Schäfflertanz

Fulminanter Auftakt der Rotjacken

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Beim ersten Auftritt der Schäfflertänzer 2019 vor dem Rathaus mit der Stadtpfarrkirche im Rücken läßt Reifenschwinger Lorenz Söckler die Stadtoberen und die Bürger hoch leben. 

Eigentlich hätte der Himmel keinen Grund zum Weinen gehabt, ganz im Gegenteil, strahlender Sonnenschein wäre am Sonntag das verdientermaßen richtige Wetter für die Schäffler an ihrem ersten Tanztag gewesen. Den Tanz vor dem Rathaus nach dem Schäffler-Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche konnten sie noch trockenen Fußes absolvieren, aber schon beim Tanz vor dem Schäffler-Stammhaus Söckler begann es zu regnen. Der Reihe nach: Am Freitag-Abend beim Auftaktball konnte der draußen wütende Schneesturm der festlichen, gleichwohl ausgelassenen Stimmung im Christsaal keinen Abbruch tun.

Die geladenen Gäste aus der großen Schäfflerfamilie der Ehemaligen und Aktiven, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, klatschten sich schier die Hände wund, so zu begeistern wußten die jungen Burschen bei ihrem Tanz und insbesondere Lorenz Söckler der diesjährige Reifenschwinger, dessen Ur-Ur-Ur-Opa Vinzenz den Schäfflertanz 1889 nach Mainburg brachte. Bestens aufgelegt auch die drei Faßlkasperl Martin Richtsfeld, Ralf Gaffal und (neu im Dreierteam) Andreas „Gix“ Harrieder, die sich so machen Reim auf die politische Prominenz machten. Beim letzten Höhepunkt des Abends, dem Tanz der Schäffler 2012 und allen Reifenschwingern seit 1970, konnten es dann die Alt-Faßlkasperl Gix („i bin der Pap‘ vom Buam“), Robin und Pit nicht lassen, in humorvoller Weise zu spotten. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Gottesdienstes und des ersten Tanzes im 19. Aufführungsjahr auf dem Marktplatz, vor versammelter Stadtratsprominenz.

Und die schneidigen Burschen in ihren schmucken rot-weiß-schwarzen Uniformen, begleitet von den sechs hübschen Marketenderinnen, den Kasperln und dem Komitee, machten ihre Sache zu den „Aber heid is koid“-Klängen der Schäffler-Musikanten ausgezeichnet. Jede der sieben Figuren, angeführt von Vortänzer Martin Stadler und Schlusstänzer Alexander Hagl, klappte einwandfrei, sehr zur Freude der Tanzmeister. Die lange Probenarbeit hatte sich gelohnt. Und Lorenz Söckler ließ die Reifen erneut derart gekonnt und kunstvoll laufen, dass ihm Begeisterungsrufe der zahlreichen Zuschauer sicher waren. Beim Auftritt der Faßlkasperl Martin, Ralf und „Gix“ mit einem kabarettreifen Programm war dann Lachen angesagt, schließlich waren die „derbleckten“ Kommunalpolitiker allesamt an den Rathausfenstern zu sehen. 

Was anschließend bei den restlichen 13 Stationen gefordert war, waren Stehvermögen und Widerstandskraft gegen Regen, Schnee und böigem Wind. Die insgesamt 28 Mitwirkenden, samt Kasperl und Komiteemitglieder auf Schäfflerseite sowie die Musikanten bewiesen bis weit nach Einbruch der Dunkelheit (die Feuerwehr leuchtete die Auftritte in bewährter Manier aus), dass sie auch unter widrigsten Bedingungen den Menschen Freude bereiten können. Und sie selbst hatten trotz des „Schmuddelwetters“ ihre jugendliche Freude daran. Mainburg darf sich auf die elf weitere Tanztage mit den beliebten „Rotjacken“ freuen. Am kommenden Sonntag geht es in die zweite Runde. Hoffentlich ist der Wettergott dieses Mal den Schäfflern gewogen.

Quelle: freising-online

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