„Heimspiel“ für Seehofer

Woln

zach (ma) – Zu einem „Heimspiel“ wurde in der vergangenen Woche die Stippvisite des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in Wolnzach. „Ich habe das Gefühl, ich bin wieder dahoam“, zeigte sich der Ingolstädter schon bei der „ungewöhnlich freundlichen Begrüßung“ durch das frisch gewählte Hopfenköniginnen-Dreigestirn, Bürgermeister Jens Machold, amtierenden Landrat Anton Westner und CSU-Kreisvorsitzenden Karl Straub vor dem Wolnzacher Rathaus bestens gelaunt. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde am Rathausportal glich der kurze Marsch zur Volksfesthalle einem von der örtlichen Marktkapelle angeführten Triumphzug. Auch im mit über 2.000 Besuchern bestens besetzten „Biertempel“ gab es viel Applaus für den bayerischen Regierungschef, der an der „Nahtstelle zwischen Laptop und Lederhose“, wie Bürgermeister Machold seine Gemeinde vorstellte, zunächst ein Loblied auf die „Vorzeigeregion Ingolstadt“ sang: „Der Landkreis Pfaffenhofen steht in Deutschland wirtschaftlich an der Spitze. Dazu gratuliere ich Ihnen.“ Noch eine gute Nachricht hatte Seehofer mitgebracht: Bayern sei nach der soeben vorgestellten Statistik das finanzstärkste Bundesland. Die Kehrseite der Medaille: „Wir müssen jetzt 3,6 statt drei Milliarden Euro Finanzausgleich für die anderen Bundesländer bezahlen.“ Da erhebe der Freistaat schon den Anspruch, im Bund mitzureden. „Ich werde daher auch in Zukunft kraftvoll und streitbar in Berlin auftreten“, schickte Seehofer ein deutliches Signal in Richtung Kanzlerin Merkel. Die Bitte des Wolnzacher Gemeindeoberhauptes Machold, in der bayerischen Schulpolitik „die Hauptschule zur Chefsache zu machen“, nahm der Ministerpräsident bereitwillig auf: „Ich möchte trotz sinkender Geburtenzahlen alles tun, um die wohnortnahen Grund- und Hauptschulen zu erhalten.“ Die Hauptschule sei keine „Restschule“ und müsse zu Mittelschule fortentwickelt werden, was keine Konkurrenz für die Realschule bedeute. Als Sohn eines Bauarbeiters forderte Seehofer, „die Tugenden der sozialen Marktwirtschaft wieder anzuwenden.“ Schon sein Vater hätte ein Prinzip gehabt: „Wenn es meinem Arbeitgeber gut geht, geht’s auch mir gut.“ Umso mehr brandmarkte Seehofer die „Raffgier“ verschiedener Manager und mahnte stattdessen mehr Verantwortung und Fairness gegenüber den Mitarbeitern an: „Wirtschaft und Ethik gehören zusammen!“ Die bayerische Staatsregierung unterstütze nicht allein die Großkonzerne, sondern fördere jährlich 10.000 klein- und mittelständische Firmen, die „das Rückgrat der bayerischen Volkswirtschaft“ seien, mit 1,7 Milliarden Euro. Auch die Landwirte würdigte der CSU-Vorsitzende als „die wahren Umwelt- und Tierschützer“, die sich für Subventionen „nicht zu entschuldigen“ bräuchten. Ein starker Bauernstand sei nötig, um bei der Nahrungsmittelversorgung nicht vom Ausland abhängig zu werden. Zum Abschluss seiner rund einstündigen Rede versicherte Horst Seehofer, weiterhin „Politik mit gesundem Menschenverstand“ zu machen und warb - ganz Wahlkämpfer - für seinen hiesigen Stimmkreis-Bundestagsabgeordneten Franz Obermeier: „Ein echter Freund, der seinen Weg geradeaus und ohne Intrigen geht.“

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