Oestreich: „Eine gute Vorbereitung ist alles“

Geschlaucht, aber zufrieden: Wenn die Rennfahrer der Bayern-Radrundfahrt in diesen Tagen durch den Freistaat rasen, hat der Wahl-Hallertauer Walter Oestreich (68) aus Rottenburg a.d. Laaber als Streckenchef den Hauptteil seiner Arbeit bereits gemacht. Foto: ma

Streckenplanung dauert rund ein Jahr

Dann allerdings hat einer seine ganz persönlichen viereinhalb Rundfahrten durch Bayern schon hinter sich: Walter Oestreich ist der Streckenchef der Bayern- Rundfahrt. Seit dem Sommer hat der seit vielen Jahrzehnten in Rottenburg a.d. Laaber lebende Wahl-Hallertauer an der Planung der Etappen gefeilt - und sie dabei nicht nur virtuell, sondern auch ganz real mehrfach unter die Räder genommen. Letztmalig vor der Rundfahrt war der 68-Jährige in der vergangenen Woche unterwegs, um gemeinsam mit der Polizei eine letzte Kontrolle vorzunehmen. „Dabei geht‘s vor allem darum zu checken, ob es irgendwo noch neue Baustellen gibt oder andere Änderungen und natürlich, ob die Angaben im so genannten ,Tourbuch‘ auch wirklich stimmen“, erklärt Oestreich. Darin werden alle Informationen zur Strecke und zu Besonderheiten der Etappe genauestens aufgeschrieben. Gleichzeitig inspizieren auch die Verantwortlichen des Mobilen Einsatzkommandos der Polizei nochmals den Kurs, um während der Bayern-Rundfahrt keine Überraschungen zu erleben und auch den Sicherungsplan ein letztes Mal mit der Realität zu vergleichen. „Bis jetzt hat aber alles gepasst“, sagt Oestreich, der ganz genau 797 Kilometer Strecke mit 677 Hinweisen oder Wegpunkten im so genannten „Tourbuch“ der Rundfahrt erfasst hat. Dazu gehören Abzweige, Ortseingänge oder potentielle Gefahrenpunkte, wie zum Beispiel Engpässe oder Kreisverkehre, ebenso wie die Sprint- und Bergwertungen. Der Computer hilft beim „Tourbuch“ Bei der Vorbereitung der Bayern- Rundfahrt werden die Etappen zunächst auf der Landkarte geplant - inzwischen natürlich direkt auf dem Computer. „Das hat den Vorteil, dass man die verschiedenen Streckenvarianten auch gleich vermessen kann“, erklärt Oestreich. Bei der zweiten Runde der Streckenplanung geht‘s für den Streckenchef dann mit Rundfahrtleiter Ewald Strohmeier und den Verantwortlichen der Polizei bereits erstmals auf die Straße. „Da geht es dann um die Abstimmung, was möglich ist und was nicht und welche regionalen verkehrstechnischen Besonderheiten wir zum Beispiel zu beachten haben. Außerdem gibt es von den Verantwortlichen vor Ort oft noch sehr hilfreiche Tipps und Ideen“, so Oestreich. „Sind gut vorbereitet, die Strecke passt“ Danach beginnt die Detailarbeit, für die höchstens Teilabschnitte nach Änderungen nochmals neu besichtigt werden müssen. Die erste gesamte Streckenabfahrt mit einer größeren Mannschaft und gleichzeitig erste Abnahme der fertigen Strecke erfolgt dann während der so genannten „Orga-Tour“ im März, bei der es auch in den Städten und Gemeinden um letzte Absprachen geht, bevor die Endabnahme zwei Wochen vor dem Start der Rundfahrt wieder im kleinen Kreis erfolgt. Oestreich ist mit der Vorarbeit zufrieden. „Wir sind gut vorbereitet, die Strecke passt“, so der Routenplaner der Bayern Rundfahrt. „Plan B“ für den Fall des Falles Einen „Plan B“ hat er trotzdem noch in der Tasche, um wirklich für fast alle Unwägbarkeiten gewappnet zu sein. „Eigentlich dürfte zwar keine plötzliche Baustelle mehr auftauchen, wir sind mit allen Beteiligten im Kontakt“, so Oestreich, „aber man weiß ja nie.“ In der Regel ist für den Mann aus Rottenburg an der Laaber dann seine jeweils fünfte Bayern-Rundfahrt die entspannteste. Wenn die Profis auf Etappenjagd gehen, hat er den größten Teil seiner Arbeit auf jeden Fall gemacht. Ganz Feierabend hat er aber auch in der letzten Mai-Woche während der Rundfahrt nicht, denn als Streckenchef ist er auch für die Beschilderung der Etappen zuständig.

Auch interessant:

Kommentare