Flughafentangente durchgehend befahrbar

Die symbolische Verkehrsfreigabe mit Innenminister Joachim Herrmann (Mitte) an der Spitze. Foto: wal

Markt Schwaben/Ottenhofen

(ha) – „Was lange währt wird endlich gut!“ Mit diesem tiefgründigen Ausspruch könnte auch die Geschichte der Flughafentangente Ost (FTO) überschrieben werden, das 30 Kilometer lange Bauwerk mit der Fachbezeichnung „Staatsstraße St 2084“ ist seit Montag von der A 92 im Westen und der A 94 im Südosten durchgehend befahrbar. Es war der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann höchstpersönlich, der nach Ottenhofen kam, um die FTO offiziell freizugeben. Michael Kerkloh, Geschäftsführer der Flughafen München Gesellschaft, brachte in seinem Grußwort die Lage auf den Punkt: „Es hat bei uns in Bayern noch kein Zukunftsprojekt gegeben, das eine so lange Vergangenheit hat!“ meinte er. Tatsächlich reichen die Anfänge der FTO bis in die 1970ger Jahre zurück, als das erste Raumordnungsverfahren für das Projekt durchgeführt wurde. Mit den Bauarbeiten am neuen Münchner Flughafen im Erdinger Moos begann 1985 auch die Verlegung der Staatsstraße St 2084 und schon 1987 waren die ersten 6,6 Kilometer FTO fertig. Vor über 18 Jahren nahm der Flughafen seinen Betrieb auf, die FTO wurde allerdings erst jetzt fertig gestellt. „Es ist in Bayern das größte und aufwändigste Straßenbauprojekt in Bayern, es kostete über 100 Millionen Euro“, rechnete Minister Herrmann vor. Er bezeichnete die Investition als „sehr gut angelegtes Geld“, weil es die Region weiter voran bringe. Kritische Worte kamen vom Ebersberger Landrat Gottlieb Fauth, der sich zunächst bei Grundstücks- besitzern ebenso bedankte wie bei den Gemeinden, den ausführenden Baufirmen und zuletzt beim Freistaat für die Finanzierung. „Dieser Tag kann als Tag der Freude bezeichnet werden“, meinte Fauth, „er gibt aber auch Anlass nachzudenken, wie lange dieses wichtige Projekt gedauert hat“. Es habe in Bayern Zeiten gegeben, da habe man Straßen förmlich „in einer Nacht- und Nebelaktion“ gebaut. Fauth kritisierte die zweispurige Ausführung und prophezeite, „dass diese Straße vom ersten Tag an überlastet sein wird“. In kaum einem anderen europäischen Land würde man vor einem großen Ballungsraum die Verbindung zweier Autobahnen nur als zweispurige Staatsstraße realisieren, sondern als vierspurige Autobahn. Die zweispurige FTO bezeichnete der Landrat als „Deutsche Besonderheit“, es werde bald der Ruf nach Verbreiterung kommen. Tatsächlich hat das Straßenbauamt den vierspurigen Ausbau der FTO im Nordabschnitt zwischen der A 92 und Erding bereits als dringend notwendige Maßnahme eingestuft. Der Ottenhofener Bürgermeister Ernst Egner forderte den Freistaat auf, als nächste dringende Maßnahme in dieser Region den Erdinger S Bahn Ringschluss in Angriff zu nehmen. Welche Gemeinden und Ortschaften durch die jetzt voll zu befahrende FTO tatsächlich profitieren, muss abgewartet werden. Markt Schwaben gehört in jedem Fall dazu.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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