Beschwerde zurück gewiesen

Widerstand zwecklos: Das Windrad bei Haslach kann gebaut werden

viele Menschen und in der Mitte ein Redner
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Rückblick 2018: Gerhard Penger (Bildmitte) konnte für die Bürgerinitiative „Windwahnsinn Nandlstadt“ damals einen gewaltigen Erfolg verbuchen.

„alea iacta est“ - die Würfel sind gefallen. Trotz großem Widerstand seitens der Bürger kann in Haslach die erste Windkraftanlage gebaut werden.

Bürgermeister Gerhard Betz (Nandlstadt) musste in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats diesen darüber informieren, dass der Verwaltungsgerichtshof die Beschwerde gegen den Sofortvollzug der Baugenehmigung zurück gewiesen habe.

Damit kann Tetra RE bauen. Natürlich bleibt ein Restrisiko, denn das Verfahren ist in der Hauptsache noch nicht entschieden. Mehr noch: Es gibt bis jetzt nicht einmal einen Termin für eine Hauptverhandlung. Wenn es ganz dumm läuft für die Windradlbauer müssen die wieder zurück bauen. Das ist aber auch die letzte Hoffnung der Bürgerinitiative wie der Gemeinderäte in Nandlstadt und Au, zumindest deren weit überwiegende Mehrheiten. Und sie ist möglicherweise geringer als diese das wahr haben wollen. Vitus Hinterseher, Sprecher von Tetra RE, geht jedenfalls davon aus, dass das Gericht in seinem 30 Seiten starken Antwortschreiben auch hinreichend zur Hauptsache Stellung genommen habe.

Geplant sind zwei Windkraftanlagen

Er könne beim besten Willen nicht verstehen, dass die Kläger sich immer noch auf heillos veraltete Gutachten berufen würden, sagte er dem FORUM. Gefragt nach seinen konkreten Plänen musste er erst einmal zugeben, die Entscheidung des Gerichtes auch noch nicht so lange in der Hand zu haben wie Bürgermeister Gerhard Betz. Es werde in den nächsten Tagen eine Projektbesprechung geben, kündigte er an. Eine Richtung aber gab er schon mal an: Tetra RE plane ja den Bau von zwei Windkraftanlagen, die nach Lage der Dinge auch gleichzeitig errichtet werden sollen, weil der gewaltige Kran, der für die Montage erforderlich ist, dann nur einmal anrücken muss. Immerhin liegt die Nabenhöhe bei knapp 200 Metern, und der Kranausleger muss noch einmal höher sein. Was da bei Haslach aufgebaut werden soll wird also mit Sicherheit Hobbyfotografen in großer Zahl anlocken. Diese zweite Anlage ist und bleibt als Bürgerbeteiligungsanlage konzipiert. „Wir haben eine große Warteliste“, so Hinterseher. Dann kann die Situation eintreten, dass Bürger aus Nandlstadt Anteile an dem Windrad erwerben, das die offizielle Politik gewissermaßen bis zur letzten Patrone bekämpft hat.

Was das mit einer Gemeinde in der Größe von Nandlstadt oder Au macht muss abgewartet werden. Die letzten Beschlüsse gegen diese Windkraftanlagen waren auch nicht mehr einstimmig gefallen. Vor allem Vertreter der Grünen waren mit dem Gegenargument gekommen, dass die Energiewende nur gelingen könne, wenn alle Energiequellen auch genutzt würden. Hinterseher gab zu: „Die Energiewende ist sehr komplex.“

Er jedenfalls bleibe dialogbereit, betonte er gegenüber dem FORUM. Er setze auch darauf, dass sich, wie Kammerberg schon gezeigt habe, die meisten Bedenken gegen diese Anlagen in Luft auflösen werden.

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