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Fahrrad statt Zweitauto

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Frau mit zwei Kindern auf einem Lastenfahrrad
Für Lastenfahrräder und E-Lastenfahrräder gibt es eine Förderung. © Foto: Gemeinde Poing

Gemeinde Poing fördert ab 1. Februar den Kauf von Lastenfahrrädern und Mini-Photovoltaikanlagen

Poing – Die Förderung von Lastenfahrräder und Lastenpedelecs („Pedal Electric Cycle“) sowie Mini-Photovoltaikanlagen („Balkonkraftwerke“) stand bereits am 28. Juni 2022 auf der Tagesordnung des Bau- und Umweltausschuss. Damals hieß der Sachvortrag: „Die Gemeinde Poing erreicht seit einiger Zeit sehr viele Anfragen, ob wir – wie in anderen Gemeinden bereits erfolgt - den Kauf von Lastenrädern, E-Lastenräder und Balkonkraftwerken zu fördern (bezuschussen). Die Verwaltung hält dies für sinnvoll und wird hierzu einen Vorschlag erarbeiten. Es werden entsprechende Mittel für die Haushaltsplanung 2023 eingestellt (erst ab dann kann eine Förderung/Bezuschussung erfolgen)“.

Nun wurden in der Gemeinderatsitzung am 19. Januar 2023 in dieser Angelegenheit Nägel mit Köpfen gemacht. Dort hat die Verwaltung dem Gremium einen Förderlinie Entwurf vorgelegt. Dessen Inhalt: Ab 1. Februar 2023 fördert die Gemeinde den privaten Kauf von Lastenrädern, E-Lastenräder oder Mini-Photovoltaikanlagen mit jeweils 25 Prozent der Anschaffungskosten. Hierbei liegen die Förderungs-Obergrenzen bei 500 Euro für Lastenfahrräder, 1.000 Euro für E-Lastenräder und 250 Euro für Mini-PV-Anlagen.

Gemäß der Förderrichtlinien sind nur Privathaushalte in der Gemeinde antragsberechtigt. Käufer von Mini-PVAnlagen müssen nachweisen, dass diese ausschließlich am Balkon (Haus oder Wohnung) oder an der Garage installiert und nur für den Eigenverbrauch genutzt werden. Zudem wird nur eine Anschaffung je Haushalt gefördert. Die entsprechenden Anträge liegen in der Verwaltung vor. Zudem steht in den Richtlinien: „Bei dem vorliegenden Förderprogramm handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Die Fördermittel werden im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und in der Reihenfolge des Eingangs gewährt.“ Dazu hat die Verwaltung bereits Grenzen im Haushalt 2023 gesetzt: Für die Förderung von Lastenrädern gibt es insgesamt 20.000 Euro, für Mini-PV-Anlagen 10.000 Euro.

Bei der anschließenden Diskussion gab es Einstimmigkeit für die Förderung der MiniPhotovoltaikanlagen; gegen eine Unterstützung von Lastenfahrrädern und E-Lastenfahrrädern sprachen sich Wolfgang Spieth und Marc Salih (beide FDP) aus. „Man will einen Bedarf decken, der nicht da ist“ meinte Spieth und fand „eine Förderung von Fahrrad-Anhängern sinnvoller“. Salih kritisierte, dass man die Nutzung der Lastenräder nicht messen könnte. Positiv jedoch sahen es alle anderen – beispielsweise Bürgermeister Thomas Stark: „Der Zweitwagen sollte für innerörtliche Fahrten in der Garage bleiben und jeder weniger gefahrene Auto-Kilometer ist ein Erfolg – auch für unser Mobilitätskonzept“. Auf einen „zustimmenden“ Punkt brachte es Christina Landgraf (Grüne): „Jede nicht mit einem Auto gefahrene Fahrt ist eine gute Fahrt“. Abschließend berichtete Thomas Stark von den Erfahrungen mit dem gemeindeeigenen E-Lastenfahrrad: „Der kostenlose Verleih ist der Renner – immer öfters haben wir dazu Anfragen und Buchungen“. fu

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