Demonstration

Aktionsgruppe Respekt@Poing demonstriert gegen Rassismus und Antisemitismus

Plakat mit Zitat von Max Mannheimer
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Mit Plakaten wie diesem demonstrierte die Aktionsgruppe Respekt@Poing

Aktionsgruppe Respekt@Poing, Bürgermeister und Gemeinderäte demonstrierten am Bürgerhaus gegen einen Redner der Querdenker, der rechtes Gedankengut verbreitet hat

Poing – Es war die richtige Antwort, die weit über 100 Menschen – darunter Gemeinderäte aller Fraktionen sowie Vereine und Organisationen („Bunt statt Braun“) – auf der Wiese beim Max-Mannheimer-Bürgerhaus in Poing gegeben haben. Sie alle waren dem Aufruf der Aktionsgruppe Respekt@Poing gefolgt, um ein Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu setzen. Deren Sprecherin Christina Tarnikas hatte mit zahlreichen Helfern die Demonstration kurzfristig organisiert.

Alle wollten den Auftritt eines Redners verurteilen, der in der Woche zuvor bei einer Demonstration gegen die Coronabeschränkungen (findet immer donnerstags am S-Bahnhof statt) den Holocaust in Verbindung mit dem Dritten Reich verharmlost und zudem die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, beleidigt hat. „Wir schützen unsere Demokratie und deshalb darf es keinen Antisemitismus und rechtes Gedankengut in unserer Gemeinde geben. Wir haben Courage“, sagte Christina Tsarnikas, die umgeben war von Transparenten wie Respekt@Poing und einem Zitat von Max Mannheimer „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon“ eingerahmt wurde.

Auch Bürgermeister Thomas Stark sprach seinen Ärger über die „entgleiste“ Veranstaltung der Querdenker aus: „Seit einem halben Jahr leben wir mit diesen Demos, aber letzte Woche wurde eine rote Linie überschritten. Antisemitismus unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit darf es bei uns nicht geben“, so Stark. Auch Altbürgermeister Albert Hingerl, dessen Familie mit Charlotte Knobloch befreundet ist und der ein Freund von Max Mannheimer war, möchte, „dass Poing zusammenhält und weiterhin Courage zeigt“. „Unsere Schüler haben es uns vorgemacht und deshalb gibt es nur eines: wir wollen in Frieden leben“, so Albert Hingerl. Für Pfarrer Michael Simonsen von der Evangelischen Christuskirche ist es wichtig, „gerade in diesem Ort ein gutes Miteinander zu pflegen“.

Dass ein „gutes Miteinander“ wohl noch einige Zeit brauchen wird, zeigte sich am gleichen Abend: In Sichtweite fand auf der nördlichen Rampe der Bahnunterführung das obligate Treffen der Querdenker statt – begleitet von einem Polizeiaufgebot. - fu

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