Mainburg ist gerüstet - aber:

Es ist viel mehr Impfstoff notwendig!

Eine Gruppe von vier Männern mit Maske.
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Während in vier der acht Impfkabinen bereits immunisiert wurde, nützten Mainburgs Bürgermeister Helmut Fichtner (l.) und Landrat Martin Neumeyer (r.) die Gelegenheit, das Impfzentrum am Griesplatz vorzustellen.

Ausgerechnet am vergangenen Montag folgte die Bundesregierung der Empfehlung des Paul Ehrlich-Instituts und setzte Impfungen mit dem Astra Zeneca-Stoff aus.

Ausgerechnet am Montag - denn vorgestern wurde in der Stadthalle Mainburg das Impfzentrum eröffnet. Und auch direkt mit der Immunisierung begonnen, allein: Es könnte noch viel mehr verimpft werden, wenn denn nur Impfstoff da wäre. Mehr als 100 Impflinge können in der flugs umgestalteten Halle täglich nicht immunisiert werden, wie der Impfbeauftragte im Landratsamt Kelheim Karl-Heinz Brunner erklärte. Mehr Impfstoff ist nicht verfügbar, und durch die Aussetzung dürfte sich die Lage nicht grade verbessern. Stadt und Landkreis haben ganze Arbeit geleistet am Griesplatz in Mainburg: Registrierung, Vorwartebereich, acht Impfkabinen ein und Nachwartebereich entzerren die Prozedur auf sichere Art.

„Wählerisch kann jetzt gar keiner mehr sein!“

Landrat Martin Neumeyer

Landrat Martin Neumeyer zeigte sich zufrieden und appellierte an die Impfwilligkeit in der Bevölkerung: „98 Prozent der Geimpften sind zufrieden, auch wenn sie sich den Impfstoff nicht aussuchen können.“ Wählerisch kann jetzt sogar gar keiner mehr sein - von den acht zur Verfügung stehenden Kabinen waren mangels Serum sogar nur vier in Betrieb. 

Impfbus ist seit Anfang der Woche im Einsatz

Der Landkreis Kelheim setzt seit dieser Woche einen Impfbus ein, um die Impfkapazitäten und das Angebot einer wohnortnahen Möglichkeit zur Impfung gegen Covid-19 zu steigern. Der Bus liefert für die Impfung zwingend benötigtes Material an feste Standorte. Pro Tag werden – je nach Verfügbarkeit von Impfstoff – 100 Impfungen möglich sein, die durch die mobilen Teams der AicherGroup durchgeführt werden. Die Impfungen finden schließlich in Gebäuden statt, zum Beispiel in Schulen oder Vereinsheimen. Zunächst sind zwei Durchläufe von März bis Juni, jeweils für Erst- und Zweitimpfungen, geplant. Das Fahrzeug fährt alle Städte und Gemeinden des Landkreises Kelheim an – ausgenommen sind Abensberg, Kelheim und Mainburg.

Im letzteren Fall wurde dies überflüssig, weil die Hopfenstadt ebenfalls seit vergangenem Montag ein eigenes Impfzentrum hat: Die Stadthalle wurde ebenso schnell wie aufwändig umgebaut und beherbergt und wird jetzt von der Verwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt. Landrat Martin Neumeyer und Mainburgs Stadtchef haben da Impfzentrum am Montag vorgestellt und eröffnet. Da wurde allerdings im Hintergrund bereits geimpft, was geht. Die Nachfrage in der Bevölkerung ist groß, sie kann aber nicht vollends befriedigt werden, denn mehr als 100 Impfungen konnten am Eröffnungstag nicht durchgeführt werden. Der Impfstoff fehlt, und als im Laufe des Tages auch noch Astra Zeneca ausgesetzt wurde, hat sich die Lage nicht gerade verbessert.

Update vom 17. März:

Das Bundesgesundheitsministerium bzw. das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informierte gestern nachmittag über die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca. Begründet wurde dies mit in Deutschland und Europa aufgetretenen schwerwiegenden thrombotischen Ereignissen. Die Daten, so das PEI, würden von der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) weiter analysiert und bewertet. Bis zum Abschluss der Bewertung durch die EMA würden die Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca in Deutschland daher ausgesetzt. Diese Entscheidung betreffe sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen. Das PEI weist weiter darauf hin, dass Personen, die den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen – zum Beispiel mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen – sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollen.

Am Impfzentrum in Kelheim und in der Außenstelle Mainburg werden bisher vereinbarte Termine für Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca nicht stattfinden. Die hiervon betroffenen Personen werden umgehend vom Callcenter des Impfzentrums Kelheim benachrichtigt. Ca. 1.500 Termine (bis einschließlich 19.03.2021) sind davon betroffen.

Verfügbarer Impfstoff von Biontech/Pfizer wird weiterhin am Impfzentrum in Kelheim und in der Außenstelle Mainburg schnellstmöglich verimpft (am Impfzentrum Kelheim wird auch der Impfstoff von Moderna verimpft).

Die Impfungen im Zusammenhang mit dem Impfbus vor Ort in den Gemeinden finden weiterhin statt (täglich 100 Impfungen), hier kommt Impfstoff von Biontech/Pfizer zum Einsatz.

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