Handball TSV Mainburg

Saisonstart mit kleinem Kader aber breiter Brust

Mainburg muss auch auf Jan Klaus (Mitte) noch länger verzichten.

„Ein Wunder, dass da so selten etwas Schlimmeres passiert“ – diese Aussage kann man auf den Zuschauerrängen in Deutschlands Handballhallen immer wieder hören. Doch dieses Phänomen können die Mainburger Landesligahandballer so kurz vor Saisonbeginn leider nicht bestätigen: Die Krankenakte der Niederbayern liest sich aktuell wie der OP-Plan beim Sportmediziner: Jan Klaus – Kreuzbandriss. Maximilian Heim – Außenbandriss.

Tobias Spenger – Riss der Achillessehne. Somit muss das Team um Kapitän Marius May, wie bereits in der vergangenen Saison, auf einige Leistungsträger verzichten – und das, bevor die eigentliche Spielzeit überhaupt begonnen hat. Man erinnert sich an die vergangene Spielzeit, in der der eben genannte May aufgrund einer schweren Knochenentzündung die komplette Vorrunde pausieren musste. Dazu kamen dann noch Kreislaufprobleme bei Dominik Abeltshauser, eine gebrochene Nase bei Jan Klaus und eine Muskelverletzung bei Boris Covic. Und trotz der Umstände haben es die Mainburger, nach einer fast „perfekten“ Rückrunde, geschafft, noch im oberen Tabellendrittel der Landesligastaffel Nord zu landen. Besonders bitter ist die Verletzung von Tobias Spenger: Der Ausnahme-Mittespieler wollte, nach einjähriger Pause wegen Nachwuchs, wieder voll bei seinen Jungs angreifen und fällt nun, nach einer unglücklichen Bewegung im Training ohne Fremdeinwirkung,  mit gerissener Achillessehne für mindestens sechs Monate aus. 

„Die Verletzung von Tobi ist besonders bitter, wir hatten fest mit ihm gerechnet, in seiner Rolle als Spielmacher und in Kombination mit Boris Covic und Dominik Abeltshauser im Rückraum hätten wir ein Trio auf die Platte gestellt, das absolut bayernligafähig gewesen wäre.“, bedauert Chefcoach Hadzidulbic den Ausfall eines seiner Schützlinge. Aber was wäre der TSV Mainburg, wenn Taktik-Fuchs Hadzidulbic aus dieser Not nicht eine Tugend machen könnte. „Wir hatten bereits in Pilsen auf Tobi und Dominik verzichten müssen und haben dort einige neue Angriffsvarianten ausprobiert, die, zur Überraschung aller, hervorragend funktioniert haben.“, verrät der ehemalige bosnische Nationalspieler. Wie sich das auf die Spielweise seiner Jungs ausgewirkt hat, konnten die Fans des Mainburger Handballs bereits beim alljährlichen „Viktor-Richtsfeld-Gedächtnis-Turnier“ bestaunen: Gegen zwei hochkarätige Bayernligisten (TG Landshut und TSV Friedberg) musste sich der Landesligist aus der Hallertau jeweils mit nur einem Tor geschlagen geben, besonders die Abwehrarbeit der TSVler war mindestens auf Augenhöhe mit den vermeintlichen Über-Gegnern. 

Wie die Mainburger sich allerdings im echten Wettkampfmodus schlagen, wird sich am heutigen Samstag zeigen: Zu Beginn der Landesligasaison 2019/2020 sind die Hopfenstädter gleich beim Erzrivalen aus Ingolstadt zu Gast. Die Derbies zwischen den beiden Teams waren bis dato immer geprägt von einer besonderen Hitzigkeit, zurückzuführen auf jahrzehntelange Konkurrenzkämpfe zwischen den beiden Vereinen. Der MTV Ingolstadt versuchte in den vergangenen Jahren auf Biegen und Brechen, seinen Kader mit hochkarätigen Ex- und Halbprofis, vor allem aus dem osteuropäischen Raum, drittligatauglich zu machen. Die Konsequenz: Kaum mehr „Eigengewächse“ im Kader der Landesligamannschaft. Nichtsdestotrotz stellt der MTV mittlerweile eine starke Landesligatruppe auf die Platte, die, geführt vom Ex-Mainburger und Rückkehrer Andrej Macovei, auch dieses Jahr wieder versuchen wird, in der Liga ganz oben mitzumischen. 

Mit welchem Kader die MTVler in die Saison starten werden, ist nur schwer einzuschätzen, so meldete der Verein, zumindest online, bis dato keine Zu- oder Abgänge. „Schlussendlich ist das auch egal. Wenn wir unser Spiel, den Handball auf Mainburger Art, auf die Platte bringen und die Abwehr so steht wie in den letzten Testspielen, dann können sich die Ingolstädter warm anziehen!“, zeigt sich auch Abteilungs-Vize Martin Möser kampfeslustig. Zurecht, denn wer die Männer aus Mainburg kennen gelernt hat, der weiß, dass der Ausfall eines oder mehrerer Teamkameraden den Mannschaftsgeist dieser eingeschworenen Truppe nur noch mehr bestärkt. Für alle Fans des TSV Mainburg fährt, wie auch in der vergangenen Saison, wieder ein Bus der Firma Stanglmeier zu den Auswärtsspielen. Abfahrt zum Derby nach Ingolstadt ist am Samstag, 14. September, um 15.45 Uhr am Parkplatz der Hallertauer Mittelschule, Anpfiff in Ingolstadt ist um 18 Uhr.

Quelle: freising-online

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