Interview

Forsterns Bürgermeister Rainer Streu über das vergangene Jahr

Rainer Streu
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Rainer Streu

Rainer Streu im Interview

Herr Streu, mit über 66 Prozent in der Stichwahl konnten Sie die Kommunalwahl für sich gewinnen. Haben Sie damit gerechnet? Ich würde sagen, damit habe ich nicht gerechnet. Aber nach dem knappen Ergebnis aus dem ersten Wahlgang mit 49,3 Prozent der Stimmen, habe ich gehofft das es so kommt.

Ein Rückblick seit Sie das Amt des Bürgermeisters übernommen haben. Was konnten Sie bisher in Angriff nehmen bzw. was umsetzen? Was liegt Ihnen besonders am Herzen? Im Wahlkampf hatten alle viele Ideen und Projekte die man schnellst möglich umsetzten möchte. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die Umsetzung des Seniorenzentrums, die Gestaltung der Ortsmitte, die Schaffung von Wohnraum für Einheimische. Nach Amtsantritt wird man dann aber erst mal von der Vielfältigkeit der Aufgaben eines Bürgermeisters überrollt. Da gleicht kaum ein Tag dem anderen!

Bei allen Kindertagesstätten sind wir selbst der Träger, das ist unglaublich zeitintensiv. Gerade in diesem Bereich gab es am Anfang große Verärgerung bei den Eltern über die im März beschlossene Gebühren­erhöhung. Hier galt es viel Aufklärungsarbeit zu leisten und einen Mittelweg zu finden. Die Mitarbeiter in der Verwaltung haben in den letzten Jahren mit dünner Personaldecke gearbeitet. Wir arbeiten gerade daran, wieder die richtigen Strukturen zu schaffen und uns personell noch weiter zu verstärken. Aktuell ist unser größtes Projekt die Erschließung der Gemeinde mit Glasfaser. Hier unterstützt mich besonders die zweite Bürgermeisterin ­Simona Loupal. Sie übernimmt die meisten Baubegehungen und Abnahmen. Hier werden rund 1 Million Euro investiert. Der Bund fördert diesen Ausbau mit 920.000 Euro. Die Digitalisierung der Grund- und Mittelschule wird vorangetrieben. Mit einem Ingenieurbüro planen wir gerade die Ausstattung mit digitalen Tafeln und der Werkraum wird saniert und neu eingerichtet.

Und dann ist da noch ­Corona. Hier kommen fast täglich neu Maßnahmen, die es umzusetzen gilt. Von der Plexiglasscheibe über Desinfektionsmittel bis hin zu CO2 Ampeln wurde alles Mögliche beschafft. Für die Schule konnten 17 Laptops beschafft werden, die als Leihgeräte an Schüler ausgegeben werden können. Das Personal in Kindergärten und Schule arbeitet am Anschlag. Das pädagogische Personal ist froh, wenn über Weihnachten Ruhe einkehrt und alle mal durchschnaufen können. Was einem fehlt, sind die eigentlich schönen Termine z.B. bei den Vereins­veranstaltungen oder Geburtstage. Das ins Gespräch kommen mit den Leuten fehlt wirklich.

Die Gemeinde ist mit dem Bau des Kinderhauses in Karlsdorf in Verzug geraten. Wie ist der Stand der Dinge und bis wann rechnen Sie mit der Fertigstellung? Die finanziell angespannte Situation der Gemeinde Forstern und die ungewisse Entwicklung der Haushaltslage haben dazu geführt, dass wir im Mai die Ausschreibungen für die Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro erst mal gestoppt haben. Teilweise waren die Angebote deutlich über den Kostenschätzungen der Fachplaner. Hier wurde nachgebessert und im Anschluss erneut ausgeschrieben. Mittlerweile sind diese Aufträge vergeben und die Gewerke werden ab Januar die Arbeiten aufnehmen. Derzeit werden die Fenster eingebaut. Ziel der Fertigstellung ist Dezember 2021. Über Weihnachten möchten wir dann umziehen. - ale

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