Gesamtkonzept und Bedarfsanalyse gefordert

Zwei Varianten für den Expressbus Poing zur Messestadt Ost

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Qual der Wahl: Mit S-Bahn oder Expressbus zur Messestadt Ost?

Kommt ein Expressbus für Poing und wenn ja wie? Derzeit werden explizit zwei Varianten geprüft. 

Poing – Die direkte Verbindung von Poing zur Messestadt Ost ist aktuell nur mit der S-Bahn möglich – mit Umstieg am Ostbahnhof. Diesen Umweg wollte die SPD-Gemeinderats-Fraktion nicht länger hinnehmen und stellte am 9. Oktober 2018 einen Antrag für die Machbarkeit und Prüfung für einen Expressbus zwischen Poing und Messestadt Ost, der als Ergänzung zum ÖPNV in den Fahrplan aufgenommen werden sollte. 

In der Gemeinderatssitzung am 25. Oktober 2018 wurde darüber diskutiert und ein weiteres Vorgehen an die Verwaltung deligiert. Im Januar dieses Jahres traf sich man sich für ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Münchner Verkehrsverbund (MVV), der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), den Landratsämtern Ebersberg und München sowie den Kommunen Anzing, Feldkirchen, Kirchheim, Pliening und Vaterstetten, wo der MVV drei mögliche Linienwege vorstellte. Die wurden von allen Beteiligten abgelehnt. Drei neue Vorschläge präsentierte der MVV in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 26. Februar. Variante 4 führt von der Südseite des Poinger Bahnhofes über Neufarn, Parsdorf und Weißenfeld zur Messe Ost und würde maximal 600.000 Euro kosten. Der gleiche finanzielle Aufwand ist bei Variante 5 fällig, die von der Nordseite des Poinger Bahnhofes nach Grub (allerdings ohne eine dortige S-Bahn-Anbindung), auf die A 94 und zur Messe führt. Auch bei der direkten Anbindung (Variante 6) – vom nördlichen Poinger Bahnhof ohne Halt über die A 94 zur Messe – muss mit maximal 600.000 Euro gerechnet werden. Für die Beförderung werden zwei bis drei Busse mit 90 Personen kalkuliert. Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat die Prüfung der Variante 4 und als Alternative Variante 6. Diese Angelegenheit stand auf der Tagesordnung der Sitzung am 28. Februar 2019. Bürgermeister Albert Hingerl berichtete dem Gremium, dass für sechs Varianten kein Bedarf bestehe, weil damit ein hoher Verwaltungsaufwand verbunden ist und deshalb nur zwei herausgearbeitet wurden. Für Wolfgang Spieth (FDP) sind die schon zu viel und nicht nötig: „Es gibt die S-Bahn bis Feldkirchen und einen Bus zur Messe. Das dauert 26 Minuten. Wo ist da der Vorteil gegen einen Expressbus?“ Außerdem bemängelte er die Haltestelle Messestadt Ost als Endpunkt: „Wer in die Riem Arcaden möchte, muss extra eine Station mit der U-Bahn zur Messestadt West fahren.“ Zudem sind für Spieth die jährlichen Kosten – 495.000 bis 600.000 Euro – nicht tragbar. Sein Argument: „Das sind öffentliche Gelder“. Die Fraktion der Freien Wähler möchte keine Insellösung, sondern plädierte für ein Gesamtkonzept. Für das war auch Eva-Maria Lawes (CSU), die den Bus als keine Alternative zur S-Bahn sieht: „Wir müssen alle Verbindungen prüfen.“ Eine Lanze für die Bahn brach auch ihr Fraktionskollege Franz Langlechner. „Der S-Bahn-Anschluss ist der Hauptvorteil von Poing und wir sollten lieber unser Augenmerk auf den Ausbau der Bahnlinien im Münchner Osten legen“ sagte er und deshalb könnten seiner Meinung einzelne Buslinien vernachlässigt werden. Für Langlechner „wird kein Verkehrsparadies im Osten geben.“ Einstimmig beschloss der Rat die nähere Prüfung der Varianten 4 und 6 (Alternative) mit den zuständigen Stellen. FDP-Rat Spieth forderte zudem eine „Bedarfsanalyse unter Berücksichtigung der bestehenden öffentlichen Verkehrsverbindungen und Kosten“, die zusätzlich noch in den Beschlussvorschlag aufgenommen wurde.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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