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Aktuelle Informationen zu Flüchtlingen in Poing

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Infoveranstaltung des Landratsamtes zumThema Flüchtlinge in der Aula der Dominik-Brunner-Realschule Poing
Infoveranstaltung des Landratsamtes zum Thema Flüchtlinge in der Aula der Dominik-Brunner-Realschule Poing. © wal

Sporthallen sollen bald wieder frei werden

Poing – „Wir haben unsere Sporthallen nicht gebaut, um dauerhaft Flüchtlinge dort unterzubringen“, betonte Landrat Robert Niedergesäß in einer Informationsveranstaltung zum Thema Asylbewerber in der Aula der „Dominik-Brunner-Realschule“ vor einer Woche in Poing. Deshalb werde alles unternommen, die Asylsuchenden möglichst zeitnah aus den Hallen heraus in anderen Unterkünften unterzubringen. Niedergesäß sprach mit Blick auf 2015 von einem turbulenten Jahr. „Terror und internationale Krisen sind vor unserer Haustüre angekommen“, betonte er, „mit den vielen Flüchtlingen, die wir aufnehmen sind wir direkt betroffen!“ Diese Aufgabe werde Europa noch länger beschäftigen, momentan müsse der Landkreis Ebersberg wöchentlich bis zu 61 neue Asylsuchende aufnehmen. „Das ist gemäß Gesetz und Königsberger Schlüssel eine Pflichtaufgabe!“ betonte der Landrat. Er dankte den unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die seit Wochen unbezahlbare Arbeit leisten, die auch psychisch großen Einsatz bedeuten. Weil der Landkreis über keine leerstehende Kaserne oder andere öffentliche geeignete Räumlichkeiten verfüge, müssen eben Schulturnhallen als Notunterkünfte dienen. Die Unterbringung werde immer schwieriger, weil für 2016 mindestens ebenso viele Flüchtlinge erwartet werden als im vergangenen Jahr. „Wir müssen von 1200 bis 1500 ausgehen“, sagte eine Mitarbeiterin des Landratsamtes, „genaue Prognosen gibt es noch nicht, sie sind auch schwer zu stellen!“ Für den nördlichen Landkreis wird in Pliening derzeit eine Traglufthalle für knapp 300 Personen errichtet. Auch im Poinger Ortsteil Grub wird eine ähnliche Halle aufgebaut, bestätigte Bürgermeister Albert Hingerl. Außerdem soll auf einem weiteren Grundstück in Container-Modulbauweise für weitere 50 Personen eine vorübergehende Bleibe geschaffen werden. Hingerl fügte hinzu, dass Dank einstimmigen Beschlusses im Gemeinderat, zur Bearbeitung der gemeindlichen Flüchtlingsproblematik eine Vollzeitstelle im Rathaus geschaffen wird. „Die Stelle ist ausgeschrieben, es gibt bereits Bewerbungen, in der kommenden Woche laufen die Vorstellungsgespräche an“, sagte der Bürgermeister. Er verriet, dass auch ein gewerbliches Gebäude für weitere 100 Unterkünfte im Gespräch ist. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir in Poing 2016 zwischen 500 und 700 Asylsuchende dauerhaft betreuen müssen“, rechnete der Rathauschef, „wir brauchen jede helfende Hand!“

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