Mainburg steuert schnurstracks auf Titelkurs

Gegen die „langen Kerls“ im Mainburger Mittelblock (dunkle Trikots) gab es für Burghausen kaum ein Durchkommen. Foto: ma

(ma)

· Dramatik, Spannung und Emotionen wie sie an einem Handball-Nachmittag schöner nicht sein könnten. Mainburgs Handballherren schossen ihren direkten Verfolger SV Wacker Burghausen mit 25:17 förmlich aus der Halle und ernteten dafür in der bis auf den letzten Platz gefüllten Mittelschulhalle stehende Ovationen. Die TSV’ler konnten mit diesem Erfolg ihren „Platz an der Sonne“ weiter ausbauen, bleiben damit weiter Tabellenführer der Bezirksoberliga Altbayern und wahrten die Chance auf den Aufstieg in die Landesliga. „Super!“, „Wahnsinn!“, „einfach riesig!“, das waren unisono die Stimmen, die man von den begeisterten Mainburger Anhängern direkt im Anschluss an die Begegnung zu hören bekam. Diese Superlative bezogen sich sowohl auf die Leistung der Hallertauer als auch auf fantastische Stimmung in der Halle. Die ersten zehn Minuten waren beiderseitig geprägt von großer Nervosität und Respekt vor dem Gegner. Beide Mannschaften waren sich darüber im Klaren, dass nur der Gewinner der Partie sich weiterhin Hoffnungen in Richtung Landesliga machen kann. Entsprechend vorsichtig verliefen die ersten zehn Spielminuten. Keinem der beiden Teams gelang es, die sich bietenden Chancen in Tore umzumünzen und der Spielstand von gerade mal 1:1 in der 10. Minute spricht Bände. Den Gästen aus Burghausen gelang es als erste, die Nervosität zumindest halbwegs abzulegen und in ihren gewohnt schnellen Rhythmus zu finden. So war es nicht weiter verwunderlich, dass es bereits zwei Minuten später 4:2 für die Gäste stand. In dieser Phase kassierte Tutze Hadzidulbic nach einer harten Abwehraktion Rot und Trainer Ralf Forster musste aufgrund des Ausschlusses sein Team komplett umformieren. Wer nun erwartet hatte, dass dies den Spielfluss der Hausherren lähmen würde, der sah sich getäuscht. Das genaue Gegenteil war der Fall! Jetzt endlich, angetrieben von Daniel Thoma, Lukas Klaus und den etwa 500 Fans auf den Rängen, nahmen die Mainburger das Heft in die Hand und machten aus einem 2-Tore-Rückstand einen 4-Tore Vorsprung. Allerdings gewann die Partie nun nicht nur an Spielwitz und Kampfgeist, auch die Härte nahm zu. So musste Lukas Klaus wenige Minuten vor Ende der ersten Hälfte eine Platzwunde im Gesicht ärztlich versorgen lassen und somit war auch dessen weiterer Einsatz fraglich. Dem Siegeswillen der Hallertauer tat jedoch auch das erst mal keinen Abbruch und so verabschiedete man sich mit dem Pausenpfiff der gut leitenden Unparteiischen Kaiser und Lutz vom TSV Schleißheim mit 9:5 in die Kabinen. Mit dem Wiederanpfiff gab die Forster-Truppe dann so richtig Gas und konnte den Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Über 12:6 und 14:7 bis auf 18:10 ließen sich die Hausherren das Zepter nicht aus der Hand nehmen und setzten sich immer weiter ab. Die Salzachstädter versuchten nun, den Mainburger Angriff mit einer offensiven 4:2-Deckung besser in den Griff zu bekommen. Zum Teil nahmen sie Klaus, der sich von seiner Platzwunde nicht aufhalten lassen wollte, oder Dyk oder Thoma komplett aus dem Spiel. Die Hallertauer ließen sich jedoch von dieser taktische Maßnahme nur nur wenig bis gar nicht beeindrucken und setzten im Angriff weiter Akzente. Durch die nun offenere Deckungsvariante der Gäste konnte Marius May am Kreis immer wieder gekonnt in Szene gesetzt werden und der Mainburger Youngster wusste seine Chancen zu nutzen. Insgesamt vier Tore gingen auf sein Konto. Auch die Abwehr stand, wie schon in der ersten Hälfte, wie aus Beton gegossen und wenn es den Gästen nicht gelang, schnelle Konter zu laufen und somit noch das ein oder andere Tor zu erzielen, dann versandeten die Bemühungen der Salzachstädter, denen zu diesem Zeitpunkt bereits merklich die Ideen ausgegangen waren. Denn kamen sie wirklich mal durch das Mainburger Bollwerk, stand da ja immer noch „Hexer“ Marek Slouf zwischen den Pfosten! Die TSV-Fans mussten also zu keinem Zeitpunkt ernsthaft bangen. Allerdings muss man den Gästen wirklich zugute halten, dass sie nie aufhörten zu kämpfen. Sowohl im Angriff als auch in der Defensive wurde bis zu letzten Minute gefightet. Der TSV Mainburg hatte jedoch bei weitem das glücklichere Händchen und konnte so eine packende Samstag-Abend-Vorstellung mit 25:17 für sich entscheiden und erntete minutenlange stehende Ovationen seiner begeisterten Fans. Diese Begeisterung gipfelte dann in Jubel, als die Mannschaft zu den Anhängern auf die Trubüne kam und sich dort noch eine Weile feiern ließ. „Das war Werbung pur für unseren Sport!“, schwärmte Handball-Chef Sommerer. „So eine Stimmung habe ich in dieser Halle noch nie erlebt! Das war einfach der Hammer. Die Jungs haben eine klasse Leistung abgeliefert und mit solchen Fans im Rücken. Da weiß ich echt nicht, was ich noch sagen soll. Phantastisch!“ Der TSV Mainburg spielte mit (Tore/davon Siebenmeter): Patrik Scholz (Tor), Marek Slouf (Tor); Johannes Ettenhuber, Daniel Englbrecht, Dominik Thoma, Semir Hadzidulbic, Lukas Klaus (6/3), Franz Fellner (4), Marius May (4), Andreas Stephan (3), Daniel Thoma (4), Jindrich Dyk (4), Markus Ernstberger.

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