Neue Kraft geschöpft

Vhs Mainburg: Erste Versuche mit Online-Kursen

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Claudia Matuschzyk (Bildmitte) hätte gern wieder ein volles Haus in Au wie hier. Damit muss sie sich aber wohl noch gedulden.

Die Volkshochschule in Mainburg hat einen Weg gefunden, aus der aktuellen Krise sogar neue Kraft zu schöpfen, neue Kundenkreise zu erschließen, und zumindest in Ansätzen einen Schritt in die Zukunft zu tun.

Weil in der aktuellen Situation der Präsenzunterricht in den Volkshochschulen ruhen muss, gibt es erste Versuche mit Online-Angeboten. Dabei fangen die Sport-Kurse ab. Yogaübungen auf einem YouTube Kanal sind der erste Anfang.

Matthias Bendl, Geschäftsführer der Volkshochschule  in Mainburg, machte aber in einem Gespräch deutlich, dass das den Präsenz-Unterricht nicht ersetzen kann. Bestenfalls eine Ergänzung zum bestehenden Angebot, auch für jene, die vielleicht abends im Winter bei schlechtem Wetter nicht mehr so gerne aus dem Haus möchten, seien diese neuen technischen Möglichkeiten, die zu dem für eine ganze Reihe von möglichen Kursteilnehmern auch gar nicht zur Verfügung stehen. Erfahrungsgemäß setzen diese nämlich nicht nur die technischen Geräte, sondern auch einen leistungsfähigen Internet-Anschluss voraus, der eben noch nicht überall gegeben ist. Dazu kommt das für diese Online-Angebote natürlich auch ein neues Bezahl-System entwickelt werden muss, denn die Volkshochschule muss ja auch eigene Einnahmen generieren können. Alles das steckt noch in den Kinderschuhen, aber die aktuelle Krise hat dazu geführt, dass das Nachdenken über diese Möglichkeiten massiv beschleunigt worden ist.

Eine große Hilfe ist dabei der bayerische Volkshochschulverband, der verschiedene Plattformen hierfür bereits entwickelt, aber eben auch noch nicht zur „Serienreife“ hat gelangen können. Dazu hat die Zeit einfach nicht gereicht, dazu kam die aktuelle Krise zu plötzlich. Matthias Bendl aber gibt sich optimistisch und geht davon aus, dass etliches von dem, was jetzt aus der Not heraus geboren wird zukunftsfähig sein könnte. An dieser Entwicklung können aber die kleinen Volkshochschulen wie etwa in Au nicht so gut teilhaben. Ihnen fehlt nicht nur die technische Ausrüstung, wie die Mainburger sie mit einem provisorisch eingerichteten regelrechten Streaming-Studio haben.

Claudia Matuschzyk konnte aber ebenfalls auf Nachfrage berichten, dass eine hoch engagierte Dozentin beginne mit genau diesen Möglichkeiten zu experimentieren. Das tue sie im Bereich der Schüler-Hilfe, was natürlich genau die Zielgruppe sei, die für diese Möglichkeiten empfänglicher sei als jene Generation, die gemeinhin als nicht gerade Internet-affin gilt, obwohl es auch hier spannende Ausnahmen gibt. Den Volkshochschulen ist gemeinsam, dass ein erheblicher Teil des Publikums den Präsenzunterricht nicht nur als Möglichkeit zum Lernen schätzen, sondern eben auch als soziale Kontakte. Genau diese will keiner der Verantwortlichen aus dem Blick verlieren.

Quelle: freising-online

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