Aufführung

Eine Leistung des Ehrenamtes: Die Weiherspiele in Markt Schwaben

„Ohne die ganzen freiwilligen Helfer wären die Aufführungen in Markt Schwaben nicht möglich“, so der Vorsitzende des Theatervereins Franz Stetter.

Markt Schwaben – Der Theaterverein Markt Schwaben bringt diesen Sommer wieder Freilichttheater auf den örtlichen Kirchweiher – doch wie schafft man es, ein Spektakel auf die Beine zu stellen, das jedes Jahr knapp 10.000 Besucher begeistert?

Entstehung der Weiherspiele

Die Erfolgsgeschichte beginnt vor mittlerweile 35 Jahren. Im Sommer 1984 bringt der Spielleiter, Regisseur und Autor Josef Schmid erstmals ein Theater nach Markt Schwaben, wie es der kleine oberbayerische Ort noch nie zuvor erlebt hat. 

Wie bei den ­Bregenzer Festspielen schwimmen die Bühnen auf dem kleinen See im Ortskern. Das Licht und die Stimmung sind an den lauen Sommerabenden überwältigend, lokale Künstler tragen musikalische Parts bei, die Kulissen begeistern mit wundersamen Details und die steilen, aber gemütlichen Hänge um den Kirchweiher laden zum abendlichen Picknick ein.

Die Weiherspiele sind geboren. Bald darauf kommt es zur Gründung eines Vereins, dessen Vorstandschaft Schmid bis 2017 inne hat. Die Geschichte der Weiherspiele ist gleichsam eine Geschichte des Ehrenamtes. 

Überall, wo es möglich ist, setzt man im Theaterverein seit jeher auf die eigenen Mitglieder. Sei es bei handwerklichen Arbeiten, beim Bierausschank oder sogar bei der Verkörperung der begehrtesten Hauptrollen vor tausenden von Zuschauern. „Wir sind auf unsere Ehrenamtlichen angewiesen. Sonst wären die Weiherspiele nicht möglich – damals wie heute“, so Franz Stetter, der seit 2017 erster Vorsitzender des Vereins ist. 

Außerdem ist er organisatorischer Leiter der Weiherspiele und war letztes Jahr sogar in der Titelrolle als Brandner Kaspar zu sehen. „Die meiste Arbeit ist jedoch die, die man nicht sieht.“ Vor allem seien es die organisatorischen Aufgaben, die ihn viel Zeit und Nerven kosteten, wie Genehmigungen, Post- und E-Mail-Verkehr oder Planungsarbeiten.

Ganz nebenbei leitet er auch noch die handwerklichen Aufgaben beim Aufbau der Spiele und verbrachte 2018 über sechs Wochen lang von Montag bis Samstag täglich acht Stunden und mehr am Weiher. Vom Abbau ganz zu schweigen.

„Ein ehrenamtlicher Vollzeitjob“

Und all das komplett ehrenamtlich. „Ein ehrenamtlicher Vollzeitjob, das könnte man schon so sagen“, so der Vorsitzende, der diese Aufgaben ungefähr zeitgleich mit seinem Renteneintritt übernommen hat. Im Hinblick auf die kommenden Spiele zeigt er sich zuversichtlich: „Auch dieses Mal haben wir noch die ein oder andere Überraschung parat. Am Spektakel soll es wie immer nicht fehlen!“, versichert Stetter mit zwinkerndem Auge.

"Ein Sommernachtstrauma"

Nach dem großen Erfolg des „Brandner Kaspar“ im letzten Sommer finden dieses Jahr die Markt Schwabener Weiherspiele wieder wie gewohnt vom 4. Juli bis 3. August statt. Gezeigt wird diesmal ein Klassiker der Theaterliteratur, allerdings in einer ganz speziellen, eigenen Fassung: Shakespeares Sommernachtstraum wird auf den Seebühnen zur fein ironisch gewürzten Komödie 

„Ein Sommernachtstrauma“. „Wir wollten dem beliebten Klassiker ein neues, zeitgemäßes Gewand verpassen“, erzählt Ferdinand Maurer, stellvertretender Vorstand, Regisseur und Autor der diesjährigen Weiherspiele. Auch er ist ein jahrelanger Ehrenamtlicher des Vereins. „Wenn wir auch dieses Jahr wieder alle mit anpacken, steht einer gelungenen Saison nichts im Wege.“ Karten und Infos gibt es unter www.weiherspiele.de. Thomas Steinbrunner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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