein „vordringliches“ Projekt sei. Gleichwohl wird der Markt Au 1,5 Millionen Euro an Kreditermächtigungen in den Haushalt aufnehmen. Ob diese allerdings ausgeschöpft werden ist mehr als offen.

 Schule und Ortsdurchfahrt sind die zentralen Vorhaben im Markt Au, wobei die Grundschule schon fertig ist.

600000 Euro stehen beispielsweise allein für den Kauf von Gebäuden im Haushalt. Auf Nachfrage teilte die Marktverwaltung allerdings dazu mit, dass das ein Vorratsposten sei. Der Markt Au wolle handlungsfähig sein, sollte sich im Sanierungsgebiet eine Gelegenheit auftun. Genau darum heißt es im Etat auch „Kreditermächtigung.“

Die Grundschule ist ein hoher Kostenfaktor

Dennoch ist es bedingt durch die Grundschule, deren Finanzierung mit neun Millionen Euro heuer noch abgeschlossen werden soll. Und doch ist es ein „Corona-Haushalt“ mit drastisch eingedampften Volumina: Der Verwaltungshaushalt steigt zwar um 8,01 Prozent auf 10,971 Millionen Euro, aber der Vermögenshaushalt schrumpft trotz der genannten Großmaßnahmen um volle 20,53 Prozent auf 9,939 Millionen Euro, und das mit Unsicherheiten in der genannten Größenordnung.

Die Verschuldung des Marktes Au beträgt aktuell 1,138 Millionen Euro. Selbst wenn die genannte Kreditermächtigung ausgeschöpft würde bliebe der Markt mit seiner Verschuldung klar unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden.

Die Haushaltsstruktur ist insgesamt gesund. Das wird deutlich, wenn man die ordentlichen Tilgungen von 177736 Euro mit dem Überschuss des Verwaltungshaushalts vergleicht: Dem Plan zufolge steigt diese Zuführung zum Vermögenshaushalt gegenüber dem Vorjahr wieder an, und zwar auf 312740 Euro, was klar über der sogenannten gesetzlichen Mindestzuführung liegt.

Die "fetten" Jahre sind vorbei

Allerdings kann die Gemeinde an die goldenen Jahre 2017 und 2018 nicht mehr anknüpfen, wo der Verwaltungshaushalt noch knapp das zehnfache an Überschuss erwirtschaftet hat. Ex-Bürgermeister Karl Ecker hatte seinerzeit formuliert, die fetten Jahre seien vorbei.

Damit hat er auch ohne Corona recht behalten. Gleichwohl steht ein weiteres Projekt im Rahmen der Innenentwicklung des Marktes Au prominent im Haushalt: Die Spiel- und Freizeitanlage „Klosterberg“ soll mit 950000 Euro zu Buche schlagen.

Der Bauhof braucht einen neuen Unimog für 200000 Euro. Zu den sogenannten kostenrechnenden Einrichtungen gehört die Abwasserbeseitigung. Knapp 760000 Euro werden hier investiert. Diese Gelder müssen langfristig über die Gebühren wieder zurück fließen und sind daher mit anderen kommunalen Investitionen nur bedingt vergleichbar.

Quelle: freising-online

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