"Das Evangelium im Bild"

Sonderausstellung im Stadtmuseum: Krippen mit meditativem Charakter

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Renate Buchberger (links) eröffnete die Sonderausstellung „Das Evangelium im Bild“ im Stadtmuseum Mainburg. Nur wenige Gäste haben kommen dürfen.

Die Taufe Jesu als Krippendarstellung? Das ist für die heutige Zeit gewöhnungsbedürftig, war im Barock aber gang und gäbe. Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Mainburg gibt bis 31. Januar einen Einblick in diese Form der Volksfrömmigkeit.

Die Sonderausstellung „Das Evangelium im Bild“ im Stadtmuseum Mainburg     ist jetzt mit Sparbesetzung eröffnet worden. Museumsleiterin Renate Buchberger hat sich einiges anhören müssen dafür, dass der Stadtrat nicht eingeladen war. Aber wie hätte das Gremium an einer Veranstaltung teilnehmen können, zu der aus Gründen des Infektionsschutzes nur acht Personen hätten kommen dürfen?

Es wird eine Sonderführung geben für den Stadtrat, das steht nach der kleinen Feier, an der immerhin Bürgermeister Helmut Fichtner teilgenommen hat, fest. Es wird sich lohnen, hat doch das Team wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Anlass und Gelegenheit war eine hochspannende Schenkung an das Museum: 111 Objekte insgesamt, kleine Holzfiguren, die Teil einer sogenannten Jahreskrippe waren. Sie stammen aus St. Salvator, und die Kunsthistorikerin Brigitte Huber ist sich sicher, dass das nur ein Teil des ganzen Ensembles ist. Der Rest ist möglicherweise schon verschollen. Umso wichtiger ist, dass diese Figuren haben erhalten werden können. Krippen wurden in der Barockzeit für das ganze Jahr modern, und so gibt es auch „Krippen“, die die Passionszeit darstellen. „Man hat mit der Krippe gelebt“, beschrieb bei der Eröffnung die Kunsthistorikerin die Bedeutung für die Volksfrömmigkeit. Sie sprach von einem „meditativen Charakter“ dieser Krippen, deren Tradition sich heute nur noch auf Weihnachtskrippen reduziert hat.

"Das Evangelium in Bild" heißt die Sonderausstellung im Stadtmuseum Mainburg.

Damit ist der Bildungscharakter der Sonderausstellung, die Sonntags von 14 bis 17 Uhr bestaunt werden kann, offensichtlich. „Krippen“ waren also weit mehr als nur der Futtertrog, den Maria der biblischen Überlieferung zufolge als erstes Bett für Jesus mangels Herberge hat nehmen müssen. Liebevoll waren die Figuren von Freiwilligen in unzähligen Arbeitsstunden gereinigt und hergerichtet worden, dazu mussten die Vitrinen passend gemacht werden, die Beleuchtung angeschlossen, alles beschriftet und ein passender Begleittext erstellt werden. „Wer nicht dabei war, der sieht nicht, was das Arbeit ist!“

Großes Lob für die Freiwilligen

Renate Buchberger war voll des Lobes für die Freiwilligen. Sie ist auch Vorsitzende des Vereins, der das Museum am Laufen hält und dankbar ist für die Aufwertung durch die Kommunalpolitik, die sich in der Bestellung eines Referenten, nämlich Werner Maier, aber auch durch entsprechende Haushaltsmittel äußert. Der Bürgermeister sprach davon, dass das Museum ein Highlight für Mainburg sei.

Das deckt sich mit den Erfahrungen des Teams, das erlebt, dass die Prospekte immer wieder auch in München angefordert werden. Bald wird es weiteren Anlass für das Interesse geben: Die Mannschaft um Renate Buchberger bereitet nämlich schon die nächste Sonderausstellung vor, die im April 2021 eröffnet werden soll. Da wird es um die Familie Schrafstetter gehen, wie die Museumsleiterin schon verriet. „Da müssen wir fleißig sein, der Winter ist lang“, kommentierte sie die anstehenden Arbeiten.

Quelle: freising-online

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