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Das Ende einer Ära

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Die ausscheidenden Abteilungsleiter haben unter drei Bürgermeister gedient. Von links nach rechts: Altbürgermeister Josef Egger, Geschäftsleiter Georg Harrieder, Stadtbaumeister Sebastian Ecker, Altbürgermeister Sebastian Kirzinger und Bürgermeister Josef Reiser.

Im Rahmen der feierlichen Jahresabschlusssitzung des Stadtrats wurden zwei langjährige Wegbegleiter des Gremiums in den Ruhestand verabschiedet – Geschäftsleiter Georg Harrieder und Stadtbaumeister Sebastian Ecker. Bürgermeister Josef Reiser hob in sehr persönlichen Ansprachen die Verdienste der beiden Abteilungsleiter der Stadtverwaltung hervor.

An den scheidenden Stadtbaumeister gewandt, äußerte er: „Wohin man blickt in Mainburg, im Zentrum oder an der Peripherie, in der Kernstadt oder den Ortsteilen, in den Baugebieten und den Gewerbeansiedlungen, vieles trägt die Handschrift von Sebastian Ecker, vieles geht auf seine Initiative zurück, entstand während der letzten drei Jahrzehnte unter seiner Ägide.“ In weit mehr als 800 Sitzungen des Stadtrats und des Bau- und Umweltausschusses habe er die Gremien beraten und mit seinem Sachverstand und seiner reichen Berufserfahrung einen wesentlichen Teil zum Entstehen und Gelingen ungezählter vorausschauender und zukunftsweisender Vorhaben beigetragen.

„34 Jahre Dienstzeit sind annähernd sechs Wahlperioden, ein Geschichtsabschnitt in einer Kommune. Stadtrat und Bevölkerung durften sich glücklich schätzen, einen derart versierten und verlässlichen Stadtbaumeister und seit 2000 außerdem noch Technischen Vorstand des Stadtunternehmens zu haben, der seit 2008 zusätzlich als Geschäftsleiter der Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft GmbH in verantwortlicher Position fungierte“, so Bürgermeister Reiser. Sebastian Ecker gab sich in seinen Dankesworten bescheiden. „Ob ich in meiner 34jährigen Tätigkeit unsere Stadt wirtlicher gemacht habe, überlasse ich Ihnen zu beurteilen. Ich kann nur sagen: Ich war gerne Stadtbaumeister. Ich wollte immer in der Stadtplanung tätig sein. Mit der Anstellung bei der Stadt Mainburg als 30-jähriger hatte ich mein Ziel erreicht.“ Rechnet man beim scheidenden Geschäftsleiter Georg Harrieder seine Amtszeit als Stadtratsmitglied von 1978 bis 1987 hinzu, so war er seit nach der Gebietsreform insgesamt über 37 Jahre an der Mitgestaltung kommunalpolitischer Entscheidungen beteiligt, was Bürgermeister Reiser in seiner Laudatio besonders hervorhob: „Die Rathausverwaltung und der Stadtrat waren 1987 hervorragend beraten, Dich als neuen geschäftsleitenden Beamten zur Seite gestellt zu bekommen. Mit wahrem Verstand, sorgfältig abwägend und der Transparenz in Deiner Arbeitsweise, stets aber dem Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl vor Augen, hast Du Deine Pflichten erkannt und erfüllt. Gleichwohl der politische Spielplan verschiedene Ziele und Richtungen vorsah, hast du jeglichen kommunalpolitischen Geltungsdrang vermieden und gebotene Mäßigung und Zurückhaltung bei politischer Betätigung bewahrt.“ Pflichterfüllung gegenüber der Verwaltung und der Damen und Herren des Stadtrates seien für Georg Harrieder eine Selbstverständlichkeit gewesen. Das Stadtoberhaupt wörtlich: „Wahrscheinlich und auch gerade deshalb warst Du in all den Jahren ein gern gehörter, vielfach aufgesuchter und unabhängiger Berater in breitgefächerten Rechtsbereichen und kommunalpolitischen Belangen. Und dies nicht nur für die Mitglieder des Stadtrates, sondern auch für Mitarbeiter und Bürger.“ Reiser bescheinigte dem scheidenden Geschäftsleiter er habe das „Dienst- und Treueverhältnis“ wie es das Beamtenrecht vorschreibt, pflichtbewusst und gewissenhaft umgesetzt, ja gelebt. „Selten, dass Person und Amt so passgenau zur Deckung kommen.“ Georg Harrieder hob in seinen Dankesworten hervor, dass ihm vier Dinge in seinem Berufsleben besonders wichtig waren: „Ich versuchte stets politisch neutral und gerecht zu sein. Ich war gegenüber meinen Vorgesetzten nie ein bequemer Ja-Sager, stand aber immer loyal zu den Bürgermeistern und zum Stadtrat. Und schließlich machte ich mir die Lieblingstugend des Mitte des Jahres verstorbenen großen Übersetzers, Vorlesers und Autoren Harry Rohwohlt zur Maxime: „Sagen, was man denkt. Und vorher was gedacht haben.“

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