Eisenbahnunterführung in Poing

Architektonisches Meisterwerk oder grauer Bauklotz?

Die Eisenbahnunterführung in Poing
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Auf der Südseite gibt es eine Begrünung bei Mauern und Böschungen sowie eine Baumgruppe

Die Meinungen über die Eisenbahnunterführung gehen deutlich auseinander – eine freundlichere Gestaltung ist in Arbeit

Poing – „Dann fangen wir halt im Süden an“, sagte Bürgermeister Thomas Stark am Ende der Diskussion um die „gestalterischen Verbesserungen“ der Eisenbahnunterführung in der Ortsmitte bei der jüngsten Gemeinderatsitzung.

Seit der Eröffnung am 27. April dieses Jahres gehen zum „Architekten-Bauwerk“ die Meinungen auseinander. Für die einen ist es ein „grauer Betonklotz“, für die anderen eine „architektonische Meisterleistung“. Und dann präsentierte die Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ihre Vorstellungen über eine „grüne“ Unterführung – mit Bäumen, Bepflanzungen, Graffiti und Fahrradständern.

Um die vielen Meinungen unter einen Hut zu bekommen, erarbeitete Annette Wrulich vom Büro Prof. Kagerer Landschaftsarchitekten, Vorschläge für eine „freundlichere“ Gestaltung der Unterführung. In einigen Sitzungen wurden diese – unter anderem hängende Pflanzen, Gabionen (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe), künstlerische Gestaltung, Fahrradabstellplätze und auch die Sicherheit der Passanten – diskutiert. In der Gemeinderatssitzung war Annette Wrulich wieder zu Gast und stellte die überarbeiteten Pläne vor. Eine Absage gab es vor allem für eine Farbgestaltung der Wände.

„Ein Graffiti passt nicht zu Poing“, sagte Peter Maier von der SPD, „es ist graffitisicherer Beton verwendet worden und den sollte man nicht anstreichen“. Diese Meinung teilte auch Herbert Lanzl (CSU), der die „architektonische Meisterleistung“ unberührt lassen möchte. Sein CSU-Fraktionskollege Franz Langlechner möchte der Unterführung in seiner aktuellen Form eine Chance zur Entwicklung geben. „Als Nutzer braucht man Zeit, sich daran zu gewöhnen“. Omid Atai (SPD) stellte den finanziellen Aufwand (geschätzte Gesamtkosten 145.000 Euro) gar in Frage und will „die Verbesserungen“ auf Sicherheit und Fahrradangebote beschränken. Für Bürgermeister Thomas Stark sind die schrägen Wände an den Rampen ein „architektonischer Clou“.

„Man könnte der Unterführung jedoch ein wenig Wucht nehmen“, so Stark und meinte damit die Asphaltfläche der Rampe an der Südseite (Bahnhofstraße), die an der breitesten Stelle 48 Meter misst.

Fraktionsübergreifend war man der Ansicht, dass Radfahrer im Schritttempo die Unterführung queren sollten und dass genügend Fahrradständer vorhanden sind. Im Laufe der Sitzung kristallisierten sich die Vorgaben an die Planer: In Sachen Farbe gibt es auf der Südseite der Unterführung eine Insel mit fünf Bäumen im oberen Bereich (an der Bahnhofstraße) sowie eine Begrünung und ebenfalls Bäume auf der Böschung an der Ostseite, Richtung Parkplatz.

Außerdem soll die Mauer auf der Westseite begrünt werden, um ein Klettern zu vermeiden. Das war eine Bitte von Annette Wrulich: „Diese Wand ist eine Gefahrenstelle und hat am höchsten Punkt eine Fallhöhe von über zehn Meter.“

Zum weiteren Vorgehen gab Peter Mayer zu bedenken, dass „wir den vierspurigen Bahnausbau sowie die Fertigstellung der Rampen berücksichtigen sollten“. Deshalb beschloss das Gremium einstimmig, die Wände und Rampen an der Nordseite nicht zu verändern, bis der barrierefreie Ausbau beendet ist. Danach könnte über weitere Gestaltungsmaßnahmen nachgedacht werden. Mit einer Maßnahme möchte man keinesfalls so lange warten: Es werden 72 Fahrradständer auf der Kiesfläche am City Center II aufgestellt - fu

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