Wasserschutz durch Untersaaten im Hopfen

Viele Faktoren beeinflussen den Erfolg

Wasserschutzberater von Ecozept und Landwirte bei der Besichtigung gelungener Untersaaten. 

Kurz vor der anstehenden Hopfenernte trafen sich Hopfenbauern und Wasserschutzberater von Ecozept im Wassereinzugsgebiet Stocket des Zweckverbandes Wasserversorgung Hallertau, um sich über das diesjährige Ergebnis der Einsaaten im Hopfen auszutauschen. In Zeiten des Klimawandels spielt der Witterungsverlauf für alle landwirtschaftlichen Kulturen eine immer unberechenbarere Rolle, auch für die Einsaaten im Hopfen stellt er eine besondere Herausforderung dar.

Idealerweise können sich bei der Sommereinsaat die flach- und tiefwurzelnden Pflanzen der Untersaatmischung vor der Ernte noch gut entwickeln, bevor, je nach Hopfensorte, immer weniger Licht zwischen den Hopfenreihen zum Boden durchdringt. Wenn sich die Pflanzen rasch und kräftig entwickeln, schöpfen sie überschüssiges Nitrat ab, wodurch es nicht ins Grundwasser verlagert wird. Das Wurzelwerk der Pflanzen verbessert die Bodenstruktur, was zu einem besseren Speichervermögen der kostbaren Niederschläge beiträgt. Bei ihrer Rotte liefern die Pflanzenreste dann noch den Regenwürmern und Bodenorganismen wertvolle Nahrung. Auch wenn die Pflanzen dieses Jahr früh, schon ab Anfang Juni, ausgesät wurden und die Niederschläge für eine zügige Entwicklung der Pflanzen ausreichten, zeigte sich auf manchen Flächen doch ein teilweise unbefriedigendes Bild. 

Auf einem Hopfenfeld konnten die Teilnehmer sogar nur zwei der sechs angesäten Pflanzenarten finden. Einige wichtige, für die Tiefenlockerung zuständige Pflanzen in der Mischung, wie Ölrettich, Tiefenrettich und Rübsen, waren fast nicht mehr vorhanden. Mit eine Ursache kann der Erdfloh (ein Blattkäfer) sein, der dieses Jahr im Hopfen lokal stark aufgetreten ist und beispielsweise auch Ölrettich und Co schädigt. Zusätzlich besteht durch Pflanzen wie die Melde, die sehr gut mit der trockenen Witterung der letzten Jahre zurechtkommt, die Gefahr, dass diese die frisch gesäten Untersaaten überwächst. Gleichzeitig gab es auch Hopfengärten in denen die vollständige Untersaatmischung kräftig aufgewachsen war. Es wäre schade, wenn durch die beschriebenen Beeinträchtigungen die vielfältigen Vorteile der Sommeruntersaat nur noch eingeschränkt genutzt werden könnten. 

Die genannten Pflanzenarten haben sich in den letzten Jahren nach der Hopfenernte, wenn Licht und Wasser zur Verfügung stehen, noch sehr üppig entwickelt und so mit ihren Wurzeln den Boden verbessert, zum Humusaufbau beigetragen und Auswaschungen durch Erosion gemindert. Einige Hopfenbauern haben diese Vorteile der Frühsommeraussaat in den letzten Jahren genutzt, die Blühpflanzen dann aber im Spätherbst gemulcht und oberflächlich leicht eingearbeitet, ohne eine intensive Bodenbearbeitung durchzuführen. Nachfolgend haben sie dann breitflächig Roggen und Winterwicke eingesät. Diese wüchsigen Pflanzen liefern ihrerseits im Frühjahr viel organische Masse für die Bodenverbesserung, die im Hopfen dringend benötigt wird. Die Sommeraussaat sorgt so für die Durchwurzelung des Bodens zwischen den Bifängen, die Herbstaussaat dagegen liefert im Frühjahr zusätzlich viel organische Masse zum Humusaufbau und zum Erosionsschutz. Die Teilnehmer der Feldbegehung waren sich einig, dass die Kombination beider Maßnahmen, trotz mancher Hindernisse, der richtige Weg ist, um in der Monokultur Hopfen zum Wasserschutz beizutragen.

Quelle: freising-online

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