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Aktivkreis Umwelt startete Neophytenbekämpfung

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Markt Schwaben –

Der Aktivkreis Umwelt startete sein Projekt zur Neophyten Bekämpfung im Gemeindegebiet Markt Schwaben mit einer Auftaktveranstaltung im Unterbräusaal, um auf die Problematik durch gebietsfremde, invasive Pflanzenarten hinzuweisen. Hierzu wurde notwendiges Wissen vermittelt und Bewusstsein gefördert. Begleitet wurde die Aktion von der anerkannten Wildnisköchin Wally Berchtold mit Kostproben und Tipps. Erste Überlegungen zu diesem Projekt gab es schon im Frühsommer des vergangenen Jahres. Im Vorfeld wurde von den Aktiven viel Zeit darin investiert, Ausgangsdaten zu erarbeiten. Eine flächendeckende Bestandaufnahme wurde durchgeführt und dient als Grundlage für die Planung bei der Vorgehensweise für Beseitigungsaktionen, die heuer und in den kommenden Jahren im Gemeindegebiet durchgeführt werden sollen. Der Start der Beseitigungsaktionen ist für Ende Mai oder Anfang Juni 2012 geplant. Ziel der Ausstellung im Unterbräusaal war, Bürger zu sensibilisieren und umfassend über das Thema invasive Neophyten zu informieren, Aufklärung zu betreiben, Interesse für dieses Thema zu wecken und um Unterstützung zu bitten. Als attraktive Gegenüberstellung soll der Nutzen und der Wert heimischer Wildpflanzen aufgezeigt werden: Die Bedeutung der Pflanzen als Nahrungspflanze und Lebensraum für Tiere, als Heilpflanze und Nahrungsergänzung für uns Menschen. Hierzu war als Referentin Wally Berchtold eingeladen, die das Thema „Essbare Wildpflanzen“ näher brachte. Was sind invasive Neophyten? Neophyten sind Pflanzenarten, die erst nach dem Jahr 1492 (Entdeckung Amerikas) nach Mitteleuropa gekommen sind und von Natur aus da nicht vorkommen. Dazu gehört auch die Kartoffel, die ja auch nicht heimisch ist. Im Mittelpunkt stehen invasive Neophyten, die sich massiv vermehren und für die heimische Pflanzen- und Tierwelt zur Bedrohung werden, Lebensräume und das Landschaftsbild verändern wie Riesenbärenklau und beifußblättrige Ambrosia, die gesundheitsgefährdend sind. Im Gemeindegebiet von Markt Schwaben gibt es folgende relevante Neophyten: Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera), Japanischer Knöterich (Fallopia japonica), Riesenbärenklau oder Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)und beifußblättrige Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia). Diese Arten werden ausführlich mit Bildmaterial und einem Steckbrief vorgestellt. Wie Susanne May vom Aktivkreis betonte, ist vor allem Aufklärung sehr wichtig. Wie kann man die Pflanzen erkennen, wo kommen sie vor, welchen Lebenszyklus haben sie, wie verbreiten sie sich? Es wurden auch die negativen Folgen durch das Auftreten der invasiven Arten dargestellt: Verdrängung von heimischen Pflanzen- und Tierarten, die Veränderung von Lebensräumen und die gesundheitlichen Gefahren für den Menschen. May stellte die Säulen der Neophytenbekämpfung vor: Artspezifische- und fachgerechte Beseitigungsstrategie, Festlegen des richtigen Zeitpunktes für Entfernungsaktionen (vor der Samenreife und bei trockenem Wetter), sorgfältiges Arbeiten, fachgerechte Entsorgung, Überwachung der Befall- Standorte über mehrere Jahre und Wiederholung der Maßnahmen bei Wiederauftreten der invasiven Art. Wegen der komplexen Anforderungen an die professionelle Beseitigung und Entsorgung des Japanischen Staudenknöterichs soll dieser durch eine Fachfirma entfernt werden. Die Beseitigungsaktionen werden vom Aktivkreis Umwelt in Zusammenarbeit mit Gemeindeverwaltung und Bauhof koordiniert, die diese Maßnahmen unterstützen. „Melden Sie uns bitte, wenn Sie Neophyten sehen, damit wir flächendeckend erfolgreich sein können“, sagte May, „hierzu steht ein eigens angefertigtes Neophytenmeldeblatt zur Verfügung. Helfen Sie uns bei Beseitigungsaktionen im laufenden Jahr“. Dabei dürfen Pflanzenteile und Samen nicht verschleppt werden, eine fachgerechte Entsorgung ist unbedingt notwendig. wal

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