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Rudelzhausen: Vor Ostern kommen Sepp Niedermayers Schafe wieder ins Freie

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Von: Lena Hepting

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Sepp Niedermayer und seine „Merli“ haben die Herde gut im Griff.
Sepp Niedermayer und seine „Merli“ haben die Herde gut im Griff. © Hausler

Freiluft-Saison für die Schafe von Sepp Niedermayer. Noch vor den Osterfeiertagen dürfen seine Tiere wieder auf Feldern im Hallertauer Land grasen.

Derzeit machen sich es die Schäfer und Lämmer noch im Stall von Josef Niedermayer gemütlich. Doch noch vor Ostern werden sie langsam an wieder an die Gegebenheiten in der freien Natur und die Futterbedingungen gewöhnt. Das Lamm steht für viele Menschen aus religiösen Gründen für die österliche Zeit. Doch Josef Niedermayer verbringt das ganze Jahr mit ihnen.

Sepp Niedermayer: Schafe grasen im Hallertauer Land

Aufgeweckt und mit Vorfreude auf den Besuch laufen und springen die drei Hunde Sandy, Merli und Sina auf dem Gelände umher. Der vierte Hund Tom schläft ihn der Hütte. Die Mischlingshunde, Merli ist sogar ein Altdeutscher Hüttenhund mit dem Merli-Gen, unterstützen Josef Niedermayer bei der Arbeit mit seinen 60 Mutterschafen und 40 Lämmern. Derzeit befindet sich die Herde seit Mitte Dezember im Stall, aufgrund des nassen und kalten Wetters.

Dort bekommen sie Grassilage, Heu, Stroh und Getreide aus der Region. Doch noch vor dem Osterwochenende begibt sich „Sepp“ mit seinen Tieren auf die umliegenden Felder. Stundenweise grasen dann die Schafe zuerst die Weiden um seinen Bauernhof auf, bevor es dann immer weiter ins Hallertauer Land geht, um im Umkreis von zwei Kilometern, also im Abenstal bis nach Moosbach, zu verweilen.

Sepp Niedermayer: Seit über 40 Jahren in der Schaf-Zucht aktiv

Unruhig wirkt die Herde, beim Besuch auf Josef Niedermayer Hof. „Die Lämmer wissen genau, wenn jemand Fremdes in ihre Nähe kommt“ erklärt der Schäfer, der seit über 40 Jahren Schafe züchtet, „Sie müssen erst vertrauen schaffen, bevor sie sich annähern“. Josef Niedermayer kennt sich aus. Er ist auf der kleinbäuerlichen Landwirtschaft seiner Eltern „im Schafsstall“ aufgewachsen und hat von klein auf Tiere, wie Schweine und Schafe betreut.

„Damals hatte jedes Dorf einen Schäfer“, erzählt der 64-Jährige, „das war wichtig, damit die Bauern Mist bekamen. Es gab noch keinen Kunstdünger. Die Schäfer mussten dann morgens um zwei aufstehen, um die Pferch umzuschlagen“. Bei der Schafpferch wird eine Schafherde auf freiem Feld in einem beweglichen Zaun übernachtet. Ihre „Ausleerungen“ kommen dann als Düngung zu Gute. Täglich, oder alle zwei Tage, werden die Steppentiere ein bis zwei Felder weiter gerückt.

Sepp Niedermayer: Schafe von elf Jahren bis drei Wochen alt hütet er

In Niedermayers jungen Jahren wurde die Schafe auch im Winter im Freien gehütet. Passt das Wetter, bleiben sie auch heute noch ganzjährig draußen. 2003 hat der gelernte Landmaschinenmechaniker seinen Tierwirt nachgeholt, in Krug bei Poing. Den Bauernhof, auf dem er lebt, konnte er nur mit Unterstützung vieler Menschen bauen und findet, dass er hier nun „im Paradies mit einer tollen Aussicht“ lebt. Woche für Woche, Wochenende für Wochenende, kümmert sich Sepp um den Hof.

Fährt er einmal, was selten vorkommt, in den Urlaub, übernehmen seine Söhne einstweilen die Betreuung der Merino-Schafe. Das Älteste unter Ihnen ist elf Jahre, das jüngste Lamm gerade mal drei Wochen alt, die „Spitzenzeit“ für den Wurf ist meist im Juni. Vor gut drei Wochen waren die Schafe alle beim Scheren mit der Hand. Einige große Säcke voll Schafswolle hat Sepp nun gelagert. In der angrenzenden Halle stehen weitere davon. „Seit zwei Jahren kann ich davon nichts mehr verkaufen“, erzählt Niedermayer. Vor der Pandemie hatte er einen Abnehmer, der die Wolle weiter nach China verkaufte.

Sepp Niedermayer: Schafe freuen sich über die Freiheit

Doch seit Corona „ist der Markt dicht“, erklärt Niedermayer betrübt. Ansonsten lebt der Tierwirt von dem Verkauf der Schafe an einen Tierhändler aus der Region. Damit die Herde immer wieder wächst, leben auch ein bis zwei Böcke darin und kümmern sich um die Fortpflanzung. Der Bock derzeit wiegt 150 Kilo. Damit hier eine gengerechte Nachzucht erfolgt, verweilt dieser nur knapp eineinhalb Jahre bei den anderen Tieren, bevor ihn ein Nachfolger ersetzt.

Geht es nun an Ostern in die Felder hinaus, „springen die Tiere viel herum, weil sie sich so über die Freiheit freuen“. Bis Heiligdreikönig verbringt der Schafshirte dann die Zeit das ganze Jahr über auf den Wiesen. Nur Mutterlämmer verweilen im Stall. Von weitem wird man Sepp Niedermayer dann mit seiner Schafsherde auf den Feldern um Rudelzhausen entdecken.

vh

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