Schwere Unfälle machen Sorgen

(ma)

· Zehn Verkehrsunfalltote musste die Polizeiinspektion Mainburg im Jahr 2010 beklagen. Im Gegensatz zum Jahr 2009, in dem zwei Menschen auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich ums Leben kamen, stieg im letzten Jahr die Zahl sprunghaft an. „Der besorgniserregende Anstieg bewegt sich entgegen dem rückläufigen bayernweiten Trend und lässt sich nicht erklären“, kommentierte Mainburgs Polizeichef EPHK Johann Stanglmair die alarmierenden Zahlen. Die Auswertung der Unfallursachen und auch die Unfallörtlichkeiten ergeben keinen Hinweis auf einen Schwerpunkt. Sowohl Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, die Unfallverursacher prallten frontal mit dem Gegenverkehr zusammen, als auch überhöhte Geschwindigkeit, Fehler beim Überholen, fehlender Sicherheitsgurt und so weiter waren die Ursachen der tödlichen Verkehrsunfälle. Zwei Unfalltote auf der Autobahn, fünf Tote auf der B 16, zwei Tote auf der B 301 und ein getöteter Sozius eines Kleinkraftrades im Stadtgebiet Mainburg lassen auch bei den Unfallörtlichkeiten keine Schwerpunkt erkennen. Insgesamt musste die Polizei Mainburg im zurückliegenden Jahr 1.353 Verkehrsunfälle bearbeiten. Dies bedeutet einen Anstieg um 12,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Personenschäden gingen dabei leicht um 1,8 % zurück. Im Bereich der Schulwegunfälle waren es 2009 noch drei Unfälle,  im Jahr 2010 war kein Unfall zu verzeichnen. Die Verkehrsunfallsituation bei den  motorisierten Zweiradfahrer entwickelte sich 2010 ähnlich wie im Vorjahr. Jeweils 18 Kradfahrer waren an Unfällen beteiligt. Leider mussten 2010 jedoch ein Motorradfahrer und eine Sozia ihr Leben lassen. Häufigste Unfallursachen waren dabei Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot und auch überhöhte Geschwindigkeit. So stieg die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle von 102 auf 135 und somit um 32,3 %. Auch Alkohol spielte beim Unfallgeschehen eine bedeutende Rolle. Hier stieg die Zahl im Vergleich zum Jahr 2009 ebenfalls deutlich an. So war im Vorjahr bei 18 Verkehrsunfällen Alkohol ursächlich. Im Jahr 2010 war bei 21 Unfällen Alkohol im Spiel. Auch die Folgen für die Unfallbeteiligten, bei zwölf Unfällen mit Alkohol kamen Personen zu Schaden. Das bedeutet einen Anstieg um 20 %. Die Risikogruppe „Junge Erwachsene“ im Alter zwischen 18 bis 24 Jahren war auch im zurückliegenden Jahr wieder wesentlich im Zusammenhang mit den Hauptunfallursachen am Verkehrsunfallgeschehen beteiligt. Insgesamt 87 Verkehrsunfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit, Vorfahrtsverstößen und unter Alkoholeinfluß sind dieser Altersgruppe zuzurechnen. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist keine Kavaliersdelikt. Mit insgesamt 186 Verkehrsunfallfluchten und damit einem Anstieg um 35,8 % gegenüber dem Vorjahr mussten sich die Beamten der PI Mainburg beschäftigen. 61 Fälle und damit 32,8 % konnten aufgeklärt werden. Stanlmairs Fazit: „Die Zahlen zeigen, dass durch polizeiliche Präventionsarbeit auf dem Verkehrssektor auch weiterhin einen wichtiger Beitrag geleistet werden muss, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Aber auch repressive Maßnahmen wie zielgerichtete Geschwindigkeitskontrollen und Alkoholkontrollen sind notwendig, weil leider in den meisten Fällen der erhobene Zeigefinger nicht die notwendige Wirkung bringt.“

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