Hauptbereisung der AGFK Bayern

„Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“: Gute Chancen für Poing

Gruber Straße Poing
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Der kombinierte Fuß-/Radweg in der Gruber Straße ist durch die vielen Ein- und Ausfahrten eine große Gefahrenquelle

Theoretischer Teil der „Hauptbereisung der AGFK Bayern“ ist abgeschlossen – Nutzung des Fahrrads soll weiter steigen, Austausch mit Nachbargemeinden erwünscht

Poing – Fahrradfahren findet eigentlich im Freien statt. Und wenn das Wetter mitspielt, gibt es nichts Schöneres. Bei der praktischen „Hauptbereisung der AGFK Bayern“ in Poing stimmte auf jeden Fall das Wetter, aber das Thema Fahrrad spielte sich in geschlossenen Räumen ab. Deshalb konnte nur der theoretische Teil der Veranstaltung per Videokonferenz erfolgen.
Zu der hatte die Verwaltung eingeladen, um der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) ihr Radkonzept zu präsentieren. Die Verwaltung war durch deren Geschäftsführerin Sarah Guttenberger vertreten und als Bewertungskommission fungierten Birgit Zehetmaier und Martin Singer vom Bayrischen Verkehrsministerium sowie Robert Burschik vom ADFC. Ziel der Präsentation von Michael Wenzl, Fachkraft für Umwelt- und Klimaschutz sowie Radverkehrsbeauftragter und Jürgen Rappold (Ordnungsamt-Chef) ist die Zertifizierung „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“.

Bereits 2016 entschied man sich, Mitglied in der AGFK werden zu wollen und konnte bereits die „Vorbereisung“ durchführen, wo eine Kommission vom Poinger „Radgeschehen“ erste Eindrücke sammelte und damals schon eine Maßnahmen-Liste übergab, die verbessert werden soll.
Im vergangenen Jahr sollte die Hauptbereisung stattfinden, musste aber verschoben werden. Bei der Online-Präsentation wurden die Bereiche Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation in den Vordergrund gestellt. Dabei ging es unter anderem um Radverkehrskonzept, Netzplanung, Entschärfung von Unfallschwerpunkten – wie beispielsweise in der Gruber Straße – Fahrradstraßen, Radstationen und -wanderwege, Beschilderungen, Abstellanlagen, Winterdienst und Fahrrad-Veranstaltungen („Poing radelt“) sowie -Dienstleistungen (Jugendverkehrsschule, Lastenrad). Während des Vortrags meldete sich die Bewertungskommission mit Fragen und Anregungen.

Für Robert ­Burschik (ADFC) ist der Qualitätsstandard der Abstellanlagen noch verbesserungswürdig und schlug eine Abstellsatzung vor. Auch monierte er die „vielen störenden Poller“ auf den ­Fahrradwegen. Nach der Beratung der Bewertungskommission gab es jedoch einhelliges Lob für die „Rad-Gemeinde“. Sarah Guttenberger lobte unter anderem das ausführliche Radkonzept, die überarbeitete Beschilderung, die Planung für die Neubaugebiete (Sackgassen), informative Öffentlichkeitsarbeit, gezielte Serviceangebote, wie das MVG-Rad und der Schlauchautomat (wir berichteten) sowie die übersichtliche Gemeinde-Homepage. Bürgermeister Thomas Stark sieht dies als ehrgeizige Motivations-Ziele, das Fahrrad im Ortsgebiet vermehrt zu nutzen. Für ihn ist jedenfalls „der politische Wille“ vorhanden, die Zertifizierung zu bekommen.

Bei all dem Lob hatte die Kommission noch Wünsche: Ein Gemeinderat-Beschluss mit der Aussage, um wie viel Prozent der Radverkehr gesteigert werden soll sowie ein Bekenntnis zur Förderung des Radverkehrskonzepts. Auch gab es die Empfehlung, mit dem Landkreis München und anderen Nachbargemeinden regelmäßig das Rad-Thema zu diskutieren. Zum Abschluss noch ein erfreulicher Termin: Am 19. Juli findet die langersehnte „Hauptbereisung“ statt, die den Ausschlag für das Prädikat „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ gibt. - fu

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