Geschichten aus dem Leben

Ein Leben mit Tinnitus

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Fast unsichtbar sind die Hörgeräte von Rudolf Mandausch.
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Links ist das Cochlea-Implantat, inklusive Fernbedienung für individuelle Einstellungen.
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Rechts trägt Rudolf Mandausch ein Hörgerät.

Rudolf Mandausch aus Neufinsing hat seit wenigen Monaten ein Cochlea-Implantat – und muss jetzt Hören und Sprechen teilweise neu lernen

Neufinsing/Erding – Seit Jahrzehnten hat Rudolf Mandausch aus Neufinsing schon Probleme mit den Ohren. Seit einem schweren Autounfall 1970 hat er einen Tinnitus und seit 1988 leidet an Morbus Menière, der fortschreitenden Hörverlust und Schwindel verursacht. 

Die Diagnose ließ lange auf sich Warten, bis schließlich festgestellt wurde, dass er an einem Tinnitus litt – also an ständigen Ohrgeräuschen. 

Durch den Mobus Menière hat er auf dem linken Ohr sein Hörvermögen fast verloren, bis er sich schließlich zu einem Hörgerät entschied. 

Auf der linken Seite trägt Mandausch ein Cochlea-Implantat. Das Gerät wird operativ eingesetzt und ermöglicht ihm, wieder zu hören. Allerdings mit sehr viel Training. Denn das Implantat ermöglicht es, Geräusche und Stimmen wahrzunehmen, aber nicht zu hören. Dass muss Rudolf Mandausch erst wieder lernen – und das dauert, manchmal bis zu einem Jahr. 

Aber für Rudolf Mandausch war das Implantat ein Segen. Nach der OP wurde das Gerät in Betrieb genommen und er konnte Geräusche wahrnehmen. „Das ist wie aufwachen. Es war großartig. Vor allem weil ich jahrelang nichts mehr gehört habe, wirklich unglaublich,“ erzählt er. 

Außerdem geht Mandausch weiterhin zur Sprachttherapie. Der Logopäde hilft ihm dabei, das Gesprochene zu erkennen und zu hören. 

Vor fünf Jahren initiierte der 72-Jährige eine Selbsthilfegruppe in München und ist seitdem stellvertretender Leiter. Jetzt hat er eine weitere Gruppe in Erding gegründet.

Das erste Treffen im Haus der Begegnung am 16. September hat großen Anklang gefunden. Die Betroffenen können sich im gegenseitigen Austausch beistehen und beraten, um die Erkrankung besser zu bewältigen. 

Rudolf Mandausch hat für sich einen Weg gefunden, um Ruhe in die Ohren zu bekommen: Berggehen. Der passionierte Wanderer verbringt viel Zeit in den Bergen und kommt dort zur Ruhe – auch die Ohren. Das kann er nur allen empfehlen, die an Tinnitus leiden: Einen Ausgleich finden. „Man kann sich nur selber helfen. Da helfen keine Tabletten, keine Tropfen, nichts,“ verdeutlicht er. 

Der nächste Treff der Tinnitus-Selbsthilfegruppe ist am Montag, 21. Oktober, um 18 Uhr im Haus der Begegnung (Am Rätschenbach 12, 85435 Erding). ale

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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