Anzinger Initiative „Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl“

„Was wir erlebt haben, ist erschütternd"

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Überall stehen Schilder, die auf die extreme Verstrahlung hinweisen.

Mitglieder der Anzinger Initiative „Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl“ reisten in das verseuchte Gebiet um Wolinzy. Die Kinder dort hoffen auf Hilfe ihrer deutschen Gasteltern.

Anzing – Ingeborg Nünke hat sich zusammen mit etlichen Mitreisenden auf den Weg nach Weißrussland gemacht, um ihre Kinder in Wolinzy zu besuchen.

„Was wir da erlebt haben, ist erschütternd“, erzählt sie. „Den meisten Mädchen und Buben geht es vor Ort richtig schlecht! Ich habe die Situation selber erst verarbeiten müssen und konnte nicht eher öffentlich darüber reden!“

Die Initiative unterstützt Jugendliche bei ihrer Ausbildung

Nun habe sie versucht, sich ihre Eindrücke „von der Seele zu schreiben“, berichtet die Vorsitzende der Anzinger Initiative „Hilfe für Kinder aus der Gegend von Tschernobyl. Die wichtigste Botschaft: „Die Mädchen und Buben in Wolinzy hoffen inständig auf Hilfe ihrer deutschen Gasteltern, nur mit deren Unterstützung können sie einen Weg aus ihrer hoffnungslosen Situation finden!“ Dazu brauchen sie nach der Schule einen Ausbildungsplatz, der Geld kostet. „Die Familien können es sich nicht leisten, deshalb unterstützt unsere Initiative diese Jugendlichen“, berichtet Nünke. Momentan sind es 20 junge Leute, die unter anderem in der Landeshauptstadt Minsk, der Kreisstadt Gomel und mehreren Gemeinden unterschiedlichste Berufe erlernen. Sie sind bereits auf einem guten Weg, aber andere Jugendliche sind leider noch nicht soweit, bedauert die Vorsitzende.

Kinder werden mit verseuchten Lebensmitteln versorgt

„Es war mein 12. Besuch im Dorf“, schreibt Ingeborg Nünke, „aber die Eindrücke waren wesentlich einschneidender als beim ersten Mal!“ Damals war ihre große Hoffnung, dass wenigstens Familien die verstrahlte Region schnell verlassen könnten. „Diesmal musste ich erkennen, dass hier leider immer noch Kinder geboren werden, die mit atomar verseuchten Lebensmitteln großgezogen werden müssen, weil sonst ja nichts da ist“, bedauert sie. Der Garten und der Acker neben dem Haus liefern die wichtigsten Grundnahrungsmittel, vereinzelt gibt es Hühner und ein Schwein. Junge Leute sind quasi gezwungen Babys zu bekommen. „Kinder bekommen bedeutet Kindergeld“, schreibt Nünke, „es ist oft das einzige Einkommen das es gibt!“ 

Gewalt in manchen Familien und Alkoholkonsum der Eltern gehören leider zum Alltag, Leidtragende sind wie so oft die Kinder. „Genau hier müssen wir unbedingt dran bleiben und weiter helfen“, betont sie. Mit ihrer Gruppe hat sie Ausbildungsplätze der Schützlinge unter anderem in Gomel, Minsk und Korma besucht. „Wir waren auch an jener Stätte, wo einst das Dorf Strumen gewesen ist“, erzählt Nünke, „da hat uns alle ein komisches Gefühl der Kälte gepackt!“ Dort wurden die Bewohner erst Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe wegen zu hoher atomarer Belastung evakuiert und umgesiedelt. In Wolinzy, nur wenige Kilometer entfernt, leben nach wie vor Familien. Jene Kinder, die Nünke und ihre Initiative auch im Juni 2019 für vier Wochen wieder zu Gasteltern nach Bayern einladen wird. Obwohl sie momentan noch nicht weiß, wie sie es finanzieren soll.

Wer helfen möchte

Kontakt: Ingeborg Nünke Tel. (0 81 21) 4 82 49 oder anzinger.initiative@gmail.com Spendenkonto VR-Bank Erding IBAN: DE32 7016 9605 0002 5422 00 und BIC: GENODEF1ISE. (www.anzinger-initiative.de). wal

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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