Bürgermeister Hingerl kritisiert Regierung 

Neue Asylbewerber kommen nach Poing

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Die Unterkunft für Asylbewerber im Poinger Ortsteil Grub

30 neue Flüchtlinge wurden Poing zugeteilt. Bürgermeister Hingerl befürchtet Konflikte und fühlt sich von der Regierung allein gelassen

Poing – In den nächsten Tagen kommen neue Asylbewerber nach Poing. Albert Hingerl gab in der Sitzung des Gemeinderates bekannt, dass der Unterkunft in Grub per Ersteinweisung 30 Flüchtlinge zugeteilt wurden. „Dieser neue Personenkreis ist dringend auf die Hilfe durch Asylsozialberatung angewiesen“, sagte der Bürgermeister. „Doch die gibt es leider immer noch nicht!“

Hingerl erinnerte daran, dass die Gemeinde mit der Regierung von Oberbayern seit März 2017 in Kontakt ist und in Gesprächen unter Einbeziehung der Helferkreise eine partnerschaftliche Beziehung vereinbart wurde. Dazu gehört auch, dass eine fachlich in Vollzeit arbeitende Asylsozialberatung durch einen freien Träger zugesichert wurde. Die Vereinbarung gilt seit Oktober 2017, gekommen ist bis heute niemand. „Das ist sehr bedenklich, weil sich unter den für diese Woche zu erwartenden Personen auch Frauen befinden“, sagte Hingerl.

 Sowohl die Unterkunftskoordinatoren als auch die Helfer sehen dieses Belegungsschema problematisch. Weder ist tagsüber eine Asylsozialbetreuung noch eine Security in den Abend- und Nachtstunden vor Ort. Ab 16 Uhr findet trotz dieser kritischen Situation keine Betreuung mehr statt. Hinzu komme, so Hingerl, dass durch die neue Belegung dort auch Zentralafrikaner untergebracht werden. Erfahrungen aus anderen Asylbewerberunterkünften mit ähnlichem Belegungsschema haben ergeben, dass es vermehrt zu Konflikten mit Bewohnern aus dem arabischen Raum kommen kann. „Dieser Zustand führt mittelfristig zu Problemen, mit denen wir als Gemeinde konfrontiert sein werden und nicht die Regierung von Oberbayern“, kritisierte der Bürgermeister. Er bedauerte, dass die Gemeinde Poing trotz humanitären Handelns nun von staatlicher Seite mit den Folgeproblemen der Flüchtlingskrise alleine gelassen wird. 

Die Regierung von Oberbayern hat im September 2017 die Gemeinschaftsunterkunft in Poing übernommen und im Oktober 2017 auch die Unterkunftskoordinatoren ihren Dienst vor Ort begonnen. Bleibe nur zu hoffen, dass endlich auch die Asylsozialberatung zeitnah mit ihrer Arbeit beginnt. wal

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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