Schlüssiges Konzept überzeugt

Eröffnung des neuen katholischen Kindergartens am Endbachweg in Poing

Das Gebäude ist durch einen Erdwall vom S-Bahn-Lärm geschützt und bietet im großen Garten viel Platz zum Spielen.
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Das Gebäude ist durch einen Erdwall vom S-Bahn-Lärm geschützt und bietet im großen Garten viel Platz zum Spielen.

Erfolgreicher Neustart nach vielen Problemen

Poing – Was hat dieses Projekt hinter sich – Abriss im Winter 2018/19, dann Auslagerung der Kinder in Behelfscontainer am Verkehrsübungsplatz, dann interne Probleme mit Personal (viele haben gekündigt) und schließlich auch noch bauliche Schwierigkeiten, die den Betrieb immer wieder hinauszögerten. Doch das ist Schnee von gestern. KiTa-Leiterin Annalena Rutzmoser empfängt in einem blitzsauberen Gebäude, wo aktuell nur acht Kinder einen Gruppenraum für sich alleine haben.

Apropos Räume: Die vier gleichgroßen Zimmer sind in dem langen, breiten Flur farblich gekennzeichnet – mit Rot, Gelb, Grün und Blau. Drinnen geräumig, mit deckenhohen Fenstern und direktem Zugang in den Garten. Viel Stauraum für Spielzeug und Bücher – dazu noch einen Herd mit Backofen. „Da können wir Kuchen backen und den dann zum normalen Essen, das von einem Caterer geliefert wird, genießen“ sagt Rutzmoser. Zum Gruppenraum gehört zudem noch ein Nebenzimmer mit Bau- und Spielecke. Dort findet übrigens jeden Tag der Morgenkreis statt.

Ein Highlight ist der „Rückzugsbereich“ – ein kleiner einstöckiger Raum, wo man entweder unten oder darüber spielen, lesen oder chillen kann. „Der wird in jeder Einheit individuell gestaltet“ so Rutzmoser, „was sich dann im September, wenn wir mit zwei Gruppen starten (ab zweieinhalb bis sieben Jahre), endgültig zeigen wird“. Dann hat die Einrichtung noch lange nicht ihre Kapazitätsgrenze erreicht: Vier Gruppen mit je 25 Kindern ist das Maximum. Dann dürften die vier aktuell tätigen Betreuerinnen sich über zwei weitere Kräfte freuen.

In dem geräumigen Gebäude spielt sich das Leben nicht nur in den Gruppenräumen ab: Es gibt ein Therapiezimmer (für Förderung), das je nach Bedarf auch als Atelier umfunktioniert wird. Außerdem noch einen großen Bewegungsraum, wo einmal in der Woche geturnt wird – Annalena Rutzmoser und ihre Vertreterin Verena Bischof sind ausgebildete Übungsleiterinnen.

Die beiden und ihr Team haben gemeinsam mit viel Engagement („hatten ja genug Zeit dafür“) ein schlüssiges Konzept („viel Bewegung und gesunde Ernährung“) ausgearbeitet. Darin spielt – gemäß dem katholischen Träger – natürlich die Religion im Tagesablauf eine Rolle. „Wir sind jedoch offen für alle anderen Religionen“ so Rutzmoser, die mit Pfarrer Philipp Werner regelmäßig in Kontakt steht und der die Einrichtung zweimal im Monat besucht. „Zudem orientieren wir uns während des Jahres an den christlichen Feiertagen“ erklärt die Leiterin.

Eine weitere „Orientierung“ für Team und Kinder sind die verschiedene Thementage in der Woche: Montag ist Spielzeug-Tag (Kinder können ihr eigenes Spielzeug mitbringen), am Mittwoch ist Müsli-Tag, wo es zum Frühstück frisches Obst, Milch und Bio-Müsli gibt, der Donnerstag ist für einen „offenen Tag“ im Themenraum reserviert und am Freitag findet die „Kinderkonferenz“ statt. Dort diskutierten die Kleinen in der Gruppe („gut für das Mitspracherecht“) und wer möchte, bekommt bei Leiterin Rutzmoser einen Termin für ein Einzelgespräch in ihrem Büro.

Doch spielt sich der Tag am Endbachweg nicht nur im Inneren des Gebäudes ab. Jetzt – wo Corona nicht mehr alles diktiert – sind die Kleinen gerne draußen am Spielplatz, der von schattigen Bäumen eingerahmt wird. Minimalistisch ausgestattet – Schaukel, Rutschen und ein „Matschbereich“ mit kleinen Wasserbrunnen – lassen den Kindern viel Platz für ihre „Spiel“-Phantasien. Die werden auch nicht durch die S-Bahn direkt hinter dem Gebäude gestört, das durch einen Erdwall von dem Lärm geschützt wird. Wer den Zug mal sehen möchte, kann – nur unter Begleitung – auf das begrünte Dach steigen und steht dann fast an der Bahnlinie. Eye-Catcher sind zum einen die - den Gruppenfarben Rot, Gelb, Grün und Blau zugeordnet - automatisch ausfahrenden Markisen und die ebenfalls farblich abgestimmten Schleifen an vier großen Bäumen im Garten. „Das sind unsere Versammlungsbäume“ erzählt Rutzmoser beim Abschied im Eingangsbereich, wo der Spruch „Wo es Liebe regnet, braucht niemand einen Schirm“ die Wand ziert.

Für die Liebe zu den Kindern könnte es der Leiterin bald an Kollegen fehlen. Deshalb sucht sie eine/einem Erzieher/in, pädagogische Fachkraft oder Kindheitspädagogen.“ Wer über den katholischen Kindergarten am Endbach mehr wissen möchte: www.kita-verbund-poing-anzing-forstinning.de - fu

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