LSK Theater Mainburg

Der "Weibsteufel" feiert am Samstag Premiere

+
Julian Niemetz, Steffi Seehofer und Georg Harrieder in der aktuellen LSK-Inszenierung des „Weibsteufels“. Aus Opfern werden Täter und umgekehrt.

Wenn sich am kommenden Samstag bei der Premiere der aktuellen Inszenierung im LSK-Theater der Vorhang hebt, erwartet die Zuschauer ein Volksstück der anderen Art, mit Spannung auf höchstem Niveau über eineinhalb Stunden. Auf dem Spielplan steht „Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr, einem der bekanntesten österreichischen Autoren.

egie führt Dagmar Vögel-Biendl die im Komödiengenre mit dem „Perfekten Paar“ und „Frische Luft“ Erfolge feierte, mehr aber noch mit den Dramen „Hexenjagd“ von Arthur Miller und Anzenhofers „Meineidbauer“ große Beachtung fand. Als Regieassistentin steht ihr Susanne Zeller-Fries zur Seite, die im Herbst in der „Feuerzangenbowle“ und zuvor bei „Freunde zum Vergessen“ Erfahrung sammelte. Der Tiroler Karl Schönherr (1867 - 1943) studierte Philosophie und Medizin, hängte 1905 den Arztkittel an den Nagel und avancierte bald zu einem erfolgreichen Schriftsteller. Die wichtigsten Themen für seine Stücke suchte Schönherr sich immer mitten in der Bevölkerung: Hoffnungen, Leiden und Sehnsüchte, aber auch Selbstbestimmung, Moral, Macht oder Ungerechtigkeit waren wichtige Elemente in seinem Dramen. Er schaute den Leuten „auf den Mund“ und gab deren Sprache in seinen Werken eine Stimme. 1914 uraufgeführt, zählt „Der Weibsteufel“ zu Schönherrs bekanntesten Stücken. Eine starke Frauenfigur ist der Dreh- und Angelpunkt der dramatischen Geschichte um Treue, Verrat, Liebe und Eifersucht. Zunächst sieht es so aus, als bestimme der Mann, ein alter, kränklicher Schmuggler, über sein junges, sauberes Weib und liefere es dem neuen, vor Kraft strotzenden jungen Grenzjäger aus, um diesen verliebt und damit ungefährlich zu machen. Doch bald werden die beiden Männer zu Wachs in den Händen der Frau. Das System wird durcheinandergewirbelt, Rollen und Muster brechen auf und setzen unterdrückte emotionale Urgewalten frei. „Zuerst habt ihr mich aufgerissen bis auf den Grund, und jetzt möchts ihr mich wieder zudrehn, wie einen Wasserhahn. Aber mich fangts nimmer ein.“, so lässt Karl Schönherr seine Figur sprechen. Und sie soll Recht behalten, das Stück nimmt ein dramatisch-bewegendes Ende. Die Rolle des „Weibs“ wurde mit Steffi Seehofer besetzt. In „Hexenjagd“ und im „Meineidbauer“ konnte sie ihr großes dramtisches Talent zeigen und beim „Hauptmann von Köpenick“ durfte sie urkomisch sein. Julian Niemetz als „Grenzjäger“ ist mit kraftvollem Volkstheater durch seine Rollen im „Verkauften Großvater“ und im „Ruepp“ von Ludwig Thoma bestens vertraut. Nach vielen Jahren berufsbedingter Thaterabstinenz steht erstmals wieder Georg Harrieder auf der Bühne; er verkörpert den „Mann“. Seine letzte Inszenierung war 2008 „Der Hauptmann von Köpenick“ und seine letzte große Rolle spielte er 1990 in „Biedermann und die Brandstifter“ von Friedrich Dürrenmatt. Bei Redaktionsschluss war neben der Premiere die Wiederholungsvorstellung am 25. März ausverkauft. Für die Aufführungen am 24., 26. und 31. März sowie am Samstag, 1. und Sonntag, 2. April, gab es noch wenige Karten bei Bürobedarf Weinmayer in Mainburg unter Telefon 08751/1411. Vorstellungsbeginn ist im LSK-Theatersaal an den Aufführungstagen jeweils um 19.30 Uhr.

Quelle: freising-online

Auch interessant:

Meistgelesen

Großes Reitturnier am Wochenende
Großes Reitturnier am Wochenende
Die Vielfalt der einzigartigen Region Hallertau
Die Vielfalt der einzigartigen Region Hallertau
Auf die Plätze, fertig... los!
Auf die Plätze, fertig... los!
"Parteien müssen unabhängig sein!"
"Parteien müssen unabhängig sein!"

Kommentare