Stauberater

Dem Mega-Stau stets auf der Spur

Marcin Skowronek und Robert Schwind sind ehrenamtlich im Einsatz für die Autofahrer.

Sommerzeit ist Urlaubszeit, und wenn sich dann halb Europa über die bayerischen Autobahnen auf in den Süden machen, ist vor allem an Wochenenden auch Stauzeit. Betroffen sind dabei vor allem die A8 zwischen München und Salzburg, die A99 - Ostumfahrung München - und auch die A9 zwischen dem Autobahndreieck Holledau nahe Wolnzach und dem Autobahnkreuz München-Nord.

Um die Reisenden rechtzeitig über Staus informieren zu können, sind jeweils an den Wochenenden Stauberater des ADAC auf den Autobahnen unterwegs und einer von drei ehrenamtlich tätigen Staubeobachtern, der aus der Luft das Verkehrsgeschehen beobachtet. Schon auf dem Weg zum Flugplatz Landshut-Ellermühle gibt es im Radio die erste Stauwarnung zwischen dem Chiemsee und Salzburg. Nachdem das Flugzeug, eine Cessna 127, aufgetankt war, und Staubeobachter Robert Schwind den Piloten an der Karte über die geplante Flugroute eingewiesen hatte, ging es um 9.50 Uhr endlich los. Abflug Richtung Osten, und nach einer Linkskurve in Richtung Autobahndreieck Holledau über die südliche Holledau vorbei an Mainburg und Wolnzach. „Für den gesamten Flug habe ich eine Ausnahmegenehmigung, weil wir nur etwa 200 Meter über dem Grund fliegen und damit weit unterhalb der vorgeschriebenen Mindestflughöhe von 600 Meter“, erklärt Marcin Skowronek. „Dies ist notwendig, weil ich dann besser erkennen kann, warum sich ein Stau bildet oder gebildet hat und entsprechend melden kann“, ergänzt Robert Schwind.

Unterwegs mit den Stauberatern des ADAC - mitten in den Sommerferien, wenn der Verkehr auf den Nord-Süd-Autobahnen pulsiert. Vom Autobahndreieck Holledau geht es entlang der A9 Richtung Süden. In beide Richtungen herrscht reger Verkehr mit vielen Wohnmobilen und Wohnanhängern, aber der Verkehr fließt. Kurz vor dem Autobahnkreuz Neufahrn erbittet der Pilot beim Flughafen München die Freigabe zum Durchfliegen der Einflugschneise. Es ist ein Erlebnis, unter den großen Brummern durchzufliegen, die an diesem Tag den Flughafen München aus westlicher Richtung ansteuern. Auch beim AK München-Nord gibt es keine Probleme, in alle Richtungen fließt der Verkehr störungsfrei. Weiter geht es entlang der A99 bis zum AK München-Süd. An der Abzweigung Richtung Salzburg geht es auf gut zwei Kilometer Länge nur noch sehr langsam voran, teilweise steht der Verkehr. Robert Schwind erklärt die Ursache: “Beim ersten Straßenschild, auf dem die Abzweigung Richtung Salzburg angeschrieben ist, fahren alle, die in diese Richtung wollen, auf die rechte Autobahnspur. Da kommt es dann zwangsläufig zu Stauungen, die zusätzlich noch dadurch verschärft wird, dass kundige Autofahrer weiter auf der mittleren Spur fahren und erst kurz vor der Abzweigung nach Salzburg nach rechts in den bereits bestehenden Stau drängeln“. Kurz nach dem AK München-Süd auf der Fahrbahn Richtung Norden zwei kleine Unfälle. Aber die Polizei ist vor Ort, die Unfallstelle ist bereits geräumt, und der Verkehr in nördlicher Richtung verläuft störungsfrei. Jede halbe Stunde berichtet Staubeobachter Robert Schwind „live“ an Antenne Bayern, mit der der ADAC kooperiert. Über Telefon ist er auch ständig mit den Stauberatern des ADAC verbunden. Auf der A8 zwischen München und Salzburg herrscht auf beiden Fahrbahnen reger Verkehr, der sogar am Irschenberg noch völlig störungsfrei verläuft. „Es ist beachtlich, dass auch in Richtung Süden noch recht viel los ist, obwohl die Hälfte der Ferienzeit in Bayern schon vorbei ist“, merkt Robert Schwind an. Zwischen dem Chiemsee und Salzburg ändert sich die Verkehrssituation, denn auf einer Länge von 35 Kilometern kommt es immer wieder zu Staus. Aus der Luft ist deutlich zu erkennen, warum, und Robert Schwind erklärt: „Gerade auf der zweispurigen Strecke zwischen dem Chiemsee und Salzburg kommt es immer wieder vor, dass ein langsames Fahrzeuge wie beispielsweise ein Bus ein noch langsamer fahrendes Wohnwagengespann überholt. Der nachfolgende Verkehr wird zum Abbremsen gezwungen, und nach kurzer Zeit ist ein Stau entstanden, an dessen Ende der Verkehr teilweise zum Stillstand kommt. Vorne löst sich der Stau nur langsam auf, während er hinten immer weiter aufbaut“. Auf dieser Strecke kommt von Antenne Bayern die Information, dass auf der A95 bei Garmisch-Partenkirchen „der Teufel los sei“ und ob das Flugzeug dorthin fliegen könnte. Robert Schwind lehnt dies mit dem Hinweis ab, dass man bis dorthin fast eine Stunde fliegen würde und damit nicht mehr rechtzeitig da sei, um ein aktuelles Lagebild abzugeben. Nachdem Salzburg erreicht wurde, ging es weiter Richtung Süden entlang der Tauernautobahn bis zum Tauerntunnel. „Hier berichte ich auch für den ÖAMTC, österreichischen Automobilclub und für Ö3“, erklärt Robert Schwind. Überraschend ist auf dieser Autobahn relativ wenig los. Dann ist es auch schon Zeit für eine kurze Mittagspause auf dem Flugplatz in Zell am See, von wo es nach Schweinsbraten, Semmelknödel und Krautsalat wieder auf den Rückflug geht. Zwischen Salzburg und dem Inntal-Dreieck das gleiche Bild: Starker, zum Teil stockender Verkehr in beiden Richtungen auf der gesamten Strecke. Der Irschenberg dagegen wieder ohne Probleme. Auch zwischen Holzkirchen und dem AK München-Süd kommt es aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens immer wieder zu kurzen Staus. Auf der restlichen Strecke bis zum Autobahndreieck Holledau herrscht reger Verkehr, allerdings ohne Probleme. Um 14.50 Uhr wird das Autobahndreieck Holledau erreicht und von dort geht es zurück nach Landshut-Ellermühle, wo ein ereignisreicher und eindrucksvoller Tag mit fantastischem Flugwetter zu Ende geht.

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