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Christa Müller mit Bundesverdienstorden geehrt

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Poing/Bonn

(wal) – „Bitte achten Sie darauf, dass Sie entgegen sonstiger Gepflogenheiten zuerst dem Bundespräsidenten und danach erst seiner Ehefrau die Hand geben“, lautete die Belehrung am Vortag. „Sie müssen ihn mit ‚Herr Bundespräsident’ und sie mit ‚Frau Köhler’ ansprechen“, hieß es weiter, „keinesfalls sollten Sie ‚Herr Köhler’ sagen“. Damit wussten alle 13 Bürgerinnen und Bürger Bescheid, die in der Villa Hammerschmidt vom Staatsoberhaupt und dessen Ehefrau mit dem „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ ausgezeichnet wurden. Unter dieser ausgewählten Klientel unter dem Motto „Miteinander in einer Welt“ war auch die Poingerin Christa Müller, die zusammen mit ihrem Ehemann genauso wie alle übrigen Geehrten bereits am Tag zuvor angereist waren. „Wir hatten Gelegenheit, unsere Arbeit mit Palangavanu in Tansania auf einer Stellwand in Bildern und erklärenden Worten zu präsentieren“, begründete die Geehrte diesen Schritt. In der Arbeit für die Partnergemeinde lag auch die Begründung für die Ehrung. „Die Gemeindehelferin und ehemalige Religionspädagogin unterstützt seit fast 30 Jahren ehrenamtlich die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Markt Schwaben/Poing und Palangavanu in Tansania“, hieß es in der vorgelesenen Begründung. Als Organisatorin von Hilfstransporten für Tansania sichtet und verpackt sie die Hilfsgüter, sorgt dafür, dass Geräte und Maschinen funktionstüchtig sind und sammelt Geld für die Transportkosten. Mehrfach hat sie die Gemeinde in Palangavanu besucht und einen erfolgreich-lebhaften Kulturaustausch initiiert. Seit einigen Jahren leitet sie gewinnbringend den „Eine WeltLaden“ der Kirchengemeinde Poing, dessen Erlös der Tansania-Partnerschaft zugute kommt. „Warum ich, andere machen doch auch sehr viel! Vielleicht sogar noch viel mehr!“ lautete die bescheidene Reaktion der Geehrten. Dann machte sie sofort klar, dass diese Auszeichnung nicht alleine ihr als Person, sondern nur dem gesamten Helferteam rundherum und auch den unzähligen, großzügigen Spendern gelten könne. Vom Sortieren der Sachspenden bis zum Beladen des Containers, Organisieren von Partnerschaftsveranstaltungen bis hin zur kostenlosen Unterbringung von Gästen aus Tansania. „Es gibt bei uns in Poing und Umgebung so viele Menschen die uns helfen“, erklärte Christa Müller dankbar und nannte als Beispiel das Benefizkonzert für den blinden Fredy in der katholischen Pfarrkirche, organisiert vom Verein „Musikfreunde Sankt Michael Poing“. Die Partnerschaftsbeauftragte für die evangelische Partnergemeinde Palangavanu machte aber auch deutlich, dass die Hilfe für die Menschen in Tansania weitergehen müsse. „Ob der dringende Bau einer Wasserleitung für das Dorf, die Ausbildung von Kindergärt- nerinnen für einen ebenfalls mit Spenden erbauten Kindergarten, finanzielle Unterstützung mitteloser Kinder beim Schulgeld und für die vielen Aidswaisen, die Bezahlung der Blindenschule für Fredy“, zählt Christa Müller auf, „es gibt noch viel zu tun!“ Die Geehrte war auch von der Festrede des Bundespräsidenten sehr beeindruckt. Dort hatte Horst Köhler erzählt, dass er zusammen mit seiner Frau früher auch am Aufbau eines „Eine Welt Ladens“ mitgewirkt habe. Christa Müller machte deutlich, dass die Realisierung noch offener Projekte nur mit Unterstützung von Spendern und ehrenamtlichen Helfern möglich sei. „Gemeinsam schaffen wir das“, glaubt die Geehrte und lächelt zuversichtlich. Zusammen mit ihrem Helferkreis bittet Christa Müller um Spenden mit dem Kennwort „Tansania“ auf das Konto 660266 der Sparkasse Ebersberg (BLZ 70051805). Weitere Informationen gibt es auch beim Partnerschaftssonntag in der Poinger Christuskirche mit Gästen aus Tansania am Sonntag den 12.Juli ab 10 Uhr bis in den Nachmittag hinein.

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