„Die Sicherheit ist nun mal vorrangig“

Wolnzach: Millionenschwere Hausaufgaben für die Feuerwehr

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Wolnzach hat die größte Feuerwehr, aber hier muss nach dem Bedarfsplan wohl eine weitere hauptamtliche Stelle her für das umfangreiche Material. 

Der Markt Wolnzach hat es mit einer millionenschweren „To-do-Liste“ zu tun: Der Feuerwehr-Bedarfsplan, der seit der zweiten Märzhälfte dem Marktgemeinderat vorliegt, ist nicht nur eine enorm gründliche Bestandsaufnahme, sondern auch eine imposante Mängelliste.

Wolnzach- Die „To-do-Liste“ ist millionenschwer: Der Feuerwehr-Bedarfsplan, der seit der zweiten Märzhälfte dem Marktgemeinderat vorliegt, ist nicht nur eine enorm gründliche Bestandsaufnahme, sondern eben auch eine imposante Mängelliste.

Feuerwehr Wolnzach: Sicherheit ist vorrangig

Dabei heißt das nicht, dass der Brandschutz im Markt Wolnzach gefährdet ist. Auf diese Feststellung legt vor allem Feuerwehr-Referent Werner Hammerschmid wert. Gegenüber dem FORUM wurde er dennoch deutlich: „Sicherheit ist, egal wie der Haushalt aussieht, nun mal vorrangig.“ Das Feuerlöschwesen ist tatsächlich Pflichtaufgabe, und die Erstellung eines Feuerwehr-Bedarfsplan ist auch nicht etwa ein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. 

„Wir haben viele Hausaufgaben bekommen, die wir jetzt Schritt für Schritt abarbeiten müssen.“ Diese Hausaufgaben haben es in sich: So hat sich der Daumen der Gutachter beispielsweise über dem Feuerwehr-Gerätehaus im Ortsteil Gebrontshausen gesenkt. „Gerätehaus nicht mehr sanierbar, Neubau notwendig.“ In Burgstall ist das Gerätehaus sanierungsbedürftig, gleichzeitig ist die Sirenenalarmierung mangelhaft. In Larsbach könnten die Kameraden einen bösen Frust erleben: Sie sind, wie etliche andere auch, mit einem Tragkraftspritzenanhänger ausgerüstet, aber die Bereitstellung eines Zugfahrzeugs ist nicht immer gesichert. 

In Geroldshausen muss das Gerätehaus erweitert werden, darüber hinaus hat die Feuerwehr hier Bedarf an einer Ergänzung des Fahrzeugbestandes. Dazu kommen ganz offensichtlich Probleme, genügend Freiwillige für den Dienst in der Feuerwehr zu gewinnen. Der Markt Wolnzach unterhält nicht weniger als elf Feuerwehren. Alle haben angegeben, die Ist-Stärke erhöhen zu wollen. Darüber hinaus wollen die meisten auch den Anteil weiblicher Mitglieder steigern. Was den Fahrzeugbestand angeht, halten die Gutachter fest: „In einigen Ortsteilfeuerwehren sind noch Tragkraftspritzenanhänger vorhanden, die zum Teil weit über 30 Jahre alt sind. 

Der Tragkraftspritzenanhänger ist zwar besonders preiswert und aufgrund seiner geringen Größe sehr wendig und leicht unterzustellen, ist gemäß Merkblatt zur Feuerwehrbedarfsplanung jedoch keine ausreichende Ausstattung für die Bekämpfung eines Standardbrands.“ Damit steht fest: Über kurz oder lang müssen alle diese Anhänger durch ein eigenes Fahrzeug ergänzt werden. Tatsächlich können die Freiwilligen weder auf Leitern noch gar auf Atemschutzgeräte oder einfache Geräte zur technischen Hilfeleistung wie Motorsägen zurückgreifen. 

Größere Defizite gibt es auch bei der Alarmierung. So gibt es Ortsteile, in denen die Sirenenalarmierung überhaupt nicht funktioniert oder nur teilweise. Was die Einhaltung der Hilfsfrist angeht haben die Gutachter festgestellt, dass einige Ortsteile nicht erreicht werden oder aber nicht sicher erreicht werden können beispielsweise wenn die Straßenlage schlecht ist. Zudem würden in einigen Fällen die Feuerwehrkameraden zu schlecht ausgerüstet sein, weil die Atemschutzausrüstung, die für einen Wohnungsbrand zwingend notwendig ist, dann noch nicht an der Einsatzstelle ist. 

Hier haben die Gutachter die längste Mängelliste zusammengetragen. Nun ist es aber nicht so, dass die Feuerwehren und der Markt Wolnzach in der Vergangenheit untätig gewesen sind. Der Zustand der Gerätehäuser ist schon länger bekannt. Es laufen Überlegungen, durch Zusammenlegung in Form von sogenannten Ausrückegemeinschaften mit einem gemeinsamen neuen Gerätehaus etwa im Bereich Larsbach Abhilfe zu schaffen.

Quelle: freising-online

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