Protest gegen die Küken

„So was ist nicht ‘bio’. Nutztiere sind nicht so zu halten. Solche Betriebe machen doch die Bauern kaputt. Für meine Pferdepension ist dieses Vorhaben existenzbedrohend. Und die vielen Unterschriften dagegen, die wir sammeln konnten, beweisen, dass die Mehrheit der Bevölkerung so eine Anlage auf keinen Fall in Au haben will.“

Mit

13:7 Stimmen hat der Marktrat Au/Hallertau dem Bauantrag für eine Anlage zur Aufzucht von Bio-Junghennen nahe Rohregg unter einigen Auflagen stattgegeben. Die Bevölkerung in Au macht mobil, hat bereits mehrere Unterschriftenlisten gegen diese Maßnahme im Rathaus abgegeben. Die Marktgemeinde Au/Hallertau ist aktuell mehr ale gespalten. In direkter Nachbarschaft des Guts Rohregg soll eine Anlage zur Aufzucht von Bio-Junghennen entstehen. Die Gesamtmaße des unter Auflagen vom Rathaus Au bereits genehmigten Baus betragen rund 250 Meter in der Länge, gut 20 Meter breit. Die Bevölkerung geht auf die Barrikaden, fürchtet neben Bedenken des Tierschutzes wegen um die weitgehend naturbelassene Gegend kurz hinter Au Richtung Rudertshausen. „Wenn der Bauherr dies schon unbedingt durchsetzen muss, dann soll er’s doch bei sich machen. Dann hat er den Dreck und den Gestank“, sagt etwa die direkt benachbarte Gestüts-Inhaberin Margarete Reuschlein, die neben Natur- und Tierschutz-auch rein existenzielle Bedenken plagen: „Ich unterstelle den Antragstellern ja durchaus die besten Motive, aber halte das ganze Vorhaben für ziemlich naiv und nicht wie geplant für eine Person zu bewältigen. Und seit Bekanntwerden dieser Pläne hat bei uns auf dem Hof die Nachfrage abrupt abgenommen. Wie schaut denn das aus“? Ja wie schaut sie denn aus, die geplante Aufzuchtanlage für Bio-Junghennen nahe Rohregg? 39000 Küken sollen dort aufgezogen werden. Georg Zendelbach vom Bauamt des Markts Au/Hallertau, hat die Auflagen detailliert aufgelistet: Schleppkurve für LKWs, Verbreiterung der Gemeindeverbindungsstraße, Wendemöglichkeit, Sickermulden anpassen - und das Pultdach mit der geplanten Fotovoltaikanlage muss um gut eineinhalb Meter gesenkt werden. Und die Umwelt?  Stellvertretend für die Gegner verweist Margarete Reuschlein auf den hohen und unvermeidlichen Ammoniakausstoß einer solchen Anlage: „Der umliegende Wald ist dadurch bedroht, die Teiche und Wiesen, und Pferde sind doch dafür auch viel empfindlicher. Die Aussage, dass doch zumeist Ostwind vorherrscht, hilft mir wenig. Und wenn nicht?“ Nun hat das Landratsamt noch mitzureden, hat das ganze Thema an die Fachleute zur Begutachtung weitergegeben: „Derzeit sind die Fachbehörden und die Gemeinde beteiligt. Die entscheidende Stelle ist die Immissionsschutzbehörde im Landratsamt, die bei den anderen Fachbehörden und der Gemeinde deren Stellungnahmen einholt. Jede Fachbehörde macht dabei deutlich, welche Auflagen aus ihrer fachlichen Sicht gelten und welche der Antragsteller warum einzuhalten hat“, so Eva Dörpinghaus, Pressesprecherin des Landratsamts. Die endgültige Entscheidung folgt also noch, Margarete Reuschlein und ihre Mitstreiter haben sie für sich schon getroffen: „Für mich lebt ein Biohuhn beim Bauern. Der kann bis 6000 vielleicht überblicken. Die geschätzte Verlustrate von zwei bis vier Prozent bedeuten noch immer 1600 tote Küken in ein, zwei Wochen.

Auch interessant:

Kommentare