Markt Schwaben

„Das Wohl der Kinder an oberster Stelle“

Michael Stolze
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Michael Stolze

Haupt- und Bauausschuss Markt Schwaben mehrheitlich gegen die Beschaffung von Luftreinigungsgeräten

Markt Schwaben – Der Haupt- und Bauauschuss hat in seiner jüngsten Sitzung nochmals über die Anschaffung von mobilen Luftfiltergeräten für die Grund- und Mittelschule in Markt Schwaben beraten.
„In unseren Beratungen stand zu jeder Zeit das Wohl der Kinder an oberster Stelle“, betont Michael Stolze, Erster Bürgermeister von Markt Schwaben, „nach sorgfältiger Abwägung aller Kriterien haben wir uns am Ende mehrheitlich gegen die Beschaffung solcher Systeme ausgesprochen.“
In einer virtuellen Pressekonferenz erläuterte Bürgermeister Stolze noch einmal, wie intensiv sich die Gemeinde mit dem Thema auseinandersetzte. Als Vater zweier schulpflichtiger Kinder betrifft Stolze die Thematik nicht nur als Gemeindevorstand.

Bereits Ende vergangenen Jahres wurde dieses Thema erstmals im Gremium des Marktgemeinderates behandelt. Voraus ging ein Antrag der SPD zur Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Grund- und Mittelschule. Nach ausführlichen Marktrecherchen und der Analyse erster vorhandener Erfahrungsberichte im Umgang mit Luftreinigungsgeräten, hat das Gremium im Dezember den Beschluss gefasst, in allen Klassenräumen CO2 Ampeln zu installieren.

„Die Installation der CO2-Ampeln war wichtig und richtig“, so Stolze. Von Seiten der Schulleitungen und der Lehrkräfte wurde bestätigt, dass nun zielgerichtetes, adäquates Lüften der Klassenzimmer möglich gemacht wurde. „Diese Maßnahmen werden durchwegs sehr gut akzeptiert und weisen eine hohe Effizienz aus“, ergänzt Joachim Fischer, Leiter des Gebäudemanagements.

Zu Testzwecken wurde dann doch ein Luftreinigungsgerät gekauft und in der Grund- und Mittelschule installiert, um Erfahrungen aus erster Hand zu bekommen. Bei diesen Tests konnte kein signifikanter Nutzen für die Schüler festgestellt werden.
Mit und durch den Einsatz der Luftreinigungsgeräte werden aber die Schüler durchaus „nachhaltig“ in der Verfolgung des Unterrichtes gestört, erläutert Stolze. Der Schalldruckpegel lag durchschnittlich bei 62 Dezibel, was der Lautstärke eines Staubsaugers gleichkommt.

„Dass trotz dem Einsatz von Luftreinigungsgeräten, das Lüften der Klassenzimmer – auf Basis der CO2 Konzentration – weiterhin unabdingbar ist, hat unsere Entscheidung sicherlich beeinflusst“, räumt Stolze ein. „Hinzu kommt, dass in der Zwischenzeit die stabile Säule der Schnelltests im Schulbetrieb fest verankert ist“, ergänzt Stolze. Monika Seidl, Leiterin der Grundschule erklärte, dass die CO2-Ampeln und das daraus adäquate Lüften zusammen mit Testen und Masken die Schüler gut schützen würden und es dadurch auch von Elternseite keine Forderung nach Luftreinigern gäbe. Gremium und Verwaltung ist durchaus bewusst, dass in der öffentlichen Meinung die Wirkung der mobilen Luftfilter stellenweise überhöht werden und die Hoffnung daran gebunden ist, dass mit deren Einsatz wieder ein normaler Unterricht stattfinden kann.

Klar ist aber auch, dass mit dem aktuellen Stand der Technik nur ein Teil der Aerosole durch die Filterung der Luft gebunden wird, sodass die Ansteckungsgefahr für die Kinder im Raum, bei Anwesenheit eines infektiösen Schülers, nicht ausgeschlossen werden kann. Bei reiflicher Abwägung aller Fakten kamen die Mitglieder des Gremiums zu dem Schluss, dass der Einsatz dieser Geräte nicht den gewünschten Nutzen stiften kann.

Die Verwaltung räumt ein, dass man den technischen Fortschritt dieser Technologie weiter verfolgen werde. „Sollten neue Erkenntnisse zum Schutz der Kinder vorliegen, wird das Gremium erneut über die Thematik beraten“, heißt es abschließend aus dem Rathaus. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass hier schnell eine Entscheidung bzw. ein Beschluss getroffen wurde, sondern die Gemeinde sich hier mit jeglichem Für und Wider intensiv beschäftige. - tt

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