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Entscheidung für eigenes Wärmenetz

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Derzeit wird in Markt Schwaben vielerorts mit mobilen Energiestationen gearbeitet, diese steht bei der Feuerwehr. © wal

Mit den Arbeiten wird sofort begonnen – Insgesamt rund 12 Millionen Euro müssen laut der Planer investiert werden

Markt Schwaben – In der Sondersitzung am Donnerstag hat der Marktgemeinderat eine wichtige, zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Markt Schwaben bekommt bald ein kommunales Wärmenetz, mit den Planungen wird sofort begonnen. Wegen finanzieller Bedenken waren zwei Mandatsträger dagegen. Zuvor wurde ein ausführlicher Zeit und Finanzierungsbericht zur Realisierung vorgelegt. „Wir haben davon profitiert, dass die Regierung von Oberbayern Ende 2012 für Kommunen ein kostenloses Energiecoaching angeboten hat“, erklärte zu Beginn Georg Hohmann, „da haben wir uns beworben und gewonnen“. Nun liege das Ergebnis vor und der Marktgemeinderat müsse entscheiden, ob „das angepackt werden soll“, meinte der Bürgermeister. Erarbeitet wurde das Konzept von K.Greentech zusammen mit dem Ingenieurbüro Fleckner, sowie GGSC Augsburg mit Harald Asum an der Spitze. Zu Beginn erörterte Erich Monhart (K.Greentech) die spezielle Energie Situation in Markt Schwaben und erinnerte an das Klimaschutzprojekt des Landkreises Ebersberg, bis zum Jahr 2030 frei von fossilen und endlichen Energieträgern zu sein. „Wir wollen, dass die ökonomisch tragfähigen Projekte mit lokalen oder regionalen Ressourcen geplant, realisiert und finanziert werden“, erklärte der Experte. Das bedeute, dass der überwiegende Teil in lokaler Eigentümerschaft umgesetzt wird. Es sei notwendig, für die Wärmeversorgung Markt Schwaben ein rechtlich selbständiges Kommunalunternehmen zu gründen und das dafür notwendige Personal einzustellen. Es wurde empfohlen, nicht mit „Teillösungen“ zu arbeiten, sondern sofort das „Gesamtkonzept“ anzupacken. Nach Aussage der Planer müssen insgesamt rund 12 Millionen Euro investiert werden, die sich im Laufe mehrerer Jahre während der Umsetzung summieren werden. Davon habe die Marktgemeinde nach Abzug der Subventionen nur rund ein Drittel, nämlich 4,2 Millionen selber beizusteuern. Gemäß der Investitionsplanung muss Markt Schwaben in den Jahren 2014 und 2015 jeweils 750000 Euro bereitstellen, 2016 noch einmal eine Million. Der Zeitplan der Realisierung sieht vor, noch heuer ein geeignetes Grundstück zu finden, das Kommunalunternehmen zu gründen und den Finanzierungsplan mit Einbeziehung der Fördermittel zu erarbeiten. Im Februar 2014 wird der Genehmigungsplan erstellt, im zweiten Quartal 2014 der Vertrag mit Kunden formuliert und Kunden angeworben. Bereits im Oktober 2014 könnte mit dem Bau vom Wärmezentralgebäude begonnen werden. Schon im Februar 2015 könnte dann die Anlagentechnik installiert und ab März mit der Realisierung des ersten Abschnittes an Versorgungsleitungen begonnen werden. Schon im August werden erste Kunden mit dem Wärmenetz versorgt, der erste Bauabschnitt sollte im vierten Quartal 2015 abgeschlossen sein. Die Bauabschnitte zwei und drei folgen unmittelbar danach, sodass bis Ende 2017 alles fertig ist. Diskutiert wurde unter anderem darüber, ob die Hackschnitzelheizung auf Dauer die richtige Methode ist, oder ob man auch die Energieversorgung mit Geothermie „light“ ins Auge gefasst werden sollte. Monika Schützeichel (CSU) verwies auf die prekäre Finanzsituation. „Grundsätzlich bin ich für diese Wärmversorgung“, betonte sie, „aber unser Haushalt ist auf Kante genäht, schließlich sind wir knapp an einem Konkurs vorbeigerutscht!“ Sie habe große Sorgen, so Schützeichel weiter, dass die Gemeinde in der Zukunft womöglich die sozialen Aufgaben nicht erfüllen kann. Manfred Hoser (FreieWähler) plädierte dafür, zuerst das Ergebnis der konkreten Planung abzuwarten, dabei sollte die Hackschnitzelheizung mit der Geothermie verglichen werden. Der anwesende Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr nannte das Vorhaben der Marktgemeinde ein „Leuchtturmprojekt“, dem die Gemeinderäte unbedingt zustimmen sollte, was sie dann bei zwei Gegenstimmen auch taten. (wal)

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