Der Gemeinderat steht vor teuren Entscheidungen

Tegernbacher Freibad soll über zwei Millonen Euro kosten

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Das Hauptbecken vom Freibad in Rudelzhausen soll vielleicht mit einer Edelstahlwanne ausgekleidet werden. Der Gemeinderat steht vor schwierigen und teuren Entscheidungen. 

„Das kann sich die Gemeinde nicht leisten!“ Bürgermeister Michael Krumbuchers Kommentar zu den erforderlichen Investitionen in das Freibad Tegernbach ist so realistisch wie hart.

Rudelzhausen/Tegernbach-  Über zwei Millionen Euro würden fällig, wenn alles gemacht werden soll. „Alles“, das ist in diesem Fall aber auch das gesamte Freibad: Beide Becken sind hin, die Schwimmbadtechnik nach 50 Jahren schlicht verschlissen, Wasserbehälter korrodiert, das Hauptgebäude ein Sanierungsfall. 

Mehr Kosten als gedacht: Ein Nebengebäude muss her 

Dabei haben Freiwillige erst dieser Tage liebevoll das alte Hauptgebäude neu gestrichen. „Das steht jetzt wieder tiptop da“, freute sich Krumbucher über das Engagement der Bürger, das vor allem eins zeigt: Die Rudelzhausener mögen ihr Freibad und wollen es nicht aufgeben. Grundsätzlich ist der Wille, das zu erhalten, im Gemeinderat auch vorhanden, sonst hätte das Gremium nicht Experten beauftragt, sich das alles näher anzusehen. 

Die Befunde der Gutachter waren ein Schock. Als dann auch noch deutlich wurde, dass für den Fall, dass Abschnitte gebildet werden, die Kosten eher noch höher würden, konnte dem einen oder anderen Bürgervertreter schon der Mut verlassen. Aber Krumbucher ist jetzt gewillt, eben doch Abschnitte zu bilden, ist dabei aber hier in seinen Möglichkeiten begrenzt. Schwimmbadtechnik und Hauptbecken gehören für ihn zusammen, lassen sich technisch nicht gut trennen und würden dann den Löwenanteil auch der Kosten bedeuten. 

Die Experten hatten als Alternativen eine Kunststoffauskleidung für das Hauptbecken, wo dem Befund zufolge schon Fliesen sich abzulösen drohen, oder eine Edelstahlwanne vorgeschlagen. In einem Gespräch mit dem FORUM tendierte der neu gewählte Gemeindechef eher zu einem Edelstahlbecken. Die Abgrenzung zwischen den Abschnitten zog in einer ersten noch sehr vorsichtigen Einschätzung der Gemeindechef zwischen diesen beiden Elementen und dem Hauptgebäude. Grund: Die neue Schwimmbadtechnik ist voluminöser als der Bestand und kann darum im Hauptgebäude nicht untergebracht werden. 

Ein Nebengebäude muss also her. Das hätte den Charme, dass das Hauptgebäude noch stehen bleiben kann wie es ist. „Fertig“ ist dagegen das Kinderplanschbecken. Das halten die Gutachter für nicht sanierungsfähig, so dass ein Neubau her muss. Der Gemeinderat muss sich nach den Worten des ersten Bürgermeisters mit dem Thema in einer der nächsten Sitzungen befassen. Das ganze Thema wird aus zwei Gründen nicht einfacher: Erstens hat Krumbucher erst ganz aktuell die Information auf den Tisch bekommen, dass die Gemeinde wegen der hohen Investitionssumme die Planungsleistungen europaweit wird ausschreiben müssen, und zweitens muss sich etwa die Hälfte des Gremiums völlig neu in das Thema einarbeiten. Noch will Krumbucher die Hoffnung, dass es heuer noch eine Badesaison für Rudelzhausen geben kann, nicht aufgeben, darum hat er ja auch die Aktion der Freiwilligen so unterstützt. „Ich stehe in ständigem Austausch auch mit dem Gesundheitsamt“, sagte er, aber die aktuelle Lage mache es überhaupt schwer, irgendwelche Planungen zu versuchen.

Quelle: freising-online

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