Neuer Polizeichef auf Zeit

Main

burg (ma) – Grün war vor Wochenfrist die dominierende Farbe im Mainburger Sparkassensaal. Dort nämlich lud Polizeipräsident Josef Rückl unter Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Vertreter von Politik, Polizei und Hilfsorganisationen, darunter Landrat Dr. Hubert Faltermeier, die Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer, Martin Neumeyer und Andreas Fischer sowie die Bürgermeister der zwölf Gemeinden im Inspektionsbereich mit Mainburgs Stadtoberhaupt Josef Reiser an der Spitze, als Chef des neu geschaffenen Polizeipräsidiums Niederbayern zum Festakt ein. Der Anlass dazu war angemessen: Erster Polizeihauptkommissar Werner Günther, der sieben Jahre die Polizeiinspektion Mainburg leitete, ging mit dem Erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren in den Ruhestand. Als sein „Nachfolger auf Zeit“ wurde der 39jährige Polizeihauptkommissar Thomas Pfeffer vorgestellt. Der gebürtige Münchner und dreifache Vater (zwei Töchter, ein Sohn) wird bis zum 31. Januar 2010 Chef der Mainburger Dienststelle sein und soll damit „in einer herausgehobenen Führungsaufgabe erprobt werden, was Voraussetzung für einen Aufstieg in die Laufbahn des höheren Dienstes ist“, wie Polizeipräsident Rückl erläuterte. In seiner Antrittsrede betonte der „Neue“, dass er im Gegensatz zu seinem Namen „keineswegs als scharfer Polizist“ gelten wolle und für ihn die menschliche Komponente der Polizeiarbeit im Vordergrund stehe. Dies gelte sowohl im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern - die PI Mainburg ist für ein Gebiet mit knapp 34.000 Einwohnern sowie zusätzlich für 50 Autobahnkilometer der A 93 zuständig - als auch mit den zurzeit 46 Beamtinnen und Beamten der Mainburger Dienststelle. Lob und Wertschätzung von allen Seiten erfuhr bei dem Festakt der scheidende Mainburger Inspektionsleiter Werner Günther. Unter Günthers Amtszeit sei, so Polizeipräsident Rückl, eine über dem Landesschnitt liegende Aufklärungsquote erreicht worden. Rückl zeichnete den beruflichen Werdegang des künftigen Ruheständlers nach, der vor allem auf die polizeiliche Präventionsarbeit, die Verkehrserziehung und die Sicherheit seiner Kollegen großen Wert gelegt habe. „Sie waren ein ausgeglichener Dienstellenleiter, der seine Aufgabe mit manchmal unkonventionellen Methoden, Beharrlichkeit und fachlichem Können meisterte“, bescheinigte Josef Rückl. Dank und Anerkennung sagten an Werner Günther ebenso die weiteren Laudatoren Bürgermeister Josef Reiser, Landrat Hubert Faltermeier, Personalrat August Janker und der stellvertretende Mainburger Inspektionsleiter Helmut Maier, der die Gäste in der Hopfenstadt begrüßt hatte. Das Mainburger Stadtoberhaupt Josef Reiser brachte es dabei auf den Punkt: „Sie waren ein Polizist mit Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl, ein echter Freund und Helfer eben.“ Auch an sinnigen Präsenten der Laudatoren fehlte es nicht. Im Ruhestand wird sich Werner Günther nun verstärkt seiner Modellseisenbahn, seinem Garten und vor allem seinen geliebten Enkelinnen widmen können - und natürlich seiner Ehefrau, die vom Polizeipräsidenten ebenso einen Blumenstrauß überreicht bekam wie die Gattin des künftigen Mainburger Polizeichefs, Iris Pfeffer. Fast ein wenig verlegen darob der vielen ehrenden Worte wirkte Werner Günther bei seiner Abschiedsrede. Er erinnerte an seine beruflichen Anfänge vor 40 Jahren, die ihn als frisch gebackenen Abiturienten direkt zur Bereitschaftspolizei führten. „Das war damals eine Art paramilitärische Organisation“, konnte sich Günther noch lebhaft an Geländeübungen und formalem Drill erinnern. Als Polizeischüler schwor sich Günther damals: „Sollte ich einmal bei der Polizei eine Führungsrolle bekommen, werde ich darin immer den Menschen sehen.“ Mit dieser Philosophie sei er während seiner gesamten beruflichen Laufbahn immer gut gefahren, bekannte Günther. Zum Abschied gabs aber auch kritische Untertöne vom scheidenden Mainburger Polizeichef: „Die jüngste Polizeireform schwächte die Basisdienststellen. Die bayerische Polizei hat heute genauso viele Beamte wie vor 20 Jahren, bei zwei Millionen mehr Einwohnern. Auch die Mainburger Dienststelle ist an der Grenze der Belastung angelangt“, forderte der „Fast-Pensionist“ die Politik auf, „die Personalmisere in Mainburg zu beenden.“

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