Kinder mit Visionen

Die Jakobsschleife nimmt Gestalt an

„Ihr habt es so toll gemacht“, war der gerade von einer Asienreise in seine Wahlheimat zurückgekehrte Starkomponist Sylvester Levay (2. v. l.) von den Ideen der Volkenschwander Grundschüler begeistert. Darüber freuten sich auch (v. r. n. l.) Kreisrätin Christa Popp, Schulreferent Andreas Kronthaler, Bürgermeister Albert Morasch und Schulleiter Hans Dasch.

Den neuen Lehrplan+ mit seiner Kompetenzorientierung haben die Volkenschwander Schüler und Lehrer ernst genommen und sich den Spielunternehmer und zertifizierten KESS-Experten aus Königsberg/Unterfranken, Michael Keim, für ein Lernfest eingeladen. Nach dem Bau der Jakobssäule im hiesigen Schulwald mit dem weltbekannten Künstler Ludwig Angerer der Ältere gingen die Klassen in den verschiedenen Jahrgängen und Disziplinen daran, die damaligen Pläne für eine „Hallertauer Jakobsschleife“ umzusetzen.

So wurde eine Route für die Pilger ausgesucht, die von der Jakobssäule in Volkenschwand über Neuhausen, Böham, Herrenau zur Jakobskirche in Leibersdorf und von dort über Wieden, Rainertshausen zur Obersüßbacher Jakobskirche und von dort über Traich, Iglthal wieder zur Jakobssäule zurückführt. Dann wurde klassen- und gruppenweise geplant, Entfernungen geschätzt und Vor- bzw. Nachteile von Alternativen abgewogen. Christine Linseisen hielt die Landschaften in wunderschönen Bildern fest, die den Charakter der sanften Hügel, der satten Waldformationen und der malerischen Ortschaften zur begehrten Wander- und Pilgerstrecke werden lässt. Schulleiter Hans Dasch, der Kinder, das Kollegium und die Ehrengäste willkommen hieß, stellte das Schulprojekt unter den Gesichtspunkt des neuen Lehrplans mit der Zielrichtung, handelnd und spielerisch Lernerfahrungen zu sammeln und so Lern- und Lebenskompetenzen zu erwerben. Gabi Ostermeier trug mit Gitarrenbegleitung ein von ihrem Vater, Konrad Stock, verfasstes Lied zur Entstehung von Jakobssäule und Jakobsweg vor. „Zehn von zehn Punkten“, war das begeisterte Urteil vom Komponisten Sylvester Levay. Inmitten von etwa 1000 Bauklötzen, die die Kids mit Hilfe von Michael Keim zum riesigen Wallfahrtsweg nach dem Leitspruch „Spielen bringt Menschen zusammen und formt die Zukunft“ formten, entstanden Wege, Kirchen, Gasthäuser, Landschaften und Ortschaften. Die Erstklässler errichteten Türme, die sowohl Rastplätze als auch wichtige Wegweiser darstellen konnten. Unter Anleitung von Lehrerin Sabine Großmann und Konrektorin Anita Mirlach testeten deren kleine Schützlinge lehrplangetreu die Standfestigkeit der Zeichen, die abhängig war von Grundlage, Höhe und Baumaterial. Die zweite Klasse unter der Leitung von Katharina Hainzinger betonte die Wichtigkeit einer lockeren, aber wasserdichten Kleidung für die Pilger. Es sollten aber auch die Grundsätze für eine gute Ernährung und planvolle Bewegung eingehalten werden. Damit den Wanderern am Rastplatz nicht langweilig wurde, hatte sie sogar Spiele und Entspannungsvorschläge parat. Auf den Sinn des Wallfahrens gingen die Drittklässler unter der Leitung von Stefanie Friedl ein. Pilgern bedeutet ja auch, durch Bewegung und Konzentration zum Beten und damit zur Kraft Gottes zu finden. Zudem stellten sie die Besonderheit der Hallertauer Jakobsmuschel vor, die sich gut als Stempel fürs Pilgerbuch verwenden ließe. Auch den Lebensweg des Hl. Jakobus und die Strecke des Hauptweges zur Kathedrale nach Santiago de Compostella wurden skizziert. Beispielhaft hatten Viertklässler die Inhaberin des Dorfkramerladens von Volkenschwand interviewt, die sich gerne als Stempel-Ausgabestelle für Volkenschwand zur Verfügung stellen würde. Von der vierten Klasse, die den Gesamtweg erklärte, wurde auch die Finanzierungsmöglichkeit aus Rücklagen aus dem gemeindlichen Vermögenshaushalt und Zuschüssen aus dem Leader+ Programm der EU erklärt. Diese Möglichkeit hatte die Geschäftsführerin der Gesundheitsakademie, Marianne Dasch, mit dem Koordinator für diese Mittel auf Kreisebene, Klaus Amann, für beide Gemeinden abgestimmt. Bürgermeister Albert Morasch zeigte sich hocherfreut über das Können und die Freude der Kinder. Er sagte zu, den Räten bei nächster Gelegenheit, das Projekt - gemeinsam mit Schulreferenten Andreas Kronthaler - vorzustellen. Ebenso spontan freute sich Kreisrätin Christa Popp über die sehr gelungene Vorstellung, die dazu reize, die Hallertauer Jakobsschleife mit einem Laaber Wander- und Radweg über Pfeffenhausen nach Rottenburg zu erweitern. Die Kelheimer Kreisrätin und Elternbeiratsvorsitzende Petra Högl, die das großartige Engagement der Kinder und Lehrerschaft sehr lobte, brachte zusätzliche Mittel aus einem neuen Tourismusprogramm für Wanderwege ins Spiel. Ebenso begeistert zeigte sich Sylvester Levay, der frisch aus Asien zurückgekehrt ist: „Ihr habt es so toll gemacht! Ich hätte viel dafür gegeben, in meiner Schulzeit ebenso spielerisch lernen zu können.“ Schulleiter Hans Dasch, der allen Mitwirkenden und Ehrengästen sehr herzlich dankte, betonte abschließend den Wert von Visionen für die Schulkinder: „Ohne Phantasie und Vorstellungskraft gibt es keine Zukunft.“ Das Holledauer Lied „Als Gott vor vielen Jahren erschaffen hat die Welt“ - intoniert von Stefanie Friedl - bildete den schönen Abschluss eines grandiosen Lernfestes.

Quelle: freising-online

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