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"Mehr Lust am Gestalten"

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Vor der konstituierenden Sitzung stellen sich Bürgermeister Josef Reiser (vorne Mitte) und die Stadtratsmitglieder dem Fotografen. © Hofer

Bei seinen einführenden Worten in die konstituierende Sitzung des Stadtrats bat Bürgermeister Reiser das Ratsgremium sich wieder bewusst werden lassen, was von den Räten erwartet werde, sowohl vom Gesetzgeber als auch vom Bürger.

Sehr anschaulich formuliere das der Amtseid der Senatoren der Freien und Hansestadt Lübeck Mitte des 19. Jahrhunderts, so Reiser und zitierte aus den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann: „Ich will meinem Amt gewissenhaft vorstehen, das Wohl der Stadt nach all meinen Kräften erstreben, die Verfassung der selben getreu befolgen, das öffentliche Gut redlich verwalten und bei meiner Amtsführung weder auf eigenen Vorteil noch auf Verwandtschaft und Freundschaft Rücksicht nehmen. Ich will Gerechtigkeit üben gegenüber jedermann sei er reich oder arm." Mit dieser Verpflichtung vor Augen sollte der Stadtrat sein Amt mehr als Würde, denn als Bürde sehen, weniger als Last, vielmehr als Lust am Gestalten. Der Bürgermeister forderte das Ratsgremium auf, die ganze persönliche Kraft und den Ideenreichtum des Kollegialorgans für die Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Familien und Senioren zu verwenden. „Haben wir ein wachsames Auge auf die Notwendigkeiten, Bedürfnisse und Anliegen der Kinder-, Jugend- und Sozialeinrichtungen, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Kultur- und Heimatpflege, des Sports und der Freizeit, des gesellschaftlichen Lebens und der kommunalen Einrichtungen und haben wir immer ein offenes Ohr für die Belange der ehrenamtlich Tätigen.“ Und noch eine Bitte lag Reiser besonders am Herzen. Bei den interfraktionellen Vorbesprechungen zur konstituierenden Sitzung sei aus dem Kreis der Vertreter der Stadtratsgruppierungen die Anregung gekommen, der Stadtrat solle sich wieder mehr Selbstdisziplin auferlegen und wieder besser zuhören. Er rief einen Ratschlag des im Januar verstorbenen langjährigen Stadtratsmitglieds und Medaillenträgers, Dr. Dietger Haid, in Erinnerung. „Sinn einer Debatte ist es, nicht nur die eigene Meinung darzustellen, sondern auch die Gedanken der anderen zumindest auf- und wahrzunehmen und zu werten. Nur dies kann zu einem sinnvollen Ergebnis führen.“

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