Eine Feier zum Abschied

"Offenes Haus - offenes Herz" - Elterninitiative an der Grundschule in Markt Schwaben endet

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Feierstunde zum Ende der Elterninitiative "Offenes Haus - Offenes Herz" mit Gründerin Bettina Ismair (4.v.l.) und Vizebürgermeister Albert Hones (2.v.l.)

Initiatorin Bettina Ismair lud ins Markt Schwabener Rathaus zu einer Abschiedsfeier: Ihre Initiative "Offenes Haus - Offenes Herz" endet ab sofort.

Markt Schwaben – „Heute muss ich Euch leider darüber informieren, dass wir beschlossen haben, die Elterninitiative ‚Offenes Haus – Offenes Herz‘ an der Grundschule ab sofort zu beenden. In den 17 Jahren des Bestehens hat sich viel grundlegend verändert!“ Mit diesen Worten und weiteren Erklärungen, lud Bettina Ismair ihre Mitstreiter und Unterstützer kürzlich zu einer Abschlussfeier ins Foyer vom Rathaus Markt Schwaben. Damit endete eine wahre Erfolgsgeschichte, die in ganz Deutschland bis zum Kultusministerium Anerkennung fand und sogar mit mehreren Preisen gekrönt worden ist. 

Dabei war das damals gar nicht so geplant. „Mein Sohn Johannes kam von der Schule nach Hause und brachte drei Flüchtlingskinder mit, um ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen und gemeinsame Zeit zu verbringen“, berichtete Bettina Ismair, „später haben das andere Kinder in ihren Familien auch so gemacht!“ Dank der Mithilfe der damaligen Förderlehrerin Inge Weizel entstand eine Regelmäßigkeit, aus der in der Folge 2007 die Initiative „Offenes Haus – Offenes Herz“ gegründet wurde. Immer am Mittwoch durften Migrationskinder in Markt Schwabener Familien mitgehen, um schneller und besser lernen zu können. „Das war bis heute Integrationsarbeit vom Feinsten“, lobte Vizebürgermeister Albert Hones in seinem Grußwort. Großes Lob kam auch von MdL Doris Rauscher und dem damaligen Schulleiter Bernd Romir. „Sie haben vor 17 Jahren einem ziemlich verzweifelten Lehrerkollegium samt Schulleiter geholfen“, betonte er. Bettina Ismair habe als Initiatorin die Zeichen der Zeit richtig erkannt und so in Laufe der Jahre viele Migrationskinder und Eltern unterstützt. Auch die Schulen und die Gemeinde Markt Schwaben hätten davon profitiert. Seit der Gründung haben mehr als 100 Eltern an 605 Betreuungsnachmittagen rund 200 in Kinder aus 39 Nationen zu sich eingeladen, um gemeinsam zu lernen und spielen. Obwohl das „Offene Haus“ seine Türen schließt, wird die grundsätzliche Idee weitergeführt. Wie Susanne Meedt als zuständige Fachkraft vom Franz Marc Gymnasium ausführte, werden die Aktivitäten rund um die bisherige Integration unter gleichem Namen weitergeführt. Momentan kümmern sich 75 Gymnasiasten der 10. bis 12. Jahrgangsstufen sowie P-Seminare der Q 12 nach wie vor und auch weiterhin intensiv um Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Der Hauptanteil dieser Jugendlichen kommt aus der Mittelschule. „Unsere Initiative in ihrer ursprünglichen Form wurde von Zeitgeist überholt“, meinte Bettina Ismeir in ihren Ausführungen, „die Politik holt die Kinder von ihren Eltern weg, sie sind meistens in Tagesstätten untergebracht und die Bildung setzt bereits in den ersten Lebensjahren ein“. Das „Offene Haus“ habe 17 Jahre dagegengehalten, jetzt sei Zeit damit aufzuhören. Ismair dankte allen Mitstreitern, vom Lehrerkollegium bis hin zu den Eltern und den Kindern selbst. (wal)

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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