Was geschieht mit dem Gebäude?

Diskussion über Zukunft der Hopfenhalle

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Hopfenfest ohne Hopfenhalle? Die Diskussion um die Zukunft des markanten Gebäudes ist voll entbrannt. 

Die ehemalige Hopfenhalle in Au abreißen oder erhalten? Bürgermeister Karl Ecker konnte das Thema in der Bürgerversammlung natürlich nicht auslassen, vermied in seiner letzten Bürgerversammlung aber jede Festlegung. Nur eins steht für ihn fest: „Eine Entscheidung, wie weiter vorgegangen wird, kann auf Grund des Gebäudezustands nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden und muss jetzt zeitnah erfolgen.“ Im Klartext: Noch der alte Gemeinderat wird sich hier zusammenraufen und zu einer Entscheidung kommen müssen. Es ist laut Ecker ein „massives und markantes Gebäude“, zu dem jetzt die Untersuchungsergebnisse vorlägen. Wie bei allen Vorhaben dieser Art ist das Thema hochumstritten, sowohl in Rat als auch in der Bevölkerung.

Interessant: Laut „Denkmalnetz Bayern“ ist das 1889 errichtete Gebäude nicht in der Denkmalliste des Freistaats eingetragen, aber es gibt genügend Organisationen wie eben „Denkmalnetz“, die schon trommeln: „Hopfenhalle von Abriss bedroht“, und hier wird zur Rettung des Gebäudes unter anderem ausgeführt: „Als Zeugnis der wirtschaftlichen Bedeutung des regionalen Hopfenanbaus, der in der Hallertau bis in das frühe Mittelalter zurückreicht, setzt sich das Denkmalnetz für den Erhalt des Speicherbaus ein. Das Denkmalnetz regt darüberhinaus eine Prüfung der Denkmalwerte an. Ein Eintrag in die Bayerische Denkmalliste würde im Rahmen einer umfassenden Instandsetzung auch für die Kommune Fördermöglichkeiten eröffnen und die Suche nach einem künftigen Nutzungskonzept erleichtern.“ Genau das hat andernorts schon funktioniert. 

Da haben sich Bürger energisch an das Amt für Denkmalpflege gewandt und tatsächlich die Unter-Schutz-Stellung eines historischen Gebäudes durchsetzen können. Ecker blieb in der Bürgerversammlung vorsichtig. „Schwierig ist nicht nur der Erhalt dieses Gebäudes, sondern vor allem die spätere Nutzung, die nur zusammen mit einem Investor finanziell zu schultern ist.“ Genau das ist das Thema: Selbst wenn das Gebäude noch unter Denkmalschutz gestellt werden sollte hängt es oft genug an genau dieser Frage der Wirtschaftlichkeit einer Nutzung. Die Gemeinde als Eigentümer müsste ein Nutzungskonzept vorlegen, das wirtschaftlich darstellbar ist. Dieses wird sich nach aller Erfahrung an einer späteren öffentlichen Nutzung orientieren, denn dafür gibt es die höchsten Fördergelder. Vorgeführt wird genau diese Vorgehensweise aktuell im Kreis Erding, wo in der Gemeinde Berglern der „Kratzerwirt“ zum Thema wird. Der Architekt hat hier bereits ein Nutzungskonzept erdacht, wo die Gemeinde damit rechnen kann, dass die zuschussfähigen Kosten mit weit über 50 Prozent gefördert werden, aber eben nur, weil das Gebäude in der Denkmalliste eingetragen ist.

Quelle: freising-online

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