Online-Fragestunde

Ärger wegen Glasfaserausbau in Anzing

Glasfaser
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Der Glasfaserausbau in Anzing läuft nicht ganz problemlos

Der Glasfaserausbau in Anzing lief bisher nicht optimal – Matthias Popp von Deutsche Glasfaser verspricht Besserung

Der Glasfaserausbau in Anzing trübt bis heute die Stimmung – meist die der Anwohner und Kunden. Termine wurden nicht eingehalten, aufgerissene Straßen oder Gehwege nicht wieder verschlossen und dann gab es noch zwei Unfälle, die Gott sei Dank glimpflich ausgingen. Bei einer digitalen Fragerunde stellte sich Matthias Popp, Abteilungsleiter FTTH Rollout Management Bayern der Firma Deutsche Glasfaser den Fragen der Anzinger Bürger.

Fast neunzig Anzinger nahmen das Angebot der Fragestunde an und ließen ihrem Frust und Ärger, über das mitunter nicht mehr nachvollziehbare Vorgehen der Deutschen Glasfaser im Gemeindegebiet ihren Lauf. Und auch Katrin Alte war es in Stimmlage und Wort anzuerkennen, dass sich hier und jetzt was ändern muss: „Wenn wir nicht Corona hätten, hätten wir jetzt eine Bürgerversammlung. Das Thema, glauben Sie mir, brennt uns auch im Rathaus unter den Nägeln und liegt uns sehr am Herzen und wir müssen hier Lösungen finden.“

2018 schloss die Gemeinde und die Deutsche Glasfaser den Kooperationsvertrag. Wobei es zu erwähnen gilt, dass nicht die Gemeinde der Auftraggeber ist, sondern der Kunde an sich. Alte versicherte energisch, dass kein Bürger, kein Kunde hier alleingelassen wird: „Die Gemeinde stiehlt sich nicht aus der Verantwortung“.

Matthias Popp, entschuldigte sich gleich bei seinen ersten Worten an die Bürger von Anzing für die Unfälle, erläuterte aber gleichzeitig, dass das langsame Tempo des Ausbaues genau dem Gasunfall geschuldet sei: „Wir mussten das Tempo verringern, weil wir hier so viel Gas im Boden haben und nicht noch einmal in eine Unfallsituation kommen möchten“.

Auch Popp ist mit dem Zustand des Ausbaus nicht zufrieden, „aber in den letzten Wochen hat sich viel getan“. Mittlerweile sind 326 Kunden „an das Licht angeschlossen“, 240 Anschlüsse stehen für das neue Jahr noch aus. Ab Januar 2021 bis März des neuen Jahres kommt der Norden von Anzing dran. Ab 11. Januar im neuen Jahr beginnen die Arbeiten im nördlichen Teil der Gemeinde und hier wird nun laut Popp besonders darauf geachtet, dass alles klappt.

Ob hier nun die auch von der Gemeinde gewünschte Mindesttiefe der Kabel eingehalten wird, wird man sehen. Hartnäckig hält sich nämlich das Gerücht, dass in Forstinning 60 Zentimeter das Maß der Tiefe ist. Alte erklärt, dass in Anzing mindestens 40 Zentimeter eingehalten werden müssen, wenn das bei schon verschlossenen Gruben nicht der Fall ist, dann müsste noch einmal geöffnet werden.

Popp erklärt, dass es hier überhaupt keine gesetzliche Regelung gäbe, man müsse das immer im Detail entscheiden. Über eine Stunde lang las Katrin Alte Frage über Frage vor und Matthias Popp versuchte, detailliert darauf einzugehen, dafür gab es auch das ein oder andere Lob aus dem Publikum. Manche Frage war zeitlich so brisant, dass versprochen wurde, die Problematik innerhalb von Tagen und mit persönlichem Einsatz zu klären.

„Ich bitte die Bürger von Anzing die Arbeiten weiterhin zu unterstützen, wir müssen jetzt einfach mal nach vorne schauen und weiterkommen“, betont pragmatische Manager. Bei ernsthaften Problemen hat auch die Gemeinde den Kontakt zu Glasfaser - und zwar direkt. So sollten sich die Bürger auf gar keinen Fall scheuen, sich im Rathaus zu melden. „Wir werden das Gemeindegebiet nicht verlassen, solange nicht alle Mängel behoben sind“, verspricht die Deutsche Glasfaser. An diesem Abend hatte man den Eindruck, dass sich die Zusammenarbeit mit der Deutschen Glasfaser deutlich verbessert hat – davon wird man sich im nächsten Jahr überzeugen können. - tt

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