Druckkunst und andere „Ereignisse“

Markt Schwaben

(wal) – Zwei Besonderheiten konnte am Samstag Bernd Romir in seiner Funktion als Vorsitzender den Gästen im Heimatmuseum Markt Schwaben präsentieren: Die Jahresausstellung „Besondere Ereignisse“ und ein neues, fertig eingerichtetes Ausstellungszimmer unter dem Motto „Druckkunst“. Letzteres ist im Speicher des Hauses untergebracht und dokumentiert die Entstehung von Schriften und Büchern von Gutenbergs Erfindung bis in die Markt Schwabener Neuzeit. Romir dankte ganz besonders Gerald Ertl, der zur Entstehung dieser Teilausstellung einen großen Beitrag geleistet hat. „Es sind nicht nur Gerätschaften und der komplette Arbeitsplatz eines Schriftsetzers mit Regletten, Ablagebrett für Schriftzeilen und die typischen Werkzeuge zu sehen, sondern auch der Gautschbrief von Gerald Ertl“, freute sich der Vorsitzende. Gerald Ertl hatte in den 1960ger Jahren beim Zeitungsverlag Münchner Merkur Schriftsetzer gelernt und musste nach damaligem Brauch auch die „Wassertauff ad posteroria“ als fertiger Geselle über sich ergehen lassen. Auf Wandtafeln gibt es darüber entsprechende Dokumentationen und Be- schreibungen mit Bildern. In Texten auf Tafeln und mit Bildmaterial belegt sind auch die Dokumentationen über „Besondere Naturereignisse“ in Markt Schwaben und Umgebung in der Zeit ab dem Jahr 1889. „Am 15.Juli 1889 flogen die ersten Nonnenfalter“, beginnt der begleitende Text. Dass in der Folgezeit alle Laubbäume kahl gefressen wurden und später komplett abgeholzt werden musste ist ebenfalls aufgeführt. Von einem „schlimmen Unwetter“ im Juli 1894 wird ebenso berichtet wie heftigen Wirbelstürmen in der Zeit danach. Am Fronleichnamstag im Jahr 1928 ging über die Region ein heftiger Hagel nieder der die Ernte komplett vernichtete. Dokumentiert sind aber auch der Flugzeugabsturz im Mai 1962 und das Explosionsunglück im Bayerischen Kunststoffwerk Markt Schwaben mit etlichen Toten und Verletzten. Die Jahresausstellung, die noch am heutigen Mittwoch, den 19. November, von 18 Uhr bis 20 Uhr und am kommenden Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr mit allen übrigen Exponaten des Markt Schwabener Heimatmuseums besichtigt werden kann, zeigt auch besondere „Großereignisse“ aus der neueren Vergangenheit wie Maibaumfeste, Vereinsjubiläen oder der Aufstieg des FC Falke. Begleitet wurde die Eröffnung von Gstanzln mit Karl Haushofer und Alois Smorra, es war unter anderem die „Welturaufführung“ vom Markt Schwabener Museumslied zu hören.

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