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Hitz, the hammer, meets Didi, den Wortjongleur

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Markt Schwaben

(til) – Es war ein Schlagaustausch vom Feinsten und nicht nur Fußballfans amüsierten sich köstlich. Zur 50. Schwabener Sonntagsbegegnung trafen der fesche, 26-jährige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger und der 81-jährige Kabarettist Dieter Hildebrandt auf einander. Auf den ersten Blick hätte der Kontrast nicht größer sein können. Und die Beiden schenkten sich beim anschließenden Wortgefecht auch nichts. Man merkte aber sofort, die sind sich sympathisch und können gut miteinander und sie haben auch so manche Gemeinsamkeit. Die 300 Besucher im Bürgerhaus amüsierten sich bestens, als Hildebrandt mit gewohnt provozierenden Fragen den Profifußballer aus der Reserve locken wollte, und sich dabei als Kenner der aktuellen und historischen Fußballszene outete. Kein Wunder. Spielte er doch jahrelang zusammen mit Sammy Drechsel und weiteren Kollegen der Lach- und Schießgesellschaft selber aktiv Fußball im Verein, ja trainierte sogar mit den Profis, soweit sie ihnen den Ball zuspielten, spaßte er. “Hitz, the hammer”, wie Hitzlsperger aufgrund seiner hammerartigen Torschüsse mit bis zu 168 Stundenkilometern in England anerkennend getauft wurde, ist in der Wartmühle aufgewachen und in Markt Schwaben zur Schule gegangen. Für ihn, den VfB-Stuttgart-Kicker war es ein Heimspiel, das er souverän mit intelligenten Antworten, treffsicheren Pointen und seinem Charme gewann. Und der smarte Profi ließ sich so manches Geheimnis bereitwillig entlocken. Etwa, dass weder Fouls noch Schwalben eingeübt werden und dass es auch kein Medientraining gebe. Hitz löst die oft hirnlosen Fragen der Sportreporter “diplomatisch”, indem er ihnen Zitate anderer Kollegen hinwirft. Denn die verkehrte Antwort zu geben, sei gefährlich. “Wir haben Pressesprecher und die verhindern das Schlimmste”, grinste er. Die mitunter “beschämenden” Fouls und die “niederträchtigen” Schauspielein- lagen insbesondere der Italiener, die großartige “Mi- men” seien, so Hildebrandt, missfallen beiden. Da könnten die Deutschen noch viel von den Engländern lernen, die härter im Nehmen seien und nicht einen derartigen Rummel allein ums Training betreiben, sagte Hitzfeld. Was die Methoden der Trainer anbelangt, ließ sich der Profi kaum Kritik entlocken. “Wir haben ein gutes Betriebsklima” und es werde versucht, im Bundeskader 20 gleichwertige Spieler aufzubauen. Dass Klinsmann allerdings immer betonte, “du bist wichtig und gut für uns”, ihn dann aber bei der WM 2006 kaum aufstellte, ärgerte ihn schon. Zu den horrenden Transferpreisen und Torprämien ließ er sich wenig rauskitzeln. Er bekomme für geschossene Tore keine Sonderzahlung. Es sei schon ein bisschen eintönig, wenn immer der FC Bayern Meister werde, meinte der eingeschworene 1860-Fan Hildebrandt. Das sei ja nicht immer der Fall, so Hitzelsperger, der 2007 die Schale mit dem VfB gewann. Aber “Wo war die Glückwunschkarte?”, fragte er den Kabarettisten. Warum Hitzelsperger als Bayer nicht bei den Roten spiele, obwohl er dort elf Jahre in der Jugend spielte, beantwortete er mit “Es ist nicht mein oberstes Ziel. Es gibt auch andere Vereine, die Charme haben.” Und es berge auch die Gefahr, auf der Bank zu enden.

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