Ein kirchliches Leben aufbauen

Spendenreise führt Josef Paulus nach Albanien

Die Mainburger konnten sich in Fushe Arrez (Nordalbanien) von der Notwendigkeit und Wichtigkeit der Missionsarbeit selbst ein Bild machen und davon, dass ihre Spende in guten Händen ist. (von links) Anna Schwertl, Schwester Gratias, Pater Andreas, Pfarrer Josef Paulus und Birgit Kögl.

Vor Kurzem berichtete das FORUM über die „Spendenfahrt“ von Stadtpfarrer Josef Paulus nach Bosnien, der zu seinem 60. Geburtstag an stelle von Geschenken um eine Spende für Hilfsprojekte, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind, gebeten hatte. Auf der letzten Etappe der „Spendenfahrt“ (mit insgesamt 10.500 Euro im Gepäck) führte der Geistliche die fünfköpfige Delegation über Montenegro nach Fushe Arrez in Nordalbanien, einer Kleinstadt die zu den ärmsten Regionen des Landes gehört.

Im Jahre 1995 entstand dort eine Missionsstation durch die beiden deutschen Ordensschwestern Sr. Gratias Ruf und Sr. Bernadette Ebenhoch. Mit ihnen begann der Aufbau des kirchlichen Lebens, welches durch das kommunistische Regime unter dem Diktator Enver Hoxha völlig zum Erliegen gekommen war. Er wollte den ersten atheistischen Staat der Welt errichten und verbot deshalb alle religiösen Symbole. Wer zum Beispiel nur ein Kreuz um den Hals trug wurde mit 25 Jahren Haft bestraft. Er ließ alle Kreuze auf den Friedhöfen entfernen und heraus meißeln, ebenso alle Taufbücher verbrennen. Selbst das Beten war untersagt. Und dennoch war der Glaube nicht ganz zum Erliegen gekommen. Viele Gläubige bewahrten ihren Glauben und beteten heimlich. 

Mit einer ambulanten Krankenpflege, Hilfe für junge Mütter und weiteren sozialen Projekten begannen dann die beiden Ordensschwestern wieder von vorn. Im Missionszentrum gibt es für ca. 50 Kinder eine Kindertagesstätte, eine Ambulanz für Notfallbehandlung und wöchentliche Medikamenten- und Verbandmittelausgabe, für Frauen wurde eine Strickgruppe gegründet, einer Ausgabe von Lebensmitteln, Kleidung, Haushaltswaren, Babyausstattungen, Kindernahrung, Brillen und Drogerieartikel. Ein Verkaufsfahrzeug fährt regelmäßig die Bergdörfer an, die keine Einkaufsmöglichkeiten haben. Es wurde auch eine Betonbrücke errichtet, damit Bergdörfer leichter erreichbar sind. Beim sogenannten Schweineprojekt werden Ferkel an Bergfamilien zur Aufzucht ausgegeben. Einen großen Schwerpunkt der sozialen Arbeit bilden die Hausbauprojekte, dabei werden neue Häuser aufgebaut, alte renoviert oder nur Dächer erneuert. 

Aufgrund der großen Arbeitslosigkeit werden auch Ausbildungshilfen für mittellose junge Menschen angeboten und auch Studien finanziert. Pater Andreas formulierte es so: „Ich weiß, ohne die große und solidarische Verbundenheit ganz vieler Menschen mit mir und der Kirche in Albanien wären unsere sozialen Hilfen für die Menschen unserer Bergregion gar nicht möglich.“ Mit der Übernahme der Pfarrseelsorge durch Pater Andreas Waltermann im Jahre 2008 kam die seelsorgende Betreuung der Pfarrgemeinde St. Josef in Fushe-Arrez und weiteren 22 Bergdörfern hinzu. Durch abenteuerliche Fahrten über sehr schlecht befestigte Pisten in einzelne Bergdörfer konnte sich die sichtlich beeindruckte Delegation von der Notwendigkeit der Arbeit ein ganz persönliches Bild machen. Pater Andreas sprach seinen Dank aus und freute sich über eine Spende in Höhe von 4.500 Euro für die Arbeit in dieser seiner Pfarrei. „Allen, die dies ermöglicht haben, gilt mein besonderer Dank und ein Vergelt´s Gott.“

Quelle: freising-online

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