Ein Rückblick

Bürgermeister Ludwig Maurer über das vergangene Jahr in Hohenlinden

Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer
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Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer

Seit 24 Jahren ist Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer im Amt. Weitere sechs kommen nach der für ihn erfolgreichen Kommunalwahl im März noch oben drauf. Und doch war 2020 wohl ein ganz besonderes Amtsjahr. Ein Gespräch, wie klein die Welt doch ist und was man in Hohenlinden trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2020 bewegen konnte

Hohenlinden - Irgendwann gegen Ende des Jahres 2019 stellte sich Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer die Frage, ob er bei den Kommunalwahlen im März 2020 nochmals antreten möchte. 24 Jahre ist Maurer im Amt, weitere sechs würden nach einer erfolgreichen Wahl nochmals dazu kommen. „Ich bin gerne Bürgermeister“, sagt Maurer über seinen Entschluss, nochmals anzutreten. Die Frage war nur: „Wollen die Bürger mich auch noch.“

Ludwig Maurer ist positiv in das neue Jahr gegangen, die Finanzen der Gemeinde waren gut aufgestellt und auch der Investitionsplan konnte sich sehen lassen. Und die Bürger wollten ihn – wie die Kommunalwahl zeigte – auch weiterhin als Bürgermeister haben. Und dann kam Corona. „Zunächst dachte ich, Asien ist weit weg“, erzählt Maurer vom Frühjahr 2020. „Als dann die ersten Fälle in Bayern auftauchten wurde einem bewusst, wie klein die Welt doch ist.“

Plötzlich drehte sich die Welt gefühlt in eine andere Richtung und vieles, was in Hohenlinden geplant war, fiel der Pandemie zum Opfer – wie zum Beispiel der Dorfmarkt in der neu gestalteten Ortsmitte.Lebensmittel und andere Produkte aus Hohenlinden und Umgebung sollten dort – möglichst verpackungsfrei – verkauft werden. Ein Projekt, das aber nicht aufgehoben sein soll, nur wird es fraglich, ob es im nächsten Jahr bereits realisiert werden kann.

Was Maurer besonders schmerzte, war, dass viele gesellschaftliche Ereignisse ausfallen mussten. Das Hohenlindener Volksfest musste ebenso abgesagt werden wie das 220-jährige Gedenken an die Schlacht von Hohenlinden. Von den vielen kleineren Festen und Versammlungen von Vereinen ganz abgesehen. „Wir haben in Hohenlinden eigentlich immer einen gut gefüllten Veranstaltungskalender“, sagt Maurer. Handlungsunfähig war man in Hohenlinden jedoch nicht: „Wir sind auch in vielen Bereichen ein gutes Stück vorwärts gekommen“, sagt Bürgermeister Maurer.

So wurde zum Beispiel die Digitalisierung der Grundschule weiter vorangetrieben. Im Zuge des Digitalisierungspaktes sollen für die Schüler Leihgeräte wie Tablets oder Notebooks angeschafft werden. Hier lässt sich ein Erfolg vermelden. Vor kurzem ist der Förderbescheid für die Bewilligung des Antrags bei der Gemeinde eingegangen. Der Breitbandausbau – was seit Jahren und in nahezu jeder Kommune ein Thema ist – wurde auch in Hohenlinden forciert. Zwar hat der Ausbau fast doppelt so lange gedauert wie es ursprünglich geplant war, dafür wurde auch eben ein doppelt so großes Gebiet erschlossen

Länger gestaltet hat sich auch der Bebauungsplan für die Buchenstraße. „Verfahren ziehen sich länger als dies vor zehn oder 20 Jahren der Fall war“, erklärt Maurer. „Viele Gutachten müssen eingeholt werden, viele Beteiligten werden in das Verfahren mit einbezogen.“ Doch im Frühjahr 2021 soll das Baugebiet als Einheimischenbauland ausgewiesen werden. Auch an der Erweiterung des Sportgeländes wurde gearbeitet. Dort soll ein weiteres Spielfeld, ein „Ganz-Jahres-Spielfeld“, wie es Maurer nennt, entstehen. Neben dem Kunstrasenplatz sollen die Funktionsräume erweitert werden. Im nächsten Jahr kann das Projekt in die Genehmigungsphase gehen.

Und natürlich wird auch im Jahr 2021 das omnipräsente Stichwort „Dorferneuerung“ in Hohenlinden eine Rolle spielen. Die Planungen für den 2. Bauabschnitt sollen eingeleitet werden. Dabei soll auch die Bürgerbeteiligung eine große Rolle spielen. „Hier haben wir vieles dazu gelernt“, sagt Maurer. Ins Verfahren sollen noch mehr Beteiligte mit einbezogen werden, längere Straßensperren, die vor allem den Einzelhandel treffen, sollen möglichst vermieden werden.

Doch viele Planungen für 2021 werden wohl im Konjunktiv formuliert werden müssen. Denn wie sich das Corona-Jahr 2020 auf den Haushalt auswirkt, wird man sehen. Traditionell finden die Haushaltsberatungen in Hohenlinden im Januar statt. Die Befürchtungen vor massiven Einbrüchen werden sich wohl nicht bewahrheiten. „Wir haben in Hohenlinden einen breiten Branchenmix“, erklärt Maurer. „Diese bunte Mischung ist schon von Vorteil.“ Doch in vielen Bereichen wird sich die Wirkung, dessen Ursache im Jahr 2020 liegt, erst im Jahr 2021 zeigen. Es wird wohl ein Blick in die Glaskugel sein. - sc

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